Cinema Paradiso: Das Unifilm-Team schwört auf alte Kinoprojektoren

CINEMA PARADISO: Das Unifilm-Team schwört auf alte Kinoprojektoren


Jeden Dienstag im Semester zeigt das Unifilm-Team des Asta einen Kinohit im Audimax. Und das schon seit bald 50 Jahren. Entsprechend alt sind auch die Kinoprojektoren, die von filmbegeisterten Studenten genutzt werden. 

Filmspulen stapeln sich neben den mannshohen Projektoren. Es ist eng im Vorführraum am hinteren Ende des Audimax. Dort stehen seit über vier Jahrzehnten zwei Projektoren, wie man sie aus alten Kinotagen kennt. Sie verwandeln den größten Hörsaal der Universität jeden Dienstag in einen kuscheligen Kinosaal. Zum notwendigen Flair tragen neben den (leicht) gepolsterten Sitzreihen und einer fast fünf Meter hohen und 14 Meter breiten Leinwand auch Popcorn-Maschine und Getränke bei. Gezeigt werden Filme, die nicht unbedingt über die Leinwände der großen Kinos flimmern. »Wir präsentieren aber auch Mainstream- Filme wie Harry Potter, dann aber in der englischen Originalversion. Außerdem nehmen wir ältere Filme ins Programm, die man zumindest einmal im Leben gesehen haben sollte«, erläutert Daniel Koster, der gemeinsam mit Filip Slavchev und mehreren Kinofans das Unifilm-Angebot betreut. In diesem Semester zählen zu den älteren Highlights etwa der Musik-Kultfilm »The Wall« von Pink Floyd und der US-Agententhriller »Mission Impossible« mit Tom Cruise.

Vor Beginn des Semesters trifft sich das Unifilm-Team im Asta, um gemeinsam zu beratschlagen, welche Kinohits ins Programm kommen sollten. »Wir bestellen die Filme dann noch ganz klassisch auf mehreren Filmrollen beim Kinoverleih «, sagt Koster, der auf die Technik der alten Projektoren schwört. Diese wird von Mitarbeitern des Facility Management liebevoll gepflegt. »Die Projektoren werfen Bild für Bild als brillanten Filmstreifen an die Leinwand. Im Gegensatz zur digitalen Technik mit Beamern sieht man keinerlei Pixel auf der großen Fläche«, erläutert der Student. Verbesserungswürdig sei lediglich der Sound, den die auch schon in die Jahre gekommene Tonanlage im Audimax hergibt. »Da wünschen wir uns eine bessere Ausstattung und sind auch schon im Gespräch mit der Verwaltung und möglichen Sponsoren«, erläutert Filip Slavchev.

Zu einigen Filmen gibt es jedes Semester ein Begleitprogramm mit Vorträgen und Diskussionsveranstaltungen. Außerdem werden Sonderveranstaltungen angeboten, etwa am 24. November der Film »The PhD Movie«. »Das ist ein Kultfilm aus den USA, der auf einer Comicserie beruht und auf sehr ironische Weise den Alltag von Doktoranden beleuchtet. Es treten recht zynische Professoren und schräge Studenten auf, die sich gerne mit Mails, Chats und Partys von ihren eigentlichen Aufgaben ablenken lassen«, schwärmt Daniel Koster. Die Unifilm-Macher wollen damit aber nicht in Konkurrenz zu den Innenstadt-Kinos treten, sondern diese durch ein besonderes Programm ergänzen. Die Vorstellungen werden meist von über hundert Kinofans besucht, etliche Zuschauer kommen extra aus der Innenstadt zum Uni-Campus. Sie schätzen den moderaten Eintrittspreis von 2,50 Euro und die meist nur kurze Werbung im Vorprogramm. Beim Asta ist ein ausführliches Programmheft erhältlich. Das sollten sich alle Kinofans besorgen, damit auch in Zukunft jeden Dienstag im Technikraum des Audimax das surrende Geräusch der Filmspulen zu hören ist.


_Friederike Meyer zu Tittingdorf


Weitere Informationen: www.unifilm-sb.de