Medizin (Staatsprüfung)

Das Fach im Überblick

Das Studium der Humanmedizin ist die Voraussetzung für eine spätere Tätigkeit als Arzt bzw. Ärztin oder als Mediziner und Medizinerin in Forschung, Lehre oder Industrie. Der Arztberuf ist ein vielseitiger Beruf, der sowohl eine hohe soziale Kompetenz als auch Wissen, naturwissenschaftliches Grundverständnis, Intuition und praktische Begabung erfordert. Das Studium ist entsprechend vielschichtig und interessant. Die meisten Studierenden der Humanmedizin sind später auch als Ärzte tätig, allerdings werden Mediziner und Medizinerinnen auch in vielen anderen Bereichen, z.B. im staatlichen Gesundheitswesen oder in der Forschung gebraucht. In der Forschung arbeiten Mediziner und Medizinerinnen mit Naturwissenschaftlern und Naturwissenschaftlerinnen in Projekten zusammen, die oftmals ein besseres Verständnis der Funktionsweise des menschlichen Körpers zum Ziel haben.

An der Universität des Saarlandes beginnen in Homburg jedes Jahr zum Wintersemester etwa 250 neue Medizinstudenten mit dem Studium. Das Studium wird von den Kliniken und Instituten der Medizinischen Fakultät auf dem ca. 30 km östlich von Saarbrücken liegenden Campus Homburg organisiert.

Medizinstudenten der Universität des Saarlandes haben die Möglichkeit, bereits während ihres Studiums in international sehr renommierten Arbeitsgruppen an Forschungsprojekten mitzuarbeiten, die sowohl für den späteren Arztberuf als auch für eine potenzielle Karriere in der Forschung von großer Bedeutung sein können. Ein weiterer wichtiger Aspekt des Studiums in Homburg sind die vielen Partnerschaften mit ausländischen Universitäten, die von einer großen Zahl von Studierenden jedes Jahr zum Auslandsstudium genutzt werden.

Voraussetzungen

Fachliche Voraussetzung für das Medizinstudium ist das Abitur. Zwar sind Biologie-, Chemie- und Physikkenntnisse von Vorteil, grundsätzlich gilt aber: Wer bereit ist, sich mit diesen Fächern zu beschäftigen, wird vorhandene Lücken schließen können. Ebenso sind Englischkenntnisse erwünscht, da ein großer Teil der wissenschaftlichen Fachliteratur auf Englisch geschrieben wird. Latein dagegen ist keine Voraussetzung für das Medizinstudium. Des Weiteren ist der Arztberuf heutzutage nicht ohne Computerkenntnisse denkbar.

Sie müssen natürlich nicht alles vor dem Studium können, allerdings sollten Sie als angehender Arzt oder angehende Ärztin den Ehrgeiz haben, sich ein Leben lang fortzubilden. Um abschätzen zu können, ob der Arztberuf für Sie das Richtige ist, empfehlen wir, dass Sie vor dem Studium zumindest einen Teil des benötigten Krankenpflegepraktikums ablegen. Weitere Informationen finden Sie im Merkblatt Krankenpflegedienst Saarland.

Studienverlauf

Das Studium gliedert sich in einen vorklinischen und einen klinischen Abschnitt und wird bundeseinheitlich durch die Approbationsordnung für Ärzte geregelt.

Die Vorklinik umfasst die ersten vier Semester des Medizinstudiums. Sie endet mit dem "Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung" (nach alter Approbationsordnung: Physikum) und stellt das medizinische Grundstudium dar, in dem die naturwissenschaftlichen Grundlagen (Biologie, Chemie und Physik), Anatomie, Biochemie/Molekularbiologie, Physiologie und Medizinische Psychologie/Soziologie gelehrt werden. Außerdem gehören Medizinische Terminologie, Einführung in die klinische Medizin, Berufsfelderkundung sowie ein Wahlfach zu den Pflichtfächern des vorklinischen Studienabschnitts. Neben den klassischen Vorlesungen werden viele Praktika, Kurse und Seminare angeboten. Für die Zulassung zum "Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung" benötigt man zusätzlich den Nachweis über einen absolvierten Erste-Hilfe-Kurs (der Kursus "Lebensrettende Sofortmaßnahmen" für den Führerschein reicht nicht aus) sowie den Nachweis über die Ableistung eines Pflegepraktikums von mindestens 90 Tagen.

Der klinische Teil des Studiums, der auch das "Praktische Jahr" beinhaltet, dauert acht Semester. Nach dem sechsten klinischen Semester (d.h. nach insgesamt 5-jähriger Studiendauer) wird der "Zweite Abschnitt der Ärztlichen Prüfung" in Form einer schriftlichen Prüfung abgelegt. Es schließt sich das "Praktische Jahr" an, dem der "Dritte Abschnitt der Ärztlichen Prüfung" in Form einer mündlich-praktische Prüfung folgt. Ist der "Dritte Teil der ärztlichen Prüfung" erfolgreich abgelegt worden, kann die Approbation, die Zulassung zur Berufsausübung als Arzt, beantragt werden.

Im klinischen Abschnitt des Studiums lernt man Patienten zu untersuchen, Krankheiten zu verstehen und auch zu behandeln. Bereits erworbenes Grundlagenwissen wird vertieft und theoretische Kenntnisse werden praktisch angewandt.

In folgenden Fächern sind Kurse regelmäßig zu besuchen und Prüfungen abzulegen:

  • Allgemeinmedizin    
  • Anästhesiologie
  • Arbeitsmedizin, Sozialmedizin
  • Augenheilkunde
  • Chirurgie
  • Dermatologie, Venerologie
  • Frauenheilkunde, Geburtshilfe
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
  • Humangenetik
  • Hygiene, Mikrobiologie, Virologie
  • Innere Medizin    
  • Kinderheilkunde
  • Klinische Chemie, Laboratoriumsdiagnostik
  • Neurologie
  • Orthopädie
  • Pathologie
  • Pharmakologie, Toxikologie
  • Psychiatrie und Psychotherapie
  • Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
  • Rechtsmedizin
  • Urologie
  • Innere Medizin    
  • Wahlfach


Querschnittsbereiche

  • Epidemiologie, medizinische Biometrie und medizinische Informatik
  • Geschichte, Theorie, Ethik der Medizin
  • Gesundheitsökonomie, Gesundheitssystem, Öffentliche Gesundheitspflege
  • Infektiologie, Immunologie
  • Klinisch-pathologische Konferenz
  • Klinische Umweltmedizin
  • Medizin des Alterns und des alten Menschen
  • Notfallmedizin
  • Klinische Pharmakologie/Pharmakotherapie
  • Prävention, Gesundheitsförderung
  • Bildgebende Verfahren, Strahlenbehandlung, Strahlenschutz
  • Rehabilitation, Physikalische Medizin, Naturheilverfahren
  • Palliativmedizin
  • Schmerzmedizin


In den vorlesungsfreien Zeiten des klinischen Studiums steht die insgesamt viermonatige Famulatur an, die die Studierenden in Form eines Praktikums mit der ärztlichen Patientenversorgung in Einrichtungen der ambulanten und stationären Krankenversorgung vertraut macht. Die Famulatur ist in zwei vierwöchige sowie einen achtwöchigen Abschnitt unterteilt. Sie vermittelt einen guten Einblick in die täglichen Aufgaben und Tätigkeitsbereiche von Medizinerinnen und Medizinern im Krankenhaus, in der ambulanten Versorgung und in den Arztpraxen.

Das "Praktische Jahr" (PJ) gliedert sich in drei 16-wöchige Abschnitte. Hier wird man in den Basisfächern Innere Medizin, Chirurgie und in einem Wahlfach ausgebildet. Die Studierenden sollen in dieser Zeit an der Routinekrankenversorgung teilnehmen. Dazu gehören u. a. die Anamnese und Befunderhebung, Visiten, Röntgenbesprechungen, pathologisch-anatomische Demonstrationen, Teilnahme an Operationen sowie funktionsdiagnostische Untersuchungen. Die Studierenden sollen Diagnose- und Therapiepläne erstellen, Patienten unter Anleitung und Aufsicht betreuen und ärztliche Tätigkeiten erlernen.

International

Viele Studierende nutzen die Möglichkeit, während ihres Studiums Famulaturen oder einen Teil des Praktischen Jahres im Ausland abzuleisten. Die Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes in Homburg weist in Deutschland den höchsten Anteil an Studierenden auf, die Teile ihres Studiums im Ausland absolvieren. Möglich ist dies durch das Aktionsprogramm "European Community Action Scheme for the Mobility of University Students" (ERASMUS). Durch ein "Europäisches System zur wechselseitigen Anerkennung von Studienleistungen und Diplomen" (ECTS – European Credit Transfer System) wurden Voraussetzungen geschaffen, im Ausland erworbene Scheine an deutschen Universitäten anzuerkennen. An diesem Prozess war und ist die Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes in Homburg maßgeblich beteiligt und ermöglicht damit einem großen Teil ihrer Studierenden, Erfahrungen im Ausland zu sammeln.

Besonderheiten

Promotionen können an der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes auf dem Gebiet der Medizin (Dr. med.), der Theoretischen Medizin (Dr. rer. med.), der Zahnmedizin (Dr. med. dent.) und der Naturwissenschaften (Dr. rer. nat.) erfolgen. Sie können auch im Rahmen des Graduiertenkollegs „Zelluläre Regulation und Wachstum“ durchgeführt werden.

An der Universität des Saarlandes existieren in Verbindung mit dem Studiengang Humanmedizin auch Möglichkeiten der Zusatzqualifikation im Hinblick auf Zahnmedizin bzw. Biologie mit Schwerpunkt Human- und Molekularbiologie.

Bewerbung

Das Medizinstudim kann an der Universität des Saarlandes nur zum Wintersemester begonnen werden. 

Die Zulassung zum Studium ist bundesweit zulassungsbeschränkt (n.c.). Der Antrag auf Zulassung erfolgt über hochschulstart.de bis spätestens zum

  • 31. Mai (für sogenannte Altabiturienten)
  • 15. Juli (für sogenannte Neuabiturienten)


Für Studieninteressierte mit ausländischer Vorbildung gelten zum Teil abweichende Regelungen.

Neuerungen im Bewerbungsverfahren 2020

In den Studienfächern Medizin, Zahnmedizin und Pharmazie werden die Studienplätze bundesweit zentral vergeben. Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts muss die zentrale Studienplatzvergabe für das Bewerbungsverfahren 2020 nun reformiert werden. Informationen zum neuen Auswahlverfahren an der Universität des Saarlandes stellen wir bereit, sobald die Beschlüsse in geltendes Landesrecht umgesetzt sind.

 

 

Campus Saarbrücken
Campus Center, Geb. A4 4, EG
Tel.: 0681 302-3513
studienberatung(at)uni-saarland.de

Studienfachberatung

Medizinische Fakultät
Universitätskliniken Homburg
Univ.-Prof. Dr. Martin Jung
Med. Biochemie und Molekularbiologie
Gebäude 44, 2. OG, Raum 0.3
66421 Homburg
 

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