03.05.2017

Die Ringvorlesungen der Saar-Universität in der 19. Kalenderwoche

Die Universität des Saarlandes bietet im Sommersemester wieder öffentliche Vortragsreihen an, die sich an ein breites Publikum richten. Der Eintritt ist frei.

  

1. Ringvorlesung „Literatur und Geschichte“

Montag, 8. Mai 2017, 19 Uhr, Rathausfestsaal:
„Evangelien als faktuale Erzählungen – Narration und Geschichte“

(Prof. Martin Meiser, Evangelische Theologie)

Neutestamentliche Wissenschaft analysiert die Evangelien seit längerem mit den Methoden moderner Narratologie; diese wurden meist an fiktionalen Texten entwickelt und waren ursprünglich auf die Analyse intratextueller Welten beschränkt. Neuere narratologische Ansätze thematisieren die bisher häufig ausgeblendeten Kontext- und  Wirklichkeitsbezüge narrativer Texte und fokussieren damit auf Probleme, die sich der Theologie aufgrund der problematischen Wirkungsgeschichte mancher biblischer Texte schon lange aufgedrängt hatten. Die Evangelien geben sich als Bericht von wirklich Geschehenem, müssen dann aber auch kritisch daraufhin befragt werden, inwieweit ihr Bild bestimmter historischer Personen und Gruppen mit dem vereinbar ist, was sich aus historischer Perspektive halbwegs verantwortungsvoll sagen lässt. Es zeigt sich die Notwendigkeit, ein Ethos der Produktion und Rezeption konflikthaltiger Texte zu begründen.

Alle Termine sowie Infos zu den einzelnen Vorträgen unter:  
http://literaturarchiv.uni-saarland.de/ringvorlesung


2. Ringvorlesung „Die Reformation zwischen Revolution und Renaissance II“

Mittwoch, 10. Mai, 19 Uhr, Lesecafé der Stadtbibliothek Saarbrücken (Gustav-Regler-Platz 1, 66111 Saarbrücken):
„Der Pluralismus der radikalen Reformation“

(Prof. Wolfgang Behringer, Geschichte)

Das Prinzip des „allgemeinen Priestertums der Gläubigen“ führte noch in den 1520er Jahren zu einer unlaublichen Meinungsvielfalt. Während Luther zurückzurudern begann, gingen die so genannten „radikalen Reformatoren“ ihre eigenen Wege: Sie fanden zu jenen Extremen des Denkens, die wir – vom Individualismus bis zum Kommunismus und von der Toleranz bis zum Terrorismus – heute noch kennen. Innerhalb von weniger als zehn Jahren sehen wir hier den Fahrplan der Moderne vor uns.

Hier finden Sie alle Termine der Ringvorlesung.


3. Ringvorlesung „Bunte Einheit im Klassenzimmer? – Herausforderung Heterogenität“:

Mittwoch, 10. Mai, 18 Uhr, Unicampus, Gebäude B3 1(Großer Hörsaal 0.14):
„ … auch die Spitzen im Blick haben …Hohe Begabung und hohe Leistungen in der Schule“

(Prof. Jörn Sparfeldt & Prof. Franziska Perels, Bildungswissenschaften)

Seit jeher unterscheiden sich Schülerinnen und Schüler in Bezug auf Begabung und Leistungen. Lange erfuhren Schüler mit schwächeren Schulleistungen besondere pädagogische Zuwendung, während (potenziell) leistungsstarke „irgendwie mitliefen“. Die zunehmende Diskussion um (Hoch-)Begabung und (Hoch-)Leistung, aber auch die im internationalen Vergleich geringen Anteile deutscher Schüler in den obersten Kompetenzbereichen der Schulleistungs-Vergleichsstudien lenken die Aufmerksamkeit verstärkt auf (potenziell) Leistungsstarke und ihren Förderbedarf. Idealerweise sollte Schule allen Schülern optimale Fördermöglichkeiten bieten.

Vor diesem Hintergrund zeigt der Vortrag die schulische und außerschulische Lebenssituation und Bildungsbiographie von hochbegabten und von hochleistenden Schülerinnen und Schülern. Daran anknüpfend werden Ansätze verglichen, wie diese Schüler gefunden und gefördert werden können. Diese sind auch Bestandteil der SaLUt-Lernwerkstatt „Bildungswissenschaften“, die darauf zielt, Lehramtsstudierende auf den kompetenten Umgang mit heterogenen Lernvoraussetzungen und auf die Gestaltung individueller Lehr- und Lernsituationen bei (hochbegabten und hochleistenden) Schülern vorzubereiten.

Weitere Infos und das Vortragsprogramm finden Sie hier: www.salut.saarland