Donnerstag, 29. November 2018

Neuer Weiterbildungsmaster „Sprechwissenschaft und Sprecherziehung“

Die Universität des Saarlandes bietet ab dem Sommersemester 2019 ein kommunikationspädagogisches Weiterbildungsstudium an: Der berufsbegleitende Masterstudiengang vermittelt wissenschaftliche und pädagogische Kompetenzen im Bereich Kommunikation und Rhetorik. Interessenten können sich bis zum 28. Februar 2019 bewerben.

Die Professionalisierung kommunikationspädagogischer Kompetenzen steht im Mittelpunkt des fünfsemestrigen, gebührenpflichtigen Weiterbildungsstudiengangs „Sprechwissenschaft und Sprecherziehung“. „Wir vermitteln ein breites didaktisch-methodisches Wissen um Kommunikationsprozesse und -probleme“, erklärt der fachliche Leiter des Studiengangs Norbert Gutenberg, Professor für Sprechwissenschaft und Sprecherziehung an der Universität des Saarlandes. Zur Zielgruppe gehören Führungskräfte mit akademischem Abschluss, die Kommunikationstraining in der beruflichen Weiterbildung anbieten wollen, beispielsweise für Unternehmen, Medien, Volkshochschulen oder Akademien. Darüber hinaus richtet sich der Studiengang an Interessenten mit abgeschlossener einschlägiger Berufsausbildung und einer einschlägigen mindestens dreijährigen Berufspraxis. Solche Interessenten müssen eine Eignungsprüfung ablegen.

Das Studium, das insgesamt zwölf Module umfasst, wird im so genannten Blended Learning-Format durchgeführt: Die ersten Module erarbeiten sich die Studierenden im Fernstudium, während die Didaktik-Module im zweiten Teil des Studiums das Gelernte in der Anwendung vertiefen und daher teilweise in Saarbrücken stattfinden. Inhaltlich werden zunächst die Grundlagen von Sprechwissenschaft und Sprecherziehung sowie die Rhetorik vermittelt – „also das Wissen und Können, Kommunikationsprozesse optimal zu gestalten“, erläutert Norbert Gutenberg. Dabei sei nicht nur der funktionale Aspekt wichtig, sondern auch der ethische: „In der politischen Bildung muss man überredungskritisch werden, also Manipulationen durchschauen können.“ Wie man Gesprächspartner beispielsweise in politischen, wissenschaftlichen oder religiösen Diskursen überzeugt und Argumente für die eigene Position findet, lernen Studierende im Modul „Argumentation und Topik“.

Um Kommunikationsprozesse für Unternehmen, Vereine, Parteien oder Gewerkschaften geht es in einem Modul, das auch die interkulturelle Kommunikation behandelt. „Ein weiteres Modul, ‚Medienrhetorik‘, beinhaltet insbesondere die Rhetorik für Rundfunk und Fernsehen, zielt also auf die Aus- und Weiterbildung für Journalisten“, erläutert Norbert Gutenberg. Den didaktisch und methodisch richtigen Einsatz digitaler Medien vermittelt das Modul „Medientechnologie“, in dem Studierende unter anderem lernen, Webinare oder Fernkonferenzen zu gestalten.
 
Das Vortragen von Literatur ist Gegenstand der Lehreinheit „Ästhetische Kommunikation“. Diese richte sich beispielsweise an künstlerische Sprecherzieher an Schauspielschulen oder an Textpädagogen, die als Sprechtrainer arbeiten, sagt Gutenberg. Inhaltlich sei das eher ein Randbereich des Ausbildungskonzepts. „Allerdings setzt dieses Training sehr oft bestimmte Kreativitäten frei, die sich auf kommunikative Fähigkeiten außerhalb von Textsprechen auswirken“, weiß der Professor für Sprechwissenschaft und Sprecherziehung. Auch die „Elementarprozesse“ mündlicher Kommunikation sind Gegenstand des Masterprogramms. Gemeint sind die Prozesse von Atmung, Stimme und Lautung. „Menschen in redenden Berufen belasten die Stimme mehr, als es für diese normal ist“, erklärt Gutenberg. Das Modul lehre, beispielsweise Stimmbildung für redende Berufe zu unterrichten. „Allerdings lernen die Studierenden hier nicht, Therapien für Sprach- und Sprechstörungen durchzuführen – aber: Die muss man erkennen können“, betont der Hochschullehrer und Sprecherzieher.

Mögliche Berufsfelder für Absolventen reichen von einer freiberuflichen Tätigkeit als Dozent für Rhetorik und Kommunikation über eine angestellte Position in der beruflichen Weiterbildung bis zu Hochschultätigkeiten. Durch die enge Verknüpfung von Theorie und Praxis ergeben sich vielfältige Berufsfelder in Wirtschaft und Verwaltung sowie Schulen und Hochschulen.

Zugang: Bewerben können sich Hochschulabsolventen mit einem ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss und einer mindestens einjährigen einschlägigen Berufstätigkeit. Zudem richtet sich der Studiengang an beruflich Qualifizierte mit mindestens dreijähriger einschlägiger Berufserfahrung, nach Bestehen einer Eignungsprüfung.

Eine Bewerbung für das Sommersemester 2019 ist bis zum 28. Februar 2019 möglich.
(Die erste Kohorte beginnt im April 2019; danach ist eine Zulassung immer nur zum Wintersemester möglich).

Die Kosten des Studiengangs betragen für die ersten vier Semester jeweils 2300 Euro, ab dem fünften Semester 1150 Euro. Die Bewertung der Masterarbeit kostet einmalig 500 Euro. Neben dem Studienentgelt ist ein Sozialbeitrag an das Studierendensekretariat von derzeit 105 Euro zu entrichten.

Begleitet wird der Weiterbildungsstudiengang vom „Continuing Education Center Saar“ (CEC Saar) – einer gemeinsamen Einrichtung der Universität des Saarlandes und der Hochschule für Technik und Wirtschaft. Sie bündelt die Aktivitäten der beiden Hochschulen in der wissenschaftlichen Weiterbildung und unterstützt die Entwicklung, Vermarktung und Organisation von Weiterbildungsangeboten.

Weitere Infos unter:
https://cecsaar.de/
https://www.uni-saarland.de/master/studienangebot/aufbau/sprechwissenschaft/info.html

Kontakt:
Prof. Dr. Norbert Gutenberg
Sprechwissenschaft und Sprecherziehung Universität des Saarlandes
Tel.: +49 (0)681-302 2502
E-Mail: n.gutenberg@mx.uni-saarland.de