Schulden schlau ausgleichen – wertvolle Tipps zur BAföG-Rückzahlung

Nach der Schule beginnt der sogenannte Ernst des Lebens – für viele Schulabgänger ist ein Studium der Start in eine erfolgreiche Karriere. Neues kennenlernen und von zu Hause ausziehen ... viele großartige Möglichkeiten warten auf die Studierenden. Doch all das hat auch seinen Preis, sodass viele Studenten eine BAföG-Förderung in Anspruch nehmen. Diese besteht zur Hälfte aus einem Zuschuss und zur Hälfte aus einem zinsfreien Darlehen. Nach dem Studium steht dann allerdings die Rückzahlung an und die stellt viele vor finanzielle Herausforderungen.

BAföG-Rückzahlung: Welche Vorgaben gibt es?

Die gute Nachricht: BAföG-Schulden müssen erst fünf Jahre nach Ende der Förderhöchstdauer zurückgezahlt werden. Und das kann als einmalige Zahlung oder in dreimonatigen Raten geschehen. Der Höchstbetrag, der zurückgezahlt werden muss, liegt bei maximal 10.000 Euro. Unter bestimmten Voraussetzungen gibt es sogar Freistellungen oder Erlasse für diese Rückzahlung.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Es gibt mehrere Wege, das BAföG-Darlehen zu begleichen. Am meisten profitieren kann derjenige, der seine Schulden auf einen Schlag komplett oder in großen Teilen zurückzahlen kann.

Vater Staat gewährt in diesem Fall einen Nachlass auf die Darlehensschuld in Höhe von bis zu 50 Prozent. Ist der Betrag trotz allem noch zu hoch, können eventuell Eltern oder Großeltern finanziell helfen. Ist auch dieser Weg ausgeschlossen, gibt es noch die Möglichkeit, einen günstigen Kredit eigens für die BAföG-Rückzahlung aufzunehmen. Mithilfe einer guten Beratung seitens eines Kreditinstitutes kann so – besonders bei aktuell niedrigen Zinsen – eventuell erneut bares Geld gespart werden.

Wie hoch sind die Raten und wie lange dauert die Rückzahlung?

Auch wer während des Studiums den BAföG-Höchstsatz erhalten hat, muss lediglich einen Betrag von 10.000 Euro zurückzahlen. Die Höhe der monatlichen Rate beträgt 105 Euro. Dieser Betrag wird jedoch nicht jeden Monat, sondern jeweils für drei Monate in einer Summe zurückgezahlt. Das heißt: Alle drei Monate steht eine Zahlung von 315 Euro an. Unter bestimmten Bedingungen gewährt der Staat eine Rückzahlungsfrist von bis zu 20 Jahren. Bei einer regulären Tilgung sogar des Höchstsatzes beträgt der Rückzahlungszeitraum allerdings nur acht Jahre. Alle wichtigen Informationen zu Tilgungen und Höhe des möglichen Nachlasses stehen im Rückzahlungsbescheid des Bundesverwaltungsamtes. Wichtig: Hier sollte auch in jedem Fall die aktuelle Adresse des Rückzahlers hinterlegt sein. Ist diese nicht angegeben, muss für die Ermittlung der Anschrift eine Strafe von 25 Euro gezahlt werden. Verzögert sich dadurch auch die BAföG-Rückzahlung insgesamt, können extra Verzugszinsen fällig werden.

Großer Vorteil bei finanziellen Engpässen

Die Möglichkeit, einen Kredit extra für die Komplettrückzahlung des BAföGs abzuschließen, ist nicht für jeden die beste Lösung. Die regulären Rückzahlungsmodalitäten haben zum Beispiel besonders für Berufseinsteiger oder Geringverdiener einen entscheidenden Vorteil: Die Raten können zeitweise ausgesetzt werden, sollte das Gehalt unter einer bestimmten Einkommensgrenze liegen. Die Schulden werden zwar nicht erlassen, jedoch erleichtert diese Zahlungsunterbrechung die meist sowieso schon schwierige Situation ungemein.  

Auch eine Freistellung kann beantragt werden, sofern die Ratenbegleichung auch fünf Jahre nach Beendigung der Förderung noch nicht möglich ist. Diese beinhaltet, dass die Rückzahlung um ein Jahr aufgeschoben wird und ist maximal zehn Jahre lang möglich.  

Gut informiert in die BAföG-Rückzahlung

Am 16. Mai 2019 beschloss der Deutsche Bundestag die Reform für ein neues BAföG-Änderungsgesetz. Die Änderungen zu diesem Gesetz sollen noch in diesem Jahr in Kraft treten. Für alle Rückzahlungen – ganz gleich ab welchem Datum – gilt: Wer sich vorab gut über seine Möglichkeiten informiert, kann Vorteile nutzen und bares Geld sparen.