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22.09.2021

Projekt „Borderland Stories“ mit ukrainischen und saarländischen Studierenden hat begonnen

© Borderland Stories

Über 30 Studierende aus der Großregion und der Ukraine arbeiten gemeinsam in multimediale Projekten Grenzgeschichten in und um Europa auf. Der interkulturelle Austausch und die Kooperation mit ukrainischen Filmemachern wird unterstützt durch ein breit aufgestelltes Team mit unterschiedlichster Expertise aus Kultur-, Sprach- und Medienwissenschaften sowie den Border Studies. Gefördert wird das Projekt mit Mitteln der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) und vom Auswärtigen Amt.

Gemeinsam mit der Petro Mohyla Black Sea National University in Mykolajiw (Ukraine) freut sich das Team um Astrid M. Fellner, Professorin für Nordamerikanische Literatur- und Kulturwissenschaften an der Universität des Saarlandes, über Förderung für ein innovatives interkulturelles Multimediaprojekt in der Lehre im boomenden Bereich der Grenz(raum)studien. „Dieses Projekt bietet uns eine einzigartige Gelegenheit, voneinander zu lernen – auf wissenschaftlicher Ebene, in der Lehre und gerade auch im alltagsweltlichen Umgang mit Grenzen, insbesondere in Krisenzeiten“, so die federführende Wissenschaftlerin dazu. 

Keimzelle der Projektzusammenarbeit ist das UniGR-Center for Border Studies; die ukrainischen und saarländischen Partner wollen kultur-, sprach-, gesellschafts- und medienwissenschaftliche Inhalte in einen produktiven Dialog rund um das Thema Grenzen bringen. Die Studierenden erstellen im interkulturellen Kontext Multimedia-Projekte in Form von Landing Pages zu den von ihnen gemeinsam erarbeiteten „Grenzgeschichten“, den Borderland Stories, in der Großregion und in der Ukraine. Zum Projektbeginn im September erhalten sie in der ersten Projektphase „Mediating Borders“ Einblick in verschiedene theoretische und methodologische Kernkompetenzen. Das ukrainische Journalistenteam Tetiana Koliesnechenko und Yaroslav Cherepushko sowie die renommierten Filmemacher Vladislav Robski und Constantin Iskra gewähren den Studierenden Einblick in die praktische Arbeit der (Krisen-)Berichterstattung und teilen ihre Erfahrungen in der Arbeit insbesondere an, um und über die sich verschiebenden und umkämpften ukrainischen Grenzen. Dr. Lisa Johnson vermittelt den Studierenden das notwendig ethnographische Rüstzeug und diskutiert ethische Fragen rund die Arbeit mit Quellen/Informantinnen und Informanten.

Die Förderung durch das Programm „MEET UP! Youth for Partnership“ der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) und vom Auswärtigen Amt stellt interkulturelle Begegnungen und internationalen Austausch gerade im Kontakt mit Osteuropa in den Mittelpunkt. Dank der Unterstützung in Höhe von rund 30.000 Euro für den Zeitraum vom 01.08. bis 31.12.2021 konnte nicht nur ein interdisziplinäres Team von Dozierenden mit Expertise im Bereich der Border Studies, Kulturwissenschaften, Sprachwissenschaften, Medienwissenschaften und der Ethnologie/Anthropologie zusammengestellt werden. Zudem erhalten die Master-Studierenden der Border Studies, Amerikanistik (UdS) und der englischen Philologie (PMBSNU) Hilfestellung durch ein transdisziplinäres Service-Team aus der Praxis in Person von Journalistinnen und Journalisten sowie und Filmemachern.

Die zweite Phase („Doing Cultural Border Studies“), die im Oktober beginnt, ist für die Feldforschung der Studierenden reserviert. Sie sammeln und erstellen ihre Inhalte in Form von Interviews, Podcasts, Kurzfilmen, Comics, Animationen, Fotostories etc. Hierbei erhalten sie fachkundige Anleitung seitens der Lehrenden und auch materielle Unterstützung zur Erstellung des eigenen multimedialen Materials. In der Produktionsphase werden sie von den international bekannten Sound- und Videotechniker Clayton Johnson sowie dem Saarbrücker Fotografen Marco Kany begleitet.

Durch die Erforschung verschiedener alltagsweltlicher Grenzen, Grenzrealitäten und Grenzerfahrungen sowie durch die gemeinsame Arbeit in gemischten Teams lernen die Studierenden auf beiden Seiten voneinander und führen auch ihre Projekte produktiv zusammen. Abschließend werden die erstellten Landing Pages veröffentlicht und die Multimediaprojekte anlässlich des „UdS American Studies Graduate Forum“ vom 2. bis 4. Dezember der Öffentlichkeit präsentiert. Durch die gemeinsame Arbeit an multimedialen Projekten ermöglicht Borderland Stories den teilnehmenden Studierenden beider Institutionen, in einen produktiven Dialog über die sie umgebenden Grenzregionen zu treten. Damit soll ein grenzüberschreitender Austausch über gelebte Erfahrung und akademische Studien hergestellt werden.

Kontakt:
Tobias Schank, M.A.
Projektkoordinator "Borderland Stories"
E-Mail: tobias.schank(at)uni-saarland.de  

Weiterführende Links:
Projekt auf den Lehrstuhl-Seiten von Prof. Fellner: www.amerikanistik.uni-saarland.de/research-projects
UniGR-Center for Border Studies: http://cbs.uni-gr.eu/en
Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ): www.stiftung-evz.de