Musikwissenschaft international (M.A.) (Master de musique et musicologie)

Der integrierte Studiengang "Musikwissenschaft international" ist der einzige deutsch-französische Masterstudiengang im Fach Musikwissenschaft. Er basiert auf der langjährigen Zusammenarbeit zwischen der Universität des Saarlandes und der Université Paris-Sorbonne (Paris IV). Die Studierenden lernen eine fremde Wissenschaftskultur kennen und erwerben zentrale interkulturelle Kompetenzen. Sie arbeiten zwei Jahre lang in einer internationalen Gruppe, stellen dabei ihre Fremdsprachenkenntnisse unter Beweis und sichern sich so einen deutlichen Vorteil auf dem Arbeitsmarkt. Absolventen des binationalen Masterstudiengangs arbeiten in der Forschung, in Bibliotheken und Archiven, im Theater und in Opernhäuser, bei Medien, Verlagen, Festivals und Konzertagenturen − diesseits und jenseits des Rheins.

Der inhaltliche Schwerpunkt des Masterstudiengangs liegt auf den Gemeinsamkeiten und Unterschieden der Musikgeschichte in Deutschland und Frankreich. Im Mittelpunkt steht dabei das Konzept des Kulturtransfers, das als Erklärungsansatz für fundamentale Phänomene und Prozesse der europäischen Musikgeschichte seit dem Mittelalter dient. Das Studium bietet die Möglichkeit zur individuellen Schwerpunktbildung und schließt ein Praktikum ein. Trotz eines betont forschungsorientierten Ansatzes ermöglicht es der Studiengang daher, Kontakte zu musikwissenschaftlichen Forschungs- und Kulturinstitutionen in Deutschland und Frankreich zu knüpfen.

Studiert wird in einer gemischten deutsch-französischen Gruppe. Das erste Jahr verbringen die Studierenden gemeinsam in Paris, das zweite in Saarbrücken. Die Masterarbeit kann in deutscher oder französischer Sprache verfasst werden. Den Absolventen wird an der Universität des Saarlandes der Titel "Master of Arts" und an der Sorbonne der Titel "Master de Musique et Musicologie" verliehen. Der Abschluss wird im jeweils anderen Land voll anerkannt.

Details

Erstes Studienjahr in Paris

Der Masterstudiengang "Musique et Musicologie" der Université de Paris-Sorbonne (Paris IV) ist, wie in Frankreich üblich, in zwei Studienjahre unterteilt. Sie werden als "Master 1" und "Master 2" bezeichnet und mit separaten Zeugnissen abgeschlossen. Studierende des integrierten deutsch-französischen Masterstudiengangs studieren in Paris den "Master 1" entsprechend der Studienordnung der Sorbonne.

Hierzu gehören im ersten Studienjahr:

  • Zwei Kurse in "Recherche et documentation", von denen der erste der Methodik der Musikwissenschaft und der zweite der Anwendung von Recherche- und Dokumentationsformen anhand spezieller Beispiele gewidmet ist.
  • Insgesamt vier Seminare, je zwei pro Semester.
  • Die Anfertigung von zwei Forschungsdossiers (je eines pro Semester) unter Anleitung eines der Dozenten der Seminare. Diese Dossiers können schriftliche Hausarbeiten zu einem Thema sein, aber auch in Form einer Partitur, einer Aufführung, einer Einspielung (Tonaufnahme, CD), eines audiovisuellen oder Multimediaprojekts, eines Computerprogramms oder einer Datenbank vorgestellt beziehungsweise vorgelegt werden.
  • Vier Kurse (Wahlpflicht), je zwei pro Semester, die im Rahmen des Moduls "Formation à la recherche" aus dem Bereich der historischen und systematischen Musikwissenschaft angeboten werden.

Zweites Studienjahr in Saarbrücken

Das Studium gliedert sich in:

  • Hauptseminare, die durch das Studium von Fachliteratur und Quellen in Seminargesprächen, Referaten und Seminararbeiten einen vertieften Einblick in einen Forschungsbereich vermitteln. Ein Hauptseminar kann aus den Bereichen der Alten Musik oder der Neuen Musik gewählt werden, das zweite hat ein Thema aus dem Bereich der musikwissenschaftlichen Forschung und Edition zum Gegenstand.
  • Übungen ergänzen die Hauptseminare. Sie dienen der Vermittlung fachspezifischer Techniken und Methoden wissenschaftlichen Arbeitens sowie der Vertiefung von Kenntnissen. Gemeinsam mit den Hauptseminaren bereiten die Übungen auf die Abfassung der Masterarbeit vor.
  • Das Praktikum umfasst insgesamt 200 Stunden (fünf Wochen) und soll während der vorlesungsfreien Zeit absolviert werden. Es soll bei einer Institution/Abteilung absolviert werden, die im Bereich der musikwissenschaftlichen Forschung tätig ist oder Forschungsergebnisse anwendet und vermittelt, vorzugsweise in der SaarLorLux-Region. Es wird durch eine unbenotete Bescheinigung der Praktikumsstelle nachgewiesen, die durch einen Praktikumsbericht der Studierenden ergänzt wird.
  • Kolloquien dienen der Vorstellung und Diskussion von Erfahrungen aus dem Praktikum oder der wissenschaftlichen Arbeit.
  • Die Masterarbeit kann in deutscher oder französischer Sprache verfasst werden und wird von je einem Dozenten aus jeder der beiden Partnerinstitution betreut.

Der deutsch-französische Master bildet eine gute Voraussetzung für eine deutsch-französische Promotion mit doppelter Betreuung (Co-tutelle).

Zugang

Bewerberinnen und Bewerber müssen ihr Interesse am Studiengang und ihre bisherigen Studienleistungen in einem Dossier dokumentieren, das die Grundlage für das Auswahlverfahren bildet.

Zugangskriterien sind:

1. Für deutsche Studierende ein Bachelorabschluss oder äquivalenter Hochschulabschluss schwerpunktmäßig in Musikwissenschaft oder in einem verwandten Studiengang, für Studierende aus Frankreich die abgeschlossene oder kurz vor dem Abschluss stehende Licence in Musik/Musikwissenschaft.

2. Die besondere Eignung zum Masterstudium. Diese wird in der Regel festgestellt anhand

  • der in Form eines Dossiers dokumentierten oder in einem persönlichen Gespräch festgestellten besonderen Studieninteresses sowie
  • eines Bachelorabschlusses mit der Gesamtnote 2,0 und besser. Ist die Gesamtnote des Bachelorabschlusses schlechter als 2,0, kann die besondere Eignung mittels einer Eignungsprüfung festgestellt werden.

3. Kenntnisse in Französisch und wenigstens einer der folgenden Sprachen: Englisch, Latein, Italienisch oder Spanisch, nachgewiesen durch Schulzeugnisse über jeweils drei Jahre oder ein Äquivalent.

4. Fachkompetenzen im Bereich Musikgeschichte, nachgewiesen durch entsprechend erworbene Credit Points im Umfang von 37 CP.

Sofern diese Qualifikationen nicht vom ersten Semester an erforderlich sind, können die Studierenden vorläufig unter der Bedingung zugelassen werden, dass die fehlenden Inhalte bis zum Abschluss des zweiten Fachsemesters nachgeholt werden.

Studierende anderer Fachrichtungen können sich bewerben, müssen die notwendigen musikalischen und musikwissenschaftlichen Kenntnisse aber in ihrem Dossier und gegebenenfalls im Auswahlverfahren nachweisen.

Bewerbung

Bewerbungsfrist

Das Studium kann nur zum Wintersemester aufgenommen werden. Die Bewerbungsfrist endet am 15. Juni für das folgende Wintersemester.

Bewerbungsverfahren

Bitte reichen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen als Dossier ein. Das Dossier besteht aus:

  • Lebenslauf
  • Motivationsschreiben
  • Nachweise der unter Zugang genannten Zugangskriterien

Bitte schicken Sie Ihre Bewerbung als PDF per E-Mail an die Koordinatorin des Studiengangs.

Auswahlverfahren

Die beiden beteiligten Universitäten richten eine gemeinsame Auswahlkommission ein, der die beiden Programmbeauftragten angehören. Die Kommission lädt nach einer Vorauswahl auf Grundlage der eingereichten Dossiers Kandidatinnen und Kandidaten zu einem Vorstellungsgespräch ein. Das Vorstellungsgespräch findet in der zweiten Junihälfte statt, für Studierende aus Deutschland in Saarbrücken, für Studierende aus Frankreich in Paris. Im Falle einer Verlängerung der Bewerbungsfrist findet kein Gespräch statt. Im Vorstellungsgespräch wird neben der fachlichen Eignung auch die sprachliche Kompetenz in Deutsch und Französisch überprüft. Das Ergebnis wird innerhalb einer Woche mitgeteilt, so dass ausreichend Zeit für die Vorbereitung auf das erste Studienjahr in Paris bleibt.

Kontakt

Studienfachberatung

Dr. Stephanie Klauk
Campus Saarbrücken
Geb. C6 3, Zi. 7.01
Tel.: 0681 302-3661
s.klauk(at)mx.uni-saarland.de
www.uni-saarland.de/musikwissenschaft

Zentrale Studienberatung

Campus Saarbrücken
Campus Center, Geb. A4 4, EG
Tel.: 0681 302-3513
studienberatung(at)uni-saarland.de

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Als eine der ersten Hochschulen bundesweit hat die Universität des Saarlandes das Verfahren der Systemakkreditierung erfolgreich durchlaufen. Seit 2012 trägt sie das Siegel des Akkreditierungsrats.

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