10.03.2016

80. Geburtstag von Universitätsprofessor Hans Leo Krämer

Am 11. März kann der Professor für Soziologie an der Universität des Saarlandes und Begründer der Kooperationsstelle „Hochschule und Arbeitswelt“ Dr. Hans Leo Krämer seinen 80. Geburtstag begehen.

Im saarländischen Neunkirchen geboren, studierte der Jubilar Soziologie, Psychologie, Philosophie sowie Rechts- und Sozialphilosophie an der Universität des Saarlandes, der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt und – gefördert durch ein Stipendium der französischen Regierung – an der Sorbonne. Im Dezember 1968 wurde er in Saarbrücken mit einer Studie über „Die fraternitäre Gesellschaft. Aspekte der Gesellschafts- und Staatstheorie von Claude-Henri de Saint Simon“ promoviert, die von seinem akademischen Lehrer Georges Goriely betreut wurde.

Anschließend agierte er als Forschungsassistent und Forschungsgruppenleiter in dem von Prof. Otto Neuloh geleiteten Institut für empirische Soziologie sowie als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Saarländischen Rundfunks im Rahmen des Schulfernsehprojekts „Sozialkunde“. 1971 und 1972 war er Dozent an der Katholischen Fachhochschule für Sozialwesen, seit 1972 setzte er seine wissenschaftliche Laufbahn an der Pädagogischen Hochschule des Saarlandes fort und übernahm 1973 nach der Habilitation eine Professur für Soziologie. Hier hatte er 1977/78 auch das Amt des Prorektors inne.

Nach der Auflösung der Pädagogischen Hochschule wechselte Hans Leo Krämer an die Universität des Saarlandes. Mit seinem Namen sind vielfältige Aktivitäten verbunden. So leitete er unter anderem von 1984 bis 1990 das Frauenstudium-Weiterbildungsprojekt. Als Beauftragter der Universität für die Kooperation mit der Arbeitskammer und dem Deutschen Gewerkschaftsbund begründete er 1994 die Kooperationsstelle „Hochschule und Arbeitswelt“, die er über seinen Eintritt in den Ruhestand am Ende des Wintersemesters 2001 hinaus bis Ende 2004 leitete. Unter seiner Ägide sind in zahlreichen Projekten und Publikationen die aktuellen Herausforderungen in der Arbeitswelt der Saar-Lor-Lux-Region analysiert worden.
Als Gastprofessor und in gemeinsamen Forschungen unter anderem zu Veränderungen der Wirtschafts- und Unternehmenskultur in Transformationsprozessen widmete sich Prof. Krämer außerdem rund 15 Jahre lang intensiv der Universitätspartnerschaft mit Sofia. Bis in die jüngste Zeit wirkte er als Vertrauensdozent der Friedrich-Ebert-Stiftung. Ferner gründete er das von ihm über ein Jahrzehnt geleitete Institut für praxisorientierte Forschung und Bildung und wirkte lange Jahre als Professeur am Institut Pédagogique in Walferdange/ Luxembourg.

Der Jubilar hat mehrere Studien zu seinen verschiedenen Forschungsfeldern, zur regionalen Soziologie, aber auch zur französischen Bildungs- und Erziehungssoziologie, vorgelegt. Zuletzt edierte er 2013 in der Schriftenreihe der Kooperationsstelle „Wissenschaft und Arbeitswelt“ die Dokumentation eines von ihm organisierten und geleiteten internationalen Kongresses zu den Ideen von André Gorz unter dem Motto „Der Horizont unserer Handlungen – den Zusammenbruch des Kapitalismus denken“.

Weitere Informationen erteilt:
Dr. Wolfgang Müller
Archiv der Universität des Saarlandes
Telefon: 0681 302-2699
E-Mail: w.mueller@univw.uni-saarland.de