Kompass für interkulturelle Kompetenz

Kompass für interkulturelle Kompetenz


Ein Kompass hilft dabei, sich in der Welt zurechtzufinden, wenn man mit ihm umzugehen weiß. Viele Studenten gehen während ihrer Studienzeit ins Ausland und sammeln dort wertvolle Erfahrungen, die im späteren Berufsleben nützlich sind. Aber auch die Studenten, die zu Hause bleiben, können direkt auf dem Uni-Campus interkulturelle Kompetenzen erwerben, und schließlich sammeln ihre ausländischen Kommilitonen auch hier in Deutschland wichtige Erfahrungen. Diese vielfältigen interkulturellen Kompetenzen können sich die Studenten nun vom International Office der Saar-Uni im so genannten Kompetenz Pass, kurz KomPass Internationales bescheinigen lassen und so bei späteren Bewerbungen eine Art Zeugnis vorlegen. Das Angebot gilt auch für Doktoranden.

International geht es auf dem Campus der Saar-Uni zu, knapp 16 Prozent der Studenten kommen aus dem Ausland und schaffen so eine weltoffene Atmosphäre. Ein ideales Umfeld also, um interkulturelle Kompetenzen zu erwerben. »An der Uni gibt es an unterschiedlichen Stellen viele kleine Angebote in dieser Richtung, beispielsweise Bewerbertrainings auf Französisch oder internationale Stammtische. All diese Optionen werden nun in dem KomPass Internationales zusammengefasst. So können die Absolventen einem potenziellen Arbeitgeber später ein Dokument vorlegen, das ihnen auch offiziell ihre interkulturellen Kompetenzen bescheinigt «, sagt Bettina Jochum vom International Office.

Das Angebot wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gefördert und richtet sich an deutsche und ausländische Studenten und Doktoranden. Insgesamt werden zwei Schwerpunkte des KomPass Internationales angeboten:»Mobilität« und »Integration und kulturelle Vielfalt «. In beiden Modulen absolvieren die Studenten und Doktoranden zunächst ein Training zur interkulturellen Sensibilisierung beim Zentrum für Schlüsselkompetenzen. Danach müssen die Teilnehmer mindestens zwei Wahlpflichtmodule besuchen. Hier können sie zwischen verschiedenen Angeboten wählen, dazu zählen beispielsweise Schreibpartnerschaften, Sprachtandems, eine Tätigkeit als Tutor und ein Engagement bei einer internationalen Institution. Wer sich für den Schwerpunkt Mobilität entscheidet, muss einen Auslandsaufenthalt von mindestens zwölf Wochen nachweisen.

Das Programm ist Anfang des Jahres gestartet, bisher haben sich 15 Teilnehmer dafür angemeldet. Eine von ihnen ist die 25-jährige Regina Greif, die im 5. Semester Französische Kulturwissenschaft und Interkulturelle Kommunikation sowie BWL studiert. Sie ist gerade von einem Auslandsaufenthalt aus dem Senegal zurückgekommen und hat dort viele Eindrücke gewonnen: »Die Senegalesen sind offener als die Deutschen, Höflichkeitsformeln gibt es in der Sprache nicht, daran musste ich mich erst einmal gewöhnen. Außerdem fällt man dort als Weiße immer sofort auf«, lacht sie. Wieder zurück an der Uni, hat sie sich gleich für den KomPass Internationales eingeschrieben. In Zukunft möchte sie sich bei der Betreuung afrikanischer Studenten an der Uni engagieren. Auch Melanie Mailänder interessiert sich für den KomPass Internationales. Die IK-Studentin hat im vergangenen Jahr ein Praktikum bei einem Online-Shop in der französischen Stadt Nantes gemacht. Nun unterstützt sie als studentische Hilfskraft Bettina Jochum bei der Vergabe des KomPass Internationales. Unter anderem hat sie Infoveranstaltungen für Erstsemester-Studenten angeboten. »Ich rate meinen Kommilitonen, das Angebot wahrzunehmen, auch wenn die Stundenpläne vollgepackt sind. Das Zusatzzertifikat in den Bewerbungsunterlagen kann den kleinen Unterschied ausmachen, der dazu führt, dass man später den gewünschten Job bekommt«, ist sie sicher. In dem Fall zeigt der Kompass dann Richtung Karriere.

_Irina Urig

Mehr unter: www.uni-saarland.de/kompass