24.09.2021

Universitätsprofessor Dr. Dr. h.c. Rudolf Richter wird 95 Jahre alt

© Universität des SaarlandesProf. Dr. Dr. h.c. Rudolf Richter

Am 28. September kann der emeritierte Professor für Nationalökonomie, insbesondere Wirtschaftstheorie an der Universität des Saarlandes und Ehrendoktor der Universität Mannheim Dr. Rudolf Richter seinen 95. Geburtstag begehen.

Der in Berlin geborene Jubilar, der bis 2020 geschäftsführend die Arbeitsstelle für Neue Institutionenökonomik an der Universität des Saarlandes leitete, studierte Wirtschaftswissenschaften an der Johann Wolfgang von Goethe Universität Frankfurt. Nach seiner Habilitation führte ihn ein Rockefeller-Stipendium unter anderem an die University of Michigan (Ann Arbor) und das Massachusetts Institute of Technology. Nachdem er von 1961 bis 1964 an der Universität Kiel als ordentlicher Professor für Volkswirtschaft gewirkt hatte, wechselte er 1964 an die Universität des Saarlandes und hielt Saarbrücken trotz ehrenvoller Rufe an die Universitäten Regensburg, Berlin und Mannheim stets die Treue.

Als einer der führenden Repräsentanten der theoretischen Makroökonomik, als Pionier der modernen Institutionenökonomik und Organisator der internationalen Wallerfangen Tagungen prägte er maßgeblich das international herausragende Profil der Saarbrücker Wirtschaftswissenschaften. Durch Gastprofessuren und Forschungsaufenthalte pflegte er vielfältige Verbindungen zu amerikanischen Universitäten und widmete sich intensiv der von ihm initiierten Partnerschaft mit der University of Michigan (Ann Arbor). Zahlreichen Studierenden der Volks- und Betriebswirtschaft der Universität des Saarlandes bot er die Möglichkeit, ein akademisches Jahr an der University of Michigan zu verbringen unter Anerkennung ihrer dortigen Prüfungsleistungen an der Universität des Saarlandes.

Neben der Mitarbeit in mehreren Ausschüssen der Deutschen Forschungsgemeinschaft agierte der Jubilar als Herausgeber der Zeitschrift für die gesamte Staatswissenschaft, die er im Zuge der Anglisierung ihrer Beiträge zu den Wirtschaftswissenschaften zum „Journal of Institutional and Theoretical Economics" umfirmierte. Er war ferner Vorsitzender des Ausschusses für Geldtheorie und Geldpolitik des "Vereins für Socialpolitik" und leitete als Dekan die Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität des Saarlandes von 1971 bis 1973 – also in der Zeit der Umstellung von altem auf neues Hochschulrecht.

Auch nach seiner Emeritierung blieb Prof. Richter in Wissenschaft und Forschung aktiv. So erschienen beispielsweise 2010 die vierte Auflage seines mit Eirik G. Furubotn verfassten und auch in englische, russische und chinesische Sprache übersetzten Lehrbuchs „Neue Institutionenökonomik" und 2015 seine „Essays on New Institutional Economics“. Weiterhin gab er die Lehrbuchreihe „Neue ökonomische Grundrisse" des Mohr - Siebeck Verlags heraus und ist einer der Gründer der „International Society for New Institutional Economics“. 2018 legte er seine memoirenartige Dokumentation „Studium und Lehre der Wirtschaftswissenschaften: Westdeutschland nach 1945“ (bei Mohr - Siebeck, Tübingen) und 2020 seine „Theoretische Volkswirtschaftslehre – eine persönliche Kurzfassung“ beim Baden-Badener Tectum Verlag vor.