Qualität von Studium und Lehre im Blick

Qualität von Studium und Lehre im Blick


Qualitätsbüro der Universität des Saarlandes unterstützt Fachrichtungen und Studenten bei Verbesserungen im Bereich Lehre und Studium

Am Montag zwei Klausuren, Dienstag Referat, Mittwoch wieder zwei Klausuren – eine solche Arbeitsbelastung der Studenten wurde bei den bundesweiten Protesten kritisiert. Die sinnvolle Verteilung der Arbeitsbelastung für Studenten ist auch an der Saar-Uni ein wichtiges Ziel. Um dieses Ziel umzusetzen, wurden beispielsweise die Prüfungszeiträume entzerrt. »Seit den Dozenten der Zeitdruck der Studenten bewusster ist, verschieben einige ihre Prüfungstermine auch in die Semesterferien. So können sich die Studenten besser vorbereiten«, sagt Tina Hellenthal-Schorr vom Qualitätsbüro. Aber natürlich bleibt der Abstimmungsbedarf hoch. Das Qualitätsbüro der Saar-Uni unterstützt die Fachvertreter dabei, den Studienalltag und die Prüfungen möglichst reibungslos zu gestalten. Seine Mitarbeiterinnen versuchen, Schwachstellen in Studiengängen aufzuspüren und gemeinsam mit den Betroffenen zu überlegen, wie diese ausgeräumt werden können.

Das Qualitätsbüro ist beim Vizepräsidenten für Lehre und Studium, Professor Manfred Schmitt, angesiedelt und Teil des Präsidialbüros. Es hält engen Kontakt zu Studenten und Dozenten, führt Befragungen durch und unterstützt die Fächer dabei, die Studien- und Prüfungsorganisation zu optimieren. Wenn neue Studiengänge eingeführt oder bestehende Studiengänge geändert werden sollen, berät das Qualitätsbüro die Fachvertreter bei der Konzeption und achtet darauf, dass die neuen Studiengänge bundesweite und europäische Qualitätsstandards erfüllen. Auch Studenten mit Verbesserungsvorschlägen können das Qualitätsbüro als Anlaufstelle nutzen.

Entstanden ist das Qualitätsbüro vor zwei Jahren aus der 2002 gegründeten AG Evaluation sowie dem 2005 eingerichteten Bologna-Büro. »Wir haben gemerkt, dass im Hinblick auf die Studienqualität viele Fragen zusammengehören und dass wir die Fächer am besten unterstützen können, wenn wir gut vernetzt sind«, berichtet Tina Hellenthal-Schorr. Sie wird von Katrin Baltes, Kathrin Berger, Sonja Schwarz und Katrin Vogel unterstützt. Auch der Leiter des Präsidialbüros, Thilo Offergeld, ist eingebunden.

Um die Studienqualität nachhaltig zu verbessern, führt das Qualitätsbüro Befragungen wie beispielsweise das »kritische Studierendenfeedback« durch. Es dient dazu, die Einführung der neuen Studiengänge zu begleiten und zu prüfen, ob sie praxistauglich sind. Die Mitarbeiterinnen des Qualitätsbüros gehen dazu in verschiedene Lehrveranstaltungen und sprechen mit den Studenten. Dabei stellen sie ihnen Fragen wie: »Sind alle notwendigen Informationen über den Studiengang aktuell und verfügbar?« oder »Empfinden Sie die Anzahl der Prüfungen als angemessen?« Anschließend werden die Ergebnisse ausgewertet und mit den Fachvertretern besprochen. »Dabei stellen wir immer wieder fest, dass die Dozierenden sehr an der Rückmeldung der Studierenden und an einer Verbesserung der Studiensituation interessiert sind. Sehr häufig haben die Dozierenden selbst Ideen, wie auf Probleme reagiert werden kann«, sagt Katrin Baltes. Zum Teil können die Lösungen aus einem Fach auch in anderen Fächern weiterhelfen.

Damit auch unabhängig von konkreten Befragungen eine Anlaufstelle für Anregungen und Fragen rund um das Thema Qualität in Lehre und Studium zur Verfügung steht, hat das Präsidium zum Wintersemester 2007/08 die »Kontaktstelle Studienqualität« eingerichtet, die ebenfalls vom Qualitätsbüro betreut wird. Die Kontaktstelle ist über die E-Mailadresse studienqualitaet(at)uni-saarland.de zu erreichen. Dorthin können Studenten und Dozenten diejenigen Fragen, Anliegen und Beschwerden richten, die nicht direkt vor Ort geklärt werden konnten oder für die sie den Ansprechpartner nicht kennen. Die Mitarbeiterinnen des Qualitätsbüros gehen dann den Problemen nach und vermitteln gegebenenfalls zwischen den Beteiligten. Über 200 Anfragen hat das Qualitätsbüro bisher bekommen. »Häufig geht es um Überschneidungen bei Lehrveranstaltungen, Probleme mit der Betreuung von Studierenden oder um Fragen zur Prüfungsorganisation«, sagt Sonja Schwarz, die viele Anfragen bearbeitet hat. »Wir suchen dann mit den Verantwortlichen im Fach nach einer Lösung oder ermitteln fehlende Informationen; die Studierenden bleiben dabei selbstverständlich anonym.«

Um speziell die Arbeitsbelastung der Studenten zu erfassen, gibt es die E-Mail-Adresse workload(at)uni-saarland.de. Die normale Arbeitsbelastung bei einem Vollzeitstudium wird bundesweit mit 40 Stunden pro Woche angesetzt. Wird die Stundenzahl deutlich überschritten, sucht das Qualitätsbüro auch hier gemeinsam mit den Verantwortlichen in den Fächern nach Lösungen. Die Zusammenarbeit mit Studenten und Mitarbeitern der Universität ist in der Regel sehr positiv. »Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Beteiligten gesprächsbereit sind und konstruktiv nach Lösungen suchen«, sagt Katrin Vogel. Aber natürlich kann nicht alles beliebig verändert werden. Es gibt Rahmenbedingungen auf Bundesebene, rechtliche Vorgaben und Vereinbarungen, die manchmal Grenzen setzen. »Und natürlich muss man aufpassen, dass nicht durch die Lösung des Problems eines Studierenden neue Probleme für andere Studierende entstehen. Das kann beispielsweise passieren, wenn Veranstaltungen verschoben werden«, so Kathrin Berger. Wichtig ist also, den Überblick zu behalten und die Studienqualität systematisch durch die Verbesserung der Strukturen und Prozesse weiter voranzubringen. Genau dieser Ansatz steht auch im Mittelpunkt der Vorbereitungen zur Überprüfung des Qualitätsmanagementsystems durch externe Gutachter. Diese beleuchten im Rahmen einer sogenannten Systemakkreditierung die Strukturen und Prozesse im Bereich von Lehre und Studium dahingehend, ob sie die Studienqualität an der Saar-Uni gewährleisten können. Damit kann die Saar-Uni eine Art TÜV-Siegel für ihr Qualitätsmanagementsystem Lehre und Studium erhalten.

_Irina Urig