7 Tipps, um Ihre Privatsphäre im Internet zu schützen

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Immer mehr Menschen machen sich heutzutage Sorgen um ihre Privatsphäre, wenn sie im Internet surfen oder digitale Dienste nutzen. Und diese Sorgen sind sicherlich nicht unberechtigt, denn in den letzten Jahren nahm dieses Thema immer mehr an Bedeutung zu. Spätestens seit dem Datenskandal um Facebook ist klar, dass die Privatsphäre der Nutzer im Internet alles andere als selbstverständlich ist.

Der Schutz der Privatsphäre im Internet wird dabei immer wichtiger, denn viele Menschen geben immer mehr Details aus ihrem Leben im Internet preis. Durch den Vormarsch von Social Media und einer allgemeinen Erhöhung der sozialen Interaktionen im Netz sollten Nutzer heute alle möglichen Schritte unternehmen, um ihre Privatsphäre im Internet zu schützen.

Aus diesem Grund stellen wir Ihnen heute 7 Tipps vor, wie Sie Ihre Privatsphäre im Internet erhöhen können. Mit diesen einfachen Schritten können Sie einen großen Beitrag dazu leisten, beim Surfen im Internet stets anonym und geschützt zu sein.

1. Verwenden Sie einen VPN

Die einfachste Methode, um im Internet anonym zu bleiben, ist ein VPN (Virtual Private Network). Mit einem solchen Programm verbindet sich Ihr Computer jedes Mal mit einem fremden Server, wenn Sie sich mit dem Internet verbinden. Anschließend wird der gesamte Datenverkehr Ihres Computers über diesen Server geleitet.
Während dem Transfer zum und vom Server werden Ihre Daten dabei komplett verschlüsselt. Diese Verschlüsselung ist in der Regel so komplex, dass es für Außenstehende im Prinzip unmöglich ist, auf Ihre Daten zuzugreifen oder diese einzusehen. Wenn Sie einen VPN verwenden, sind Sie daher im Internet wirklich zu 100% anonym und hinterlassen keinerlei Spuren.
In den meisten Fällen verwenden Menschen ausländische Server, um die Georestriktionen von Netflix und Co. zu umgehen. Sie können aber auch einen Server in Deutschland verwenden. Auf diese Weise erhalten Sie oft die besten Geschwindigkeiten, da die Entfernung zur Übertragung der Daten am geringsten ist. Einen guten Vergleich bietet hier VPNwiki.

2. Wählen Sie regelmäßig neue und sichere Passwörter

Ein weiterer wichtiger Schritt zur Erhöhung Ihrer Privatsphäre ist, regelmäßig neue Passwörter für Ihre Konten im Internet zu wählen. Eine gute Faustregel ist, dass Sie mindestens 1 bis 2 mal im Jahr die wichtigsten Passwörter (Facebook, Online Banking, etc.) ändern sollten.
Ebenfalls wichtig ist natürlich, dass die von Ihnen gewählten Passwörter auch wirklich sicher sind. Zum Glück haben die meisten Dienste im Internet heutzutage jedoch strenge Vorgaben für die Passwörter, womit diese automatisch sicher sind. Verwenden Sie auf jeden Fall immer eine Kombination von möglichst vielen verschiedenen Zeichen (Buchstaben, Zahlen, Sonderzeichen), um das Knacken des Passwortes so schwer wie möglich zu machen.

Eine populäre Methode, die zum Beispiel der ehemalige CIA-Mitarbeiter Edward Snowden verwendet, ist folgende: Überlegen Sie sich einen Satz, der absolut gar keinen Sinn ergibt. Reihen Sie dazu einfach ein paar Wörter aneinander. Noch besser ist es, wenn Sie noch ein paar Sonderzeichen einbauen können. Ein Beispiel wäre das folgende Passwort: Angelamerkelist100%sexy.

Ein solches Passwort hat zwei Vorteile: es ist einfach zu merken und selbst für die ausgereiftesten Programme fast unmöglich zu knacken. Ein Passwort mit weniger als 8 Zeichen kann sehr sicher aussehen, aber in Wirklichkeit sind diese oft relativ leicht zu knacken. Ein sicheres Passwort für Ihre Konten im Netz zu wählen ist heutzutage unerlässlich.  

3. Halten Sie Ihren Computer immer auf dem neusten Stand

Mindestens genauso wichtig wie ein gutes Passwort ist die Tatsache, dass Sie Ihren Computer oder Laptop immer auf dem neusten Stand halten. Dies betrifft Updates für Windows und alle darauf installierten Programme, die zum Schutz Ihrer Sicherheit und Privatsphäre beitragen.
Der einfachste Weg, die Programme immer aktuell zu halten, ist durch die Verwendung von automatischen Updates. Jedes moderne Programm sollte diese Funktion anbieten. In der Regel müssen Sie die Option in den Einstellungen markieren, oder das Programm fragt Sie nach Ihren Präferenzen.

4. Verwenden Sie eine Firewall und einen Virenschutz

Eine hochwertige Firewall mit Virenschutz ist ein weiterer Schritt, um im Internet sicher und anonym zu bleiben. Dies ist vor allem wichtig, wenn Sie im Netz Finanztransaktionen wie Online Banking oder Aktienhandel durchführen. Falls Sie nicht ausreichend geschützt sind, gehen Sie sonst im Internet ein großes Risiko ein.
Auch wenn Windows eine vorinstallierte Firewall mitliefert, sollten Sie in ein externes Programm investieren. Diese sind meist billiger als 100 Euro pro Jahr, also für jeden Menschen erschwinglich. Am besten verwenden Sie ein Komplettpaket aus Firewall und Virenschutz, das höchstwahrscheinlich noch weitere Funktionen wie sicheres Banking oder Schutz vor Phishing-Attacken mit sich bringt. Auch ein VPN ist oft in solchen Paketen enthalten.

5. Geben Sie nur Details über Ihr Privatleben preis, die Sie auch wirklich öffentlich machen wollen

Die bisherigen Schritte dienten alle dazu, Ihre Internetverbindung so sicher wie möglich zu machen. Doch wie man am Datenskandal um Facebook sehen konnte, liegt unsere Privatsphäre manchmal gar nicht in unserer Hand. Es ist immer möglich, dass persönliche Daten, Fotos oder Nachrichten, die wir für privat hielten, in Wirklichkeit für Werbezwecke oder andere Grüne verwendet werden.
Aus diesem Grund sollten Sie im Internet immer nur so viel von Ihrem Privatleben preisgeben, wie Sie auch wirklich öffentlich machen wollen. Laden Sie keine Fotos auf Facebook hoch, die nur Ihre Freunde sehen sollten. Wirklich privat ist in sozialen Netzwerken nichts.

6. Seien Sie vorsichtig mit sprachgesteuerten Assistenten

Der Skandal um Facebook war nicht der einzige in den letzten Jahren, der die Wichtigkeit des Schutzes Ihrer Privatsphäre im Internet betonte. Im Jahr 2019 kam ans Licht, dass die sprachgesteuerten Assistenten von Apple, Amazon und Google weit mehr tun, als nur auf Befehle des Nutzers zu warten.  
Sowohl der Google Home als auch der Amazon Echo und Apple HomePod lauschen bei Betrieb durchgehend im Haushalt mit, um jeden Befehl sofort erfassen zu können. Wie nun herauskam, werden einzelne Aufnahmen von den Tech-Riesen allerdings für interne Zwecke wie zur Verbesserung der Spracherkennung verwendet. Das Unfassbare dabei: diese Aufnahmen wurden zum Teil auch von Menschen angehört
Mittlerweile wurden alle drei Unternehmen dazu verordnet, diese Praxis einzustellen. Dennoch sollten Sie vorsichtig vorgehen und bei einem eingeschalteten sprachgesteuerten Assistenten nur über Dinge sprechen, die nicht sensibel sind. Man kann schließlich nie wissen, wer genau am anderen Ende zuhört.