Sollen Studenten in Bitcoins investieren?

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Studenten denken in der Regel zunächst an die Zeit im zukünftigen Job und nicht an die Jahre danach. Trotzdem sollte das Thema Altersvorsorge nicht außen vorgelassen werden. Doch wie am besten sein Geld anlegen? Der Leitzins der Europäischen Zentralbank liegt derzeit bei null Prozent. Die Zinsen für Anlageformen wie Festgeld, Sparbuch und Bausparverträge sind entsprechend niedrig oder entfallen ganz. Abhängig von der Inflationsrate kann sich sogar ein Negativzins entwickeln. Die Chancen auf positive Renditen werden durch eine breite Streuung verschiedener Produkte und unterschiedliche Anlagezeiträume erhöht. Finanzexperten der Deutschen Bank sehen es darüber hinaus als unabdingbar an, für einen Vermögensaufbau Anlagerisiken einzugehen.

Für viele Studenten ist dies einfacher gesagt als getan, denn ihre Investitionssummen sind in der Regel überschaubar. Zudem fallen oftmals Gebühren an – beim Abschluss, während der Depotlaufzeit, beim Verkauf.

Die unterschiedlichen Anlageformen bieten unterschiedliche Vor- und Nachteile. So bieten Festgeldanlagen durch die staatlichen Einlagefonds eine hohe Sicherheit, sind aber wenig flexibel und werfen nur wenig ab. Bei Aktienpaketen kompensieren erfolgreiche Papiere die fallenden Kurse – sie sind dennoch risikoreich. Investmentfonds können bereits mit wenig Kapitaleinsatz abgeschlossen werden, die Entscheidungen zum Zeichnen der Papiere obliegt aber dem Fondsmanager. Mehr Mitspracherecht hat man bei offenen Immobilienfonds. Der hohen Stabilität allerdings steht das Risiko gegenüber, dass Anteilsrücknahmen langfristig ausgesetzt werden. Der Edelmetallkurs gilt als langfristig sicher. Doch gibt es bei Gold, Silber und Platin keine Zinsen oder Dividenden, und die Notierung in US-Dollar bedeutet ein Währungsrisiko. Schließlich gibt es noch die staatlich geförderten Riesterverträge mit garantierter Auszahlung und einer Minderung der Steuerlast. Hier heißt das aber: hohe Abschlusskosten und eine späte Auszahlung.

Wohin also mit 80 Euro im Monat?

Als eine verhältnismäßig einfache und günstige Anlagemöglichkeit empfehlen Experten Studenten und Auszubildenden derzeit Sparpläne auf börsengehandelten Aktien-Indexfonds (ETFs). Hier kann man bereits mit einer Summe von knapp unter 100 Euro monatlich einsteigen und trotz geringer Zinslage hohe Renditen erzielen. Die Exchange-Traded-Funds kopieren einen Aktien-Index wie zum Beispiel den DAX. Durch einen kontinuierlichen Nachkauf frischer Fonds für einen fixen Betrag wird das Risiko reduziert, am Ende zu viel zu bezahlen (Cost-Average-Effekt).

Die Anlage dieses Wertpapierdepots wird inzwischen bereits oftmals ohne Eröffnungsgebühren angeboten. Die Einrichtung selbst ist innerhalb von Minuten erledigt. So bleibt der Aufwand überschaubar und die laufenden Kosten gering. Eine Mindestlaufzeit wird nicht vorgegeben, das Risiko einer Pleite ist überaus niedrig. Allerdings haben die Anleger im Gegensatz zu herkömmlichen Aktienanlagen kein Stimmrecht, und für eine hohe Rendite sollten bei diesem Investment einige Jahre eingeplant werden.

Schnell und risikoreich

Wer schneller an mehr Geld kommen möchte, um gleich nach dem Studium sein eigenes Unternehmen zu gründen, der muss auch ein höheres Risiko eingehen. Denn in der Regel werfen nur riskante Geldanlagen auch hohe Renditen ab. Während bei dem Großteil aller Werbeversprechungen wie Investitionen in Windparks oder Ähnlichem Vorsicht geboten ist, gewinnt eine neue Spekulationsmöglichkeit weltweit an Popularität: die Bitcoins. Von allen Seiten ist zu hören, dass die legale Internet-Währung in kürzester Zeit zu hohen Verdiensten führen kann. Das Besondere an dieser Kryptowährung: Sie wird nicht von Banken ausgegeben, sondern im Forex-Handel von einer internationalen Gemeinschaft erworben. Das System sieht vor, maximal 21 Millionen Bitcoins in Umlauf zu bringen, ein gutes Dutzend soll sich bereits im Handel befinden. Es wird als dezentrales Zahlungsmittel genutzt. Die Online-Währung kann weltweit eingesetzt und bei einem Kursanstieg von jedem beliebigen Rechner jederzeit gewinnbringend verkauft werden. Die Überweisungen bleiben anonym – dennoch ist es möglich, Transaktionen zur Betrugsvermeidung zurück zu verfolgen.

Vor- und Nachteile von Bitcoins

Pro:

  • Niedrige Transaktionsgebühren für ausländische Überweisungen
  • Inflationsresistent durch Mengenbeschränkung
  • Wachsende Popularität: Auf immer mehr Webseiten kann mit Bitcoins gezahlt werden
  • Einfacher Anund Verkauf per Überweisung an der Online-Tauschbörse

 

Kontra:

  • Geldsystem steckt noch in den Kinderschuhen
  • Starke Kursschwankungen
  • Keine Absicherung im Falle eines Kurssturzes
  • Keine Sicherheit gegen möglichen Datenklau