21.09.2016

Frankoromanisten beleuchten in Saarbrücken Grenzbeziehungen und Beziehungsgrenzen

Zehnter Frankoromanistentag vom 28. September bis 1. Oktober

Mehr als 250 Linguisten, Literatur- und Kulturwissenschaftler sowie Fachdidaktiker aus ganz Deutschland und dem französischen Sprachraum kommen vom 28. September bis 1. Oktober zum zehnten Frankoromanistentag nach Saarbrücken. Aus verschiedenen Perspektiven setzen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit dem Thema „Grenzbeziehungen – Beziehungsgrenzen / Liaisons frontalières“ auseinander. Federführend organisiert wird der Kongress in der Fachrichtung Romanistik der Universität des Saarlandes von Professor Claudia Polzin-Haumann, Juniorprofessor Christoph Vatter und Hannah Steurer.

Der Kongress, der unter der Schirmherrschaft der Ministerpräsidentin des Saarlandes steht, wird am 28. September um 18 Uhr im Saarbrücker Schloss eröffnet.
Weitere Informationen und Programm unter:
www.uni-saarland.de/page/frankoromanistentag/start.html


Von Roma als Grenzgängerfiguren der Moderne über Grenzbeziehungen und Brückenschläge von Sprache zwischen digitalem und analogem Raum bis hin zur grenzüberschreitenden deutsch-französischen Fremdsprachendidaktik: Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beleuchten beim Kongress der Frankoromanisten vielfältige Fragestellungen aus literatur- kultur-, sprach- wie auch übersetzungswissenschaftlicher und didaktischer Perspektive. „Grenzbeziehungen – Beziehungsgrenzen / Liaisons frontalières“ lautet das Thema des Jubiläumskongresses.

„Das Rahmenthema greift die besondere Lage des Kongressortes Saarbrücken im Grenzraum zwischen Deutschland, Frankreich, Belgien und Luxemburg und im Herzen der Großregion SaarLorLux auf und verweist auf das hier so wichtige Element der Grenze, die zum einen als Trennendes, Barriere oder Bruchlinie, zum andern aber auch als Verbindendes, Kontaktraum oder fruchtbare Reibungszone zur Freisetzung von Kreativität verstanden werden kann. Gleichzeitig ist das Thema der Grenze natürlich hoch aktuell und politisch relevant“, erklärt Professor Claudia Polzin-Haumann von der Universität des Saarlandes, die den Kongress gemeinsam mit Juniorprofessor Christoph Vatter und Hannah Steurer organisiert.

In 18 Sektionen gehen die Wissenschaftler verschiedensten Fragen auf den Grund und beleuchten die Facetten von Grenzbeziehungen und Beziehungsgrenzen.

Am 29. September findet um 20 Uhr im Rathausfestsaal eine Lesung von Jean-Philippe Toussaint mit anschließender Diskussion statt. Seit der Veröffentlichung seines Romans „La Salle de bain“ (1986) ist der frankophone Belgier, der abwechselnd in Brüssel und auf Korsika lebt, einer der bekanntesten französischsprachigen Schriftsteller. Grenzen und Entgrenzungen sind ein zentrales Thema seines Werks, wie bei „Football“ (2015) oder „Cycle de Marie“ (2014). Die Lesung findet statt in Zusammenarbeit mit dem Saarbrücker Institut français.

Die Paderborner Professorin Jutta Langenbacher-Liebgott stellt in einer weiteren Plenarveranstaltung – ebenfalls am 29. September – die französische Sprache zwischen den Herausforderungen politisch-kultureller Verflechtungen, zwischen Abgrenzung und Grenzüberschreitung in den Mittelpunkt.

Professor Ulrich Pfeil (Metz) und Professor Corine Defrance (Paris), die beide zu den besten Experten für die deutsch-französischen Beziehungen gehören, zeigen in einem kulturwissenschaftlichen Vortrag am 30. September auf, wie es Deutschen und Franzosen nach dem Zweiten Weltkrieg gelang, über eine kontinuierliche Steigerung der grenzüberschreitenden Kontakte und Dialoge das Misstrauen zu überwinden, so dass beide Länder heute oftmals als Modell für eine geglückte Versöhnungsgeschichte präsentiert werden.

Der Kongress wird unter anderem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

www.uni-saarland.de/page/frankoromanistentag/start.html


Kontakt: Prof. Dr. Claudia Polzin-Haumann;
Tel. (0681) 302-4306; E-Mail: polzin-haumann@mx.uni-saarland.de


Hinweis für Hörfunk-Journalisten: Telefoninterviews in Studioqualität sind über Rundfunk-Codec möglich (IP-Verbindung mit Direktanwahl oder über ARD-Sternpunkt 106813020001). Interviewwünsche bitte an die Pressestelle (0681/302-64091 oder -2601).