29.08.2012

Ein Laser für das peruanische Cusco

Saarbrücker Zeitung


Universitäts-Augenklinik unterstützt Projekt in dem südamerikanischen Land

Die Universitäts-Augenklinik hat einem peruanischen Augenzentrum einen aus Spenden finanzierten Netzhaut-Laser überreicht. Wegen der hohen UV-Strahlung erblinden in dem Land besonders viele Menschen.

Homburg. Jedes Jahr erblinden in der Region Cusco in Peru 7000 Menschen durch grauen Star. Seit mehreren Jahren operiert das Ceprece-Augenzentrum die ärmsten Bewohner Cuscos umsonst. Menschen, die wegen einer Netzhauterkrankung oder aufgrund von Diabetes erkranken, konnte bislang nicht geholfen werden. Für deren Behandlung ist ein Laser notwendig, der dort schlichtweg nicht vorhanden war.

Gestern nahm nun Dr. Frilo Silva, Direktor des Ceprece-Augenzentrums in der Klinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Saarland (UKS) einen aus Spenden finanzierten Netzhautlaser in Empfang. Rund 24 000 Euro kostete das Gerät. Mit Unterstützung des Rotary-Clubs Friedberg (Bayern), der Laserfirma Dieter Mann und des Initiativkreises Cusco konnten die notwendigen Spenden aufgetrieben werden. „Ich bin sehr froh über die Unterstützung“, sagte Silva.

Der Mediziner operiert bereits seit dem Jahr 2000 mit Unterstützung der Christoffel-Blinden-Mission die ärmsten Bewohner Cuscos. Jedes Jahr erlangen bis zu 600 Blinde durch ihn wieder ihr Augenlicht. 2010 wurde mit deutscher Hilfe die Ceprece-Augenklinik erbaut, was Silva die Arbeit erleichterte. Dennoch fahren er und sein Team zweimal pro Monat in entlegene Andendörfer, um dort Menschen zu operieren, die sich die Reise in die Stadt nicht leisten können.

Silva ist nun für drei Wochen an die Homburger Augenklinik gekommen, um den Netzhaut-Laser in Empfang zu nehmen und das Operieren mit dem Gerät zu lernen – bislang nur an Schweineaugen, doch bald will er auf diese Weise zahlreichen Peruanern zum Sehen verhelfen. Im Oktober werden zwei Homburger Spezialisten nach Cusco reisen, um Silvas Team bei den ersten Operationen beizustehen.

Dr. Arne Viestenz, einer der Spezialisten, erklärt, wie wichtig die Operationen sind: „Es gibt ein Sprichwort in Peru: Ein blinder Mann ist ein toter Mann.“ Und das treffe tatsächlich zu. Denn ein blinder Mann sei nicht mehr in der Lage, seine Familie zu ernähren. Lediglich 20 Prozent der Peruaner seien krankenversichert, die Mehrheit könne sich eine Behandlung nicht leisten. Da die UV-Belastung durch das Sonnenlicht in der Andenregion besonders hoch ist, erkranken dort viele Menschen bereits im Alter von 40 bis 50 Jahren an grauem Star. Die Kosten für eine Netzhautoperation liegen bei etwa 500 Euro. Weitere Spenden sind somit notwendig, beispielsweise um eine Speziallupe anschaffen zu können. noe

Das Projekt kann auch über Spenden unterstützt werden: Verein zur Förderung der Augenheilkunde, Kreissparkasse Saarpfalz, Konto: 10 10 40 23 84, BLZ: 594 500 10, Kennwort: Biom für Cusco.

Quelle:Saarbrücker Zeitung