Volksleiden Gefäßerkrankung

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Herzinfarkt, Schlaganfall und Lungenembolie zählen zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Was sie gemeinsam haben: Sie entstehen fast immer durch Gerinnsel, die die Blutgefäße verstopfen und so das Blut am Fließen hindern. Häufig ist eine Krankheit die Ursache dafür. Verschiedene Faktoren, allen voran der individuelle Lebensstil, können die Entstehung solcher Gefäßerkrankungen beeinflussen. Zur Vorbeugung kann einiges getan werden.

Welche Aufgaben haben die Blutgefäße?

Der menschliche Blutkreislauf besteht aus dem Herzen als Pumpe und einem riesigen Netz aus Blutgefäßen, das sich über den gesamten Körper erstreckt. Durch diese Bahnen (Arterien) fließt das Blut vom Herzen weg in das Gewebe und versorgt es mit Sauerstoff. Anschließend wird es wieder zum Herzen zurücktransportiert (durch Venen).

Gesunde Blutgefäße sind die Voraussetzung dafür, dass dieser Vorgang reibungslos funktioniert. Liegen zum Beispiel Verkalkungen vor, wie es unter anderem bei Arteriosklerose der Fall ist, kann das Blut nicht mehr ungehindert fließen. Wie genau das im menschlichen Körper abläuft, ist auch Bestandteil der Lehrveranstaltungen unserer Studiengänge Biologie und Medizin.

Thrombose, Arteriosklerose & Co.: Diese Gefäßerkrankungen gibt es

Venen, Kapillaren, Arterien – es gibt verschiedene Blutgefäßarten, die von unterschiedlichen Leiden betroffen sein können. Meist wird bei Gefäßkrankheiten allerdings zwischen den prominentesten Blutgefäßen – den Arterien und Venen – differenziert.

Zu den arteriellen Gefäßerkrankungen zählen unter anderem:


•    Aneurysmen: Als Aneurysma wird eine kleine Ausbuchtung in der Wand eines Blutgefäßes bezeichnet, die sich mit der Zeit ausdehnen und platzen kann. Passiert das im Gehirn oder in der Bauchschlagader, hat das meist lebensbedrohliche Konsequenzen.
•    Akuter Gefäßverschluss: So werden plötzliche Verstopfungen in einer Arterie genannt. Sie können zum Beispiel durch ein Blutgerinnsel entstehen.
•    Arteriosklerose (Gefäßverkalkung): Bei einer Arteriosklerose lagern sich sogenannte Plaques (zum Beispiel Bindegewebe oder Kalk) in den Blutgefäßen ab. Sie führen dadurch zu einer Verengung des Kanals. Die Belastung durch den Blutdruck steigt an – und erhöht damit das Risiko eines Risses in der Gefäßwand. Wenn das geschieht, können sich Blutgerinnsel bilden.
•    Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK): Durch Ablagerungen in den Arterien (zum Beispiel im Rahmen einer Arteriosklerose) kommt es zu Engstellen – das Blut kann nicht mehr störungsfrei fließen. Meist betrifft das die Blutgefäße in den Beinen und löst beim Laufen starke Schmerzen aus. Weil die Beschwerden beim Stehenbleiben besser werden und das den Eindruck erweckt, man würde in der Stadt von einem Schaufenster zum nächsten gehen, wird dieses Leiden oft als Schaufensterkrankheit bezeichnet.

Aber auch die Venen, die das Blut zum Herzen zurückführen, können von einer solchen Erkrankung betroffen sein. Zu den venösen Gefäßerkrankungen gehören zum Beispiel:


•    Krampfadern (Varizen): Krampfadern sind unregelmäßig geschlängelte Venen an den Beinen. Sie entstehen durch eine Schwäche des Bindegewebes und einen Rückstau des Blutes. Beides führt dazu, dass sich die Venen ausdehnen und knotige Ausbuchtungen bilden. Nach langem Sitzen oder Stehen schwellen sie oft stark an, da das Blut nicht vollständig zum Herzen zurück gepumpt wird.
•    Oberflächliche Venenentzündung (Thrombophlebitis): Von dieser Gefäßkrankheit wird gesprochen, wenn eine örtliche Entzündung an einer oberflächlichen Vene vorhanden ist. Sie kann ein Blutgerinnsel als Ursache haben, aber auch selbst eines auslösen.
•    Tiefe Venenthrombose (Phlebothrombose): Bei diesem Leiden liegt ein Gefäßverschluss der tiefen Beinvenen vor. Bleibt dieser unbehandelt, kann sich im schlimmsten Fall ein Blutgerinnsel lösen und in die Lunge geschwemmt werden. Eine Lungenembolie wäre dann die fatale Folge.
•    Chronisch venöse Insuffizienz: Abflussstörungen in den Venen, die zum Beispiel durch defekte Venenklappen oder Thrombosen ausgelöst werden, führen manchmal zu einer chronisch venösen Insuffizienz (Schwäche). Die Folge sind starke Haut- und Venenveränderungen.
 
Während Krankheiten, die innerhalb der Arterien auftreten, oft durch Arteriosklerose (Ablagerungen) bedingt sind, haben Venenleiden oft Thrombosen (Blutgerinnsel) oder Krampfadern als Ursache. Alle Gefäßerkrankungen haben gemeinsam, dass sie unbehandelt schwere gesundheitliche Beschwerden auslösen können.

Was Gefäßkrankheiten begünstigt und wie Sie vorbeugen können

Bei einigen Menschen ist die Gefahr eines Gefäßleidens wesentlich höher als bei anderen. Das liegt oft am individuellen Lebensstil. Zu den Risikofaktoren zählen unter anderem:


•    Rauchen
•    mangelnde Bewegung
•    Diabetes
•    Bluthochdruck


Sie ahnen es sicher schon – bereits kleine Änderungen der Lebensgewohnheiten können helfen, einer Gefäßerkrankung vorzubeugen:


•    Hören Sie mit dem Rauchen auf, falls Sie Raucher sind.
•    Achten Sie auf Ihr Gewicht, Ihren Blutzucker und Ihre Cholesterinwerte.
•    Ernähren Sie sich ausgewogen und gesund (zum Beispiel mit viel Obst und Gemüse).
•    Integrieren Sie Bewegung in Ihren Alltag. Das regt die Durchblutung an und hält Sie fit!

Achten Sie im Allgemeinen auf einen gesunden Lebensstil. Er hilft nicht nur bei der Prävention von Gefäßkrankheiten, auch schwere Folgeerkrankungen können so vermieden werden.