Mittwoch, 16. Januar 2019

Interregionaler Wissenschaftspreis der Großregion: Magnetismus-Netzwerk ausgezeichnet

Forschungsergebnisse des Europäischen Magnetismus-Netzwerks machen Motoren leistungsfähiger, Bauteile kleiner, Materialprüfung zuverlässiger und Produktionskosten geringer: Die Universitäten des Saarlandes, Lothringen, Lüttich, Luxemburg und Kaiserslautern arbeiten mit weiteren europäischen Forschergruppen auf internationalem Niveau. Die Partner bilden gemeinsam Studenten aus, nutzen Forschungsgeräte zusammen, vernetzen Wissenschaftler, geben ihr Know-how an Unternehmen weiter, verbessern Produkte und Produktion. Am 15. Januar erhielt das Netzwerk im Rahmen der fünften Fachministerkonferenz für Hochschulwesen und Forschung der Großregion auf dem Campus Belval der Universität Luxemburg den mit 35.000 Euro dotierten Interregionalen Wissenschaftspreis der Großregion.

www.magnetometry.eu

Magnetische Phänomene nutzen wir alle heute im Alltag – und das nicht nur, um Zettel am Kühlschrank zu befestigen. Magnetismus steckt hinter Sensoren, ABS-Systemen oder Fensterheber-Motoren im Auto, in Computerfestplatten, in Elektrogeräten, medizinischen Diagnoseverfahren. Viele technische Neuentwicklungen beruhen auf Forschungsergebnissen zu dieser unsichtbaren Kraft. „Unsere Großregion ist ein starkes Zentrum der angewandten Magnetismus-Forschung. In unserem Netzwerk bündeln wir diese Kompetenzen, wir entwickeln völlig neuartige Materialien, Bauelemente und Verfahren, um Produkte und Produktion zu verbessern“, sagt Professor Uwe Hartmann von der Universität des Saarlandes. Der Experimentalphysiker initiierte das Magnetismus-Netzwerk im Jahr 2012 und koordiniert es jetzt gemeinsam mit Dr. Thomas Hauet und Prof. Stéphane Mangin von der Universität Lothringen sowie Prof. Burkard Hillebrands, Prof. Martin Aeschlimann und Dr. Philipp Pirro von der Technischen Universität Kaiserslautern. Inzwischen erweiterte sich der Kreis des Netzwerks, das nun auch europaweit agiert: Neben den Universitäten Luxemburg und Lüttich sind auch weitere Partner aus Frankreich, Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Slowenien, Dänemark, Italien, Polen, Estland und Spanien beteiligt.

Vom Netzwerk profitieren Studentinnen und Studenten sowie Nachwuchsforscher: etwa durch gemeinsame Vorlesungen, Forschungsaufenthalte oder Vorträge und Seminare der internationalen Spezialisten verschiedener Fachgebiete von den beteiligten Universitäten. Die Forscherinnen und Forscher tauschen sich intensiv aus und nutzen teure Forschungsgeräte zusammen. Durch das Netzwerk verfügen sie über zahlreiche, teils weltweit einzigartige Spezialgeräte, etwa um Materialproben zu analysieren. Inzwischen ist aus der Kooperation eine große Zahl gemeinsamer Forschungsergebnisse und wissenschaftlicher Publikationen hervorgegangen.

Vor allem die Wirtschaft hat Vorteile: Das Netzwerk erleichtert es, dass Ergebnisse aus der Grundlagenforschung in die Industrie gelangen, und der Technologietransfer in der Großregion wird gestärkt. „Viele Branchen können von unseren Neuentwicklungen, Technologien und Mikroskopie-Verfahren profitieren, darunter Automobilzulieferer, metallerzeugende und verarbeitende Industrie, Messtechnik- und Sensorik-Hersteller, Maschinenbauer, Medizintechniker, Verkehrsleittechnik- oder Sicherheitsfirmen. Vor allem auch kleinere und mittlere Firmen können unser Know-how nutzen, um zukunftsfähig zu arbeiten“, erklärt Hartmann. Die Unternehmen können sich mit ihren Vorhaben oder Problemstellungen an die Experten des Netzwerks wenden, die individuelle Lösungen entwickeln und auch beraten und schulen. So sind inzwischen zahlreiche Unternehmen vor allem aus der Großregion am Netzwerk beteiligt.

Das Magnetismus-Netzwerk wurde im Rahmen des Interreg-Programms von der EU gefördert, von der Universität der Großregion und der Region Lothringen kofinanziert.
Das Netzwerk konnte sich auf die enge Zusammenarbeit der beteiligten Universitäten stützen: Es ist eingebunden in den Hochschulverbund „Universität der Großregion“, der grenzüberschreitend sechs Universitäten (des Saarlandes, Lothringen, Luxemburg, Lüttich, Kaiserslautern und Trier) in Deutschland, Luxemburg, Frankreich und Belgien in Forschung und Lehre vernetzt und die Mobilität von Studenten und Wissenschaftlern erleichtert.

Der Interregionale Wissenschaftspreis „Exzellenznetze in der Großregion“http://www.grossregion.net/Aktuelles/2018/Die-Grossregion-verleiht-den-Interregionalen-Wissenschaftspreis wird alle zwei Jahre im Rahmen der interministeriellen Fachkonferenz „Hochschulwesen und Forschung" der Großregion verliehen. Erstmals ausgelobt wurde er im Jahr 2003, um die wissenschaftliche Zusammenarbeit und Vernetzung sowie die Profilierung des interregionalen Wissenschaftsraums nach innen wie nach außen zu würdigen und zu verstärken.

Der Preis wurde am 15. Januar im Rahmen der fünften Fachministerkonferenz für Hochschulwesen und Forschung der Großregion auf dem Campus Belval der Universität Luxemburg verliehen.

Ein weiterer Preis in Höhe von 10.000 Euro, den die SaarLB fördert, ging an ein grenzüberschreitendes Projekt zur „Früherkennung und Prognose der Parkinson-Krankheit in Luxemburg und im Saarland“ der Universität Luxemburg (Prof. Dr. Rejko Krüger) und der Universität des Saarlandes (Prof. Dr. Andreas Keller).


Weitere Informationen:
Prof. Dr. Uwe Hartmann, Lehrstuhl für
Nanostrukturforschung und Nanotechnologie der Universität des Saarlandes
Tel. (0681) 302-3799 oder -3798; E-Mail: u.hartmann@mx.uni-saarland.de

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