Die wichtigsten Vorbereitungen für ein Praktikum im Ausland

Viele Studenten zählen heutzutage einen Auslandsaufenthalt zu ihren Qualifikationen. Ob Semester, Praktikum oder Sprachkurs – die Möglichkeiten sind vielfältig und lassen sich mit den meisten Lebensentwürfen vereinbaren. Ein Praktikum im Ausland bietet neben der kulturellen und sprachlichen Bildung die einmalige Chance, Berufserfahrung zu sammeln. Doch welche Vorbereitungen müssen Studierende treffen, die ein Praktikum in weiter Ferne machen möchten?

Bereits während des Studiums mehrere Monate in Sydney verbringen? Mit einem Praktikum ist das kein Problem.

Den richtigen Zeitpunkt wählen: Für wen ist das Auslandspraktikum geeignet?
Ein Praktikum ist Ausland ist vor allem für immatrikulierte Studierende eine gute Idee. Es lässt sich zeitlich gut in die vorlesungsfreie Zeit integrieren. Genauso ist es möglich, ein Urlaubssemester einzulegen, um das Praktikum zu absolvieren. Das bedeutet, dass der Praktikant alle Vorteile als Student behält, während er mit dem Praktikum im besten Fall Geld verdient. In vielen Fällen lässt sich ein Praktikum sogar als Leistung für das Studium anrechnen!

Ein Praktikum verschafft dem Studierenden neue Erfahrungen und einen ersten Einblick in das Arbeitsleben. So lässt sich herausfinden, welcher Beruf passt und welcher doch nicht der Richtige ist. Die Erfahrungsberichte sprechen für sich: Ein Praktikum im Ausland ist ein Abenteuer für jeden Studierenden!

Fazit: Wer die Möglichkeit bekommt, ein Praktikum im Ausland zu absolvieren, sollte sie wahrnehmen. Es ist ein Pluspunkt für den Lebenslauf, beschert neue Erfahrungen und hilft dabei, den richtigen Beruf zu finden.

Vor dem Auslandsaufenthalt steht die gründliche Planung. Die Finanzierung ist hier ein wichtiger Teil, macht sie den Aufenthalt im Ausland doch erst möglich.

Die Frage der Finanzierung

Natürlich stellt sich, wie bei vielen Dingen innerhalb des Studiums, für die meisten Studenten die Frage nach der Finanzierung eines längeren Auslandsaufenthalts. Manche Praktika werden vergütet, andere nicht. Schon deshalb verlassen sich die wenigsten Praktikanten auf ihren Lohn aus dem Praktikum, wenn sie die Finanzierung regeln. Stattdessen greifen sie auf andere Methoden zurück.

1.    Das BAföG
Studierende, die während des Studiums das sogenannte BAföG beziehen, können dies auch während eines Auslandspraktikums weiterhin erhalten. Wichtig ist dabei, ob es sich um ein Pflichtpraktikum handelt oder um ein freiwilliges Praktikum. Als Faustregel gilt: Pflichtpraktika werden durch BAföG gefördert, freiwillige Praktika nur, wenn sie das Studium nicht beeinträchtigen. Weitere Auskünfte erhalten Studierende beim Studierendenwerk.

2.    Ein Stipendium
Eine besonders kostengünstige Methode, ein Praktikum zu finanzieren, ist ein Stipendium. Viel Stiftungen in Deutschland vergeben Stipendien für besonders begabte Studierende – diese decken häufig auch Zusatzqualifikationen durch Praktika ab. Wer kein solches Stipendium besitzt, kann sich dennoch nach speziellen Angeboten umsehen. So vergibt EF Education First Zukunftsstipendien. EF ist ein international tätiger Veranstalter von Sprachreisen in verschiedenen Sprachen. Die Stipendiaten gewinnen also einen Sprachkurs in Englisch mit anschließendem Praktikum im Ausland. Die Kosten für An- und Abreise, Unterkunft und Verpflegung sind inklusive, sodass dem Praktikanten keine Lebenshaltungskosten entstehen.

3.    Praktikum über ERASMUS
Erasmus ist dafür bekannt, Auslandssemester für Studierende innerhalb der EU zu organisieren. Die wenigsten wissen, dass sie im Rahmen des ERASMUS-Programms auch Praktika im Ausland absolvieren können. Wer also kein Stipendium erhält, kann sich durch ERASMUS fördern lassen. Allerdings wird ein bereits absolviertes Auslandssemester auf die Förderungshöchstdauer angerechnet. Die Bewerbung um die ERASMUS-Förderung findet stets bei der Heimathochschule statt.

4.    Fremdkapital und Eigenkapital
Wer die Möglichkeit hat, sein Praktikum im Ausland komplett selbst zu finanzieren, kann sich glücklich schätzen. Die wenigsten Studierenden kommen mit ihrer regulären Arbeit oder dem elterlichen Unterhalt aus, wenn sie ins Ausland gehen. Es lohnt sich, etwas Geld in ein Auslandspraktikum zu investieren. Wer seine heimische Wohnung während des Auslandsaufenthalts untervermieten möchte, kann so übrigens doppelte Ausgaben vermeiden. Das gesparte Geld fließt dann in die Finanzierung der Zeit in der Ferne.

Mit Versicherungen für alles gewappnet

Wenn die Finanzierung steht und der Studierende einen Arbeitsplatz für die Zeit des Praktikums hat, geht es an die praktischen Vorbereitungen. Es ist sinnvoll, für die Zeit des Auslandsaufenthaltes ein paar Versicherungen abzuschließen. Am wichtigsten ist dabei eine Auslandskrankenversicherung. Innerhalb der EU gilt der Schutz der deutschen Versicherung. Dabei ist es egal, ob der Studierende bei einer privaten oder gesetzlichen Krankenversicherung versichert ist. Findet ein Auslandspraktikum außerhalb der Europäischen Union statt, ist es nötig, eine spezielle Versicherung abzuschließen. Diese sollte auch den Heimtransport im Krankheitsfall einschließen. Darüber hinaus sind folgende Versicherungen sinnvoll:

•    Privathaftpflichtversicherung
•    Rechtsschutzversicherung
•    Unfallversicherung

In jedem Fall ist es unerlässlich, den Auslandsaufenthalt vorab bei den entsprechenden Versicherungen zu melden. So lässt sich zudem leicht klären, inwieweit die Versicherungen im Ausland greifen oder ob zusätzliche Versicherungen abzuschließen sind.
 

Osaka bei Nacht? Ein Auslandspraktikum bietet die Möglichkeit, fremde Kulturen hautnah zu erleben und Einheimische kennenzulernen.

Wohnen und leben im Ausland

Wer sich eine Weile in einem fremden Land aufhält, möchte dort nicht nur arbeiten. Fremde Kulturen, spannende Sehenswürdigkeiten und neue Freunde laden zu Abenteuern ein. Deshalb macht es Sinn, sich bereits im Vorfeld zu überlegen, wie und wo das Wohnen während des Praktikums im Ausland stattfinden soll. Wer ein EF Zukunftsstipendium erhalten hat, wird entweder in einer Gastfamilie oder auf dem örtlichen EF Campus untergebracht. So lernen Stipendiaten schnell neue Menschen kennen und können ganz in die Fremde eintauchen.

Für alle anderen bietet sich ein Studentenwohnheim an. Dort sind viele Studierende aus aller Herren Länder untergebracht und leben miteinander. Neue Kontakte finden sich von ganz allein, ähnlich wie bei einem Auslandssemester. Genauso sind übrigens Wohngemeinschaften geeignet. Hier sind die Kosten, ähnlich wie im Studentenwohnheim, überschaubar und es werden sofort neue Kontakte geknüpft. Nach der Arbeit und am Wochenende bietet sich dann Gelegenheit, mit den neuen Bekannten auszugehen, die Stadt zu erkunden oder Sehenswürdigkeiten zu besuchen.

Tipp: Wer ein Praktikum im Ausland macht, lernt automatisch neue Menschen kennen: die Arbeitskollegen. Oft freuen sie sich sehr darauf, dem Praktikanten die Gegend zu zeigen und ihm ihre Kultur nahezubringen. So wird das Praktikum zur ganzheitlichen Erfahrung.


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