Montag, 29. Oktober 2018

Öffentliche Europa-Konferenz des CEUS: Wie hat die Flüchtlingskrise Europa verändert?

am 9. und 10. November in der Villa Europa

„Flüchtlingskrise, Migrationskrise, Europakrise? Die Auswirkungen der Flüchtlingskrise auf die europäischen Gesellschaften“ lautet das Thema der diesjährigen Europa-Konferenz, zu der das Europa-Kolleg CEUS der Universität des Saarlandes am 9. und 10. November in die Villa Europa in Saarbrücken einlädt. Dabei werden renommierte Experten aus Wissenschaft und Politik die völker- und europarechtlichen Rahmenbedingungen vorstellen sowie Fluchtursachen und die Afrikapolitik Europas beleuchten. Zudem werden die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Flüchtlingskrise auf die Europäische Union dargestellt. Den Abschlussvortrag am 10. November hält Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Zur Konferenz sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Um Anmeldung bis zum 6. November wird gebeten: per E-Mail an: ceus(at)uni-saarland.de

Die Idee Europas wird durch die Fluchtbewegungen der vergangenen Jahre auf den Prüfstand gestellt. „Europa hat sich erkennbar verändert – der politisch-gesellschaftliche Diskurs ist ein anderer geworden. Den Ursachen und Folgen dieser Veränderungen wollen wir im Rahmen der Konferenz nachspüren“, erklärt Prof. Tiziana Chiusi, geschäftsführende Direktorin des Europa-Kollegs CEUS. Um die unterschiedlichsten Facetten des Themas zu beleuchten, hat das CEUS namhafte Referenten zu seiner zweiten Europa-Konferenz eingeladen.

Beginn ist am Freitag, 9. November, um 10.15 Uhr mit Grußworten von Prof. Tiziana Chiusi und Prof. Claudia Polzin-Haumann (Vizepräsidentin der Universität für Europa und Internationales). Zudem wird Roland Theis (Staatssekretär für Justiz und für Europa, Bevollmächtigter für Europaangelegenheiten des Saarlandes) Grußworte sprechen und  anschließend mit einem Impulsreferat ins Thema einführen.

Wer ist Migrant, wer Flüchtling? Wer darf im Zielstaat bleiben, wer muss wieder gehen? –
Den Rechtsrahmen, den das Völker- und Europarecht für das Phänomen „Flucht“ geschaffen hat, stellt der Saarbrücker Jurist Prof. Thomas Giegerich vor. Vor dem Hintergrund einer schwindenden Staatensolidarität wird er außerdem auf die Erfolgsaussichten der EU-Maßnahmen zur Bewältigung einer globalen Herausforderung eingehen.

Warum sich die Menschen im globalen Süden auf den Weg machen, und wie sich die Flucht- und Migrationsströme in den kommenden Jahren entwickeln könnten, beschreibt Prof. Michael Grimm von der Universität Passau. Mögliche Zusammenhänge zwischen Fluchtursachen und der europäischen Entwicklungspolitik in Afrika werden im Anschluss thematisiert. Hierzu werden neben der Referentin des persönlichen Afrikabeauftragten der Bundeskanzlerin auch zwei Gäste aus Afrika erwartet, die beide einen kritischen Blick auf die europäische Entwicklungshilfe werfen: James Shikwati aus Kenia, Gründer des Think Tank Inter Region Economic Networks (IREN), der die Lebensqualität in Afrika durch  innovative Strategien verbessern will, und Saran Kaba Jones aus Liberia. Die Unternehmerin setzt sich mit ihrer Organisation FACE Africa für eine verbesserte Infrastruktur mit fließendem Wasser und Sanitäranlagen in ländlichen Gebieten Afrikas ein und wurde dafür mit der Richard von Weizsäcker Fellowship ausgezeichnet. Die ökonomischen Folgen von Flucht und Migration in Europa wird Prof. Panu Poutvaara, Leiter des ifo-Zentrums für Internationalen Institutionenvergleich und Migrationsforschung, diskutieren: Er stellt die Prognosen für die europäischen Sozialsysteme und Arbeitsmärkte vor.
Im Anschluss an die Afrika-Sektion begrüßt die IHK des Saarlandes die Teilnehmer der Konferenz und lädt sie zu einem afrikanischen Büfett ein.

Darüber hinaus sollen die konkreten soziokulturellen Auswirkungen der Flüchtlingskrise auf die europäischen Gesellschaften untersucht werden: Prof. Ettore Recchi von Sciences Po Paris diskutiert in seinem Vortrag die unterschiedliche Wahrnehmung inner- und außereuropäischer Migration. Sigrid Sommer, Vortragende Legationsrätin im Auswärtigen Amt und Zuständige für europapolitische Fragen im Koordinierungsstab Flucht und Migration des Auswärtigen Amtes, wird die osteuropäische Perspektive auf die EU-Migrationspolitik beleuchten, ergänzt von Prof. François Héran vom Collège de France, der erläutern wird, weshalb die Fluchtbewegungen in der Europäischen Union eine Krise ausgelöst haben. Zum Abschluss des Programms skizziert Bundesminister Peter Altmaier in seinem Abschluss-Vortrag Perspektiven für Europa.

Das detaillierte Programm finden Sie unter: www.uni-saarland.de/ceus

Gefördert wird die Konferenz von der Stiftung ME Saar, der IHK des Saarlandes, der Staatskanzlei des Saarlandes, der ASKO EUROPA-STIFTUNG sowie der Universitätsgesellschaft.

Europa-Konferenz: Die erste Auflage der Konferenz im Jahr 2016 drehte sich um die Frage „Europa, quo vadis? Was macht einen Europäer aus?“. Das diesjährige Thema steht auch in Ergänzung zum CEUS-Forschungsschwerpunkt „Fluchtraum Europa“.  

Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Konferenzsprachen sind Deutsch, Französisch und Englisch (Simultanverdolmetschung Englisch-Deutsch wird teilweise zur Verfügung gestellt). Aus organisatorischen Gründen bitten wir um Anmeldung bis Dienstag, 6. November 2018, an ceus(at)uni-saarland.de


Veranstaltungsort:
Villa Europa, Kohlweg 7, 66123 Saarbrücken

Kontakt:
Anne Rennig (Geschäftsführung)
Europa-Kolleg / Collegium Europaeum Universitatis Saraviensis (CEUS)
E-Mail: ceus(at)uni-saarland.de
Tel.: +49 (0)681 302-4041
Website: www.uni-saarland.de/ceus