Begrüßungsgeld für Studenten: Wo gibt’s denn sowas?

Um Studenten einen Wechsel ihres Erstwohnsitzes schmackhaft zu machen, setzen immer mehr Universitätsstädte auf das Begrüßungsgeld. Da jeder neugemeldete Einwohner Geld in die Kassen der Stadt spült, wollen die Kommunen den Gang zum Einwohnermeldeamt nun wesentlich attraktiver gestalten. Aber welche Städte bieten Begrüßungsgelder an?

Ein Doktorhut mit einem Glas voller Geld, das mit Bildung beschriftet ist
Als Student gibt es eine große Zahl an Möglichkeiten, um Geld zu sparen oder gar welches zu bekommen. Bildquelle: Africa Studio – 559683955 / Shutterstock.com

Neues Semester – neue Einwohner

Seit Anfang Oktober läuft in deutschen Universitätsstädten das neue Wintersemester. Die damit einhergehenden Erstsemester an den Hochschulen lassen dabei immer auch die Einwohnerzahl ansteigen.

Allerdings macht sich dieser Zuwachs häufig nicht in den offiziellen Zahlen bemerkbar, da viele darauf verzichten, sich umzumelden. Oft haben die Zugezogenen einfach keine Lust, den lästigen Weg zum örtlichen Amt auf sich zu nehmen, weil sie sich außer dem Ausfüllen von Formularen und einer vergeudeten Zeit nichts von dem Besuch versprechen.

Für die Städte bedeutet aber jeder Student, der nicht seinen aktuellen Wohnsitz zu seinem Erstwohnsitz ändern lässt, verlorenes Geld. Denn durch das Finanzausgleichsgesetz können durch jeden neuen Einwohner zusätzliche Steuermittel generiert werden.
 
Hier leben die meisten Studenten.

Infografik mit den beliebtesten Wohnorten der Studenten

Das Finanzausgleichsgesetz soll dafür sorgen, dass die Gemeinden auch entsprechend ihrer Anforderungen an den staatlichen Steuereinnahmen beteiligt werden. Und je mehr Einwohner eine Stadt oder eine Gemeinde hat, desto größer ist der finanzielle Aufwand, der für die Kommunen entsteht.

In Rostock bekommt die Stadt beispielsweise ganze 595,60 Euro für jeden Neugemeldeten. Das Begrüßungsgeld von 150 Euro entspricht also gerade einmal einem Viertel des Betrages, den die Stadt für die Ummeldung erhält.

Der Betrag, der somit durch das Finanzausgleichsgesetz ausgeschüttet wird, variiert jedoch von Bundesland zu Bundesland.

Die Lösung des Problems

Um den Anreiz der Ummeldung für Studenten zu erhöhen, setzen  immer mehr Universitätsstädte auf ein Begrüßungsgeld.

Das Begrüßungsgeld zeigt bereits vielerorts Wirkung und veranlasst immer mehr Studenten, sich den finanziellen Gewinn durch ihre Ummeldung zu sichern. Da der Stereotyp des armen Hochschulbesuchers in vielen Fällen der Realität entspricht, sind viele sehr aufmerksam, wenn es darum geht, sich gewisse finanzielle Vorteile zu sichern.

Dabei spielt es keine große Rolle, wie diese Annehmlichkeiten genau aussehen und somit ergibt sich eine riesige Bandbreite an Angeboten, die von Onlineshoppingvergünstigungen über zahlreiche Eintrittsermäßigungen bis hin zu attraktiven Angeboten, wie beispielsweise Aktionscodes von Wettanbietern, reicht.

So viel Geld kann es geben

Das Kreditportal Vexcash hat nun eine Liste von 20 Hochschulstandorten zusammengestellt, um die große Spanne von Begrüßungsgeldern aufzuzeigen.

Die Top-Ten-Städte in puncto Begrüßungsgeld:
•    Platz 1: 500€ - Gütenbach (Baden-Württemberg)
•    Platz 2: 376€ - Schmalkalden (Thüringen)
•    Platz 3: 322€ - Wernigerode (Sachsen-Anhalt)
•    Platz 4: 300€ - Gera (Thüringen)
•    Platz 5: 250€ - Wolfsburg (Niedersachsen)
•    Platz 6: 200€ - Neubrandenburg (Brandenburg)
•    Platz 7: 160€ - Ilmenau (Thüringen)
•    Platz 8: 150€ - Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern)
•    Platz 9: 150€ - Rostock (Mecklenburg-Vorpommern)
•    Platz 10: 150€ -Leipzig (Sachsen)

An dieser Stelle muss aber unbedingt darauf hingewiesen werden, dass dieses Angebot immer nur einmalig in der jeweiligen Stadt nutzbar ist.

Das beschauliche Gütenbach mit gerade einmal knapp 1.300 Einwohnern ist mit 500 Euro Begrüßungsgeld einsame Spitze in diesem Ranking. Die kleine Ortschaft liegt nur sieben Kilometer vom Hochschulstandort Furtwangen entfernt und ist somit durchaus eine Wohnortsoption für jeden Studierenden in dieser Stadt.

Das bemerkenswerte an Gütenbach ist, dass die Auszahlung des Geldes im Gegensatz zu einigen anderen der Top-Ten-Städte an keinerlei Bedingungen geknüpft ist. Wer hier hinzieht, darf sich also auf alle Fälle auf einen satten Bonus freuen, den er beispielsweise gleich in eine ordentliche Uni- und Lernausrüstung investieren kann.

Der Schein kann trügen

Anders sieht es hingegen bei einigen anderen Städten aus dieser Liste aus. In Schmalkalden beispielsweise bekommt man die 376 Euro nicht auf einen Schlag ausbezahlt, sondern in acht Raten von 47 Euro, die pro Semester getätigt werden.

Ebenso ist das Begrüßungsgeld in Wernigerode an eine bestimmte Bedingung geknüpft. Hier muss man mindestens seit drei Semestern in der Stadt gemeldet sein, um die 322 Euro ausbezahlt zu bekommen. Und auch in Gera bekommt man das Geld lediglich in drei jährlichen Raten von je 100 Euro ausgezahlt.
In Marburg erhält man hingegen gar kein Geld, sondern die 50 Euro in Form von Einkaufsgutscheinen für lokale Geschäfte und Aktivitäten ausgehändigt, was natürlich nicht unbedingt schlechter sein muss. Der schiere Betrag des Begrüßungsgeldes kann also auf den ersten Blick äußerst attraktiv wirken, aber oftmals ist dieser, wie die Beispiele zeigen, an gewisse Bedingungen geknüpft, die es im Einzelfall zu prüfen gilt.

Ostdeutschland als Spitzenreiter

Besonders auffällig ist die Vielzahl an ostdeutschen Städten, die im Ranking auftauchen. Ganze acht Städte dieser Liste sind in der ehemaligen DDR angesiedelt.
So langsam scheint der Trend zwar zumindest in den Großstädten in die andere Richtung zu gehen, aber trotzdem hat der Osten der Bundesrepublik seit Jahrzehnten mit schrumpfenden Einwohnerzahlen zu kämpfen.

Die teilweise hohen Prämien, die man sich sichern kann, sollen sicher nicht nur die Studenten anregen, sich in ihrem Studienort zu melden, sondern im Idealfall schon einen Schritt davor die Wahl der Universität beeinflussen.

Gerade für Studenten sind mehrere hundert Euro, die man geschenkt bekommt, ein schlagkräftiges Argument, auch Hochschulen aus dem Osten des Landes in die engere Auswahl zu setzen. Außerdem bestechen die meisten Hochschulstandorte in Ostdeutschland auch mit sehr niedrigen Mietpreisen.

Qualifizierte Fachkräfte der Zukunft

Vor allem die steigende Attraktivität von Städten wie Leipzig oder Dresden veranlasst immer mehr Studenten dazu, sich an den örtlichen Hochschulen zu bewerben, da die hiesigen Perspektiven sich in den letzten Jahren erheblich gebessert haben.

Auch nach Ende des Studiums hat man viele reizvolle Möglichkeiten, in seinem Studienort auch weit über die akademische Laufbahn hinaus Wurzeln zu schlagen.

Das Begrüßungsgeld kann also in diesem Zusammenhang noch einen weiteren Grund für die Entscheidung des Studienortes darstellen und somit den östlichen Teil der Bundesrepublik mit gut ausgebildeten Fachkräften versorgen.  

Ein Meer aus Vorteilen

Das Begrüßungsgeld ist allerdings nur ein Vorteil von unzähligen anderen, die Studenten zugutekommen. Denn in fast allen Bereichen kann man sich das Studentendasein zunutze machen. Für Kulturliebhaber gibt es in vielen Museen oder Galerien Eintrittsermäßigungen für Studenten. Oder auch in Onlineshops kann man sich oft lohnende Rabatte sichern, wenn man an einer deutschen Hochschule immatrikuliert ist.Im Internet sind speziell für diese Vergünstigungen ganze Webseiten zu finden, die einen Überblick über die vielen Rabattmöglichkeiten bereithalten.

Amazon und Spotify als prominente Beispiele

Auch bei bekannten Unternehmen wie Amazon oder auch dem Musikstreaming-Dienst Spotify kann man profitieren.

Bei Amazon ist zum Beispiel die Prime-Mitgliedschaft für Studenten ganze zwölf Monate lang kostenlos. Also kann man ein Jahr lang ohne Gebühr den kostenlosen oder auch den Expressversand bequem für sich nutzen. Ebenso hat man Zugriff auf den Videodienst des amerikanischen Onlinehandels, und das ohne auch nur einen Euro bezahlen zu müssen, solange man die Mitgliedschaft rechtzeitig wieder beendet.

Auch bei Spotify lohnt es sich, Student zu sein, da man das monatliche Premiumabo für ganze 50 Prozent weniger erhält. So bezahlt man statt knapp 10 Euro im Monat nur 5 Euro.
Es zeigt sich also, dass es neben dem Begrüßungsgeld noch zahllose andere Möglichkeiten gibt, um sich durch sein Studium den einen oder anderen Vorteil sichern zu können.