Konsumverhalten: Diese Besonderheiten zeigen Studierende beim Möbelkauf

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Wer zum Studium seine erste eigene Wohnung oder ein unmöbliertes WG-Zimmer bezieht, steht vor der Wahl der passenden Möbel. Doch Studien zeigen, dass Studenten beim Möbelkauf andere Entscheidungen treffen als Menschen, die bereits seit einiger Zeit im Berufsleben stehen. Diese Besonderheiten stachen aus den Ergebnissen besonders heraus.

Studenten sind für Werber längst eine beliebte Zielgruppe, die heute auch über umfangreiche eigene finanzielle Mittel verfügt. Immer öfter entscheiden sich Studierende für die Arbeit neben dem Studium, während früher oft eine kleine Finanzspritze der Eltern zu den Fördermitteln nach Bafög genügte. Das verschiebt zwar den Abschluss oft um einige Semester, hat jedoch auch einen positiven Einfluss auf die Kaufkraft. Zahlreiche Studien beschäftigen sich daher damit, wie und was Studierende wirklich kaufen.

Onlineshopping statt Beratungsgespräch

Niemand kommt an dem Kauf einer ersten oder zweiten Einrichtung für die eigene Wohnung oder WG vorbei. Und so ist mindestens einmal im Laufe des Studiums für Studenten der Möbelkauf ein großer Posten. Dabei hat das Kölner Handelsforschungsinstitut ECC in einer Studie 2016 herausgefunden, dass die Beratung im klassischen Möbelgeschäft immer weniger gefragt ist. Das liegt nicht zuletzt natürlich auch daran, dass immer mehr günstige Onlinehändler und Retailer bessere Preise und Auswahl bieten, als es das Einrichtungshaus um die Ecke könnte. So könne man online etwa auch gleich noch das passende Werkzeug zum Aufbau der Möbel hinzukaufen, so ein Sprecher der Plattform Allyouneed, der in diesem Zusammenhang auf das eigene Angebot an Werkzeugen und Möbeln hinweist.

Onlineshops trumpfen auch in Sachen Versand deutlich auf. Den meisten Kunden ist nicht bewusst, dass auch der Kauf im Möbelhaus vor Ort nicht zwingend mit dem eigenen Transport der Möbel verbunden ist. Beim Onlinekauf entfällt der Gedanke an die Logistik jedoch vollends. Die Möbel werden direkt bis an die Tür geliefert und auf Wunsch aufgebaut. Ideal für Studierende, die oft noch keinen eigenen Führerschein besitzen und über den ÖPNV mobil sind.

Lieber billig kaufen bis Mitte Dreißig

Die Ergebnisse decken sich ebenfalls mit einer Studie des Kreditanbieters Earnest in den USA. Hier hatten Forscher untersucht, welche Altersgruppe am liebsten zu billigeren Möbel greifen. Bis 34 Jahre hielt das Interesse an. Ab dem 40. Lebensjahr zog nur noch jeder Fünfte in Betracht, preiswerte Möbel zu kaufen und plante langfristig.

Überraschend kommt dieses Ergebnis nicht, zeigt es doch vor allem, dass Studierende wenig Geld für Möbel und Zubehör ausgeben. Der ein oder andere hofft, dass die Möbel das Studium mit ihm durchstehen, eine Aufgabe der die meisten preiswerten Möbel gewachsen sind.

Niedrige Ausgaben für Möbel einkalkuliert

Das Deutsche Studentenwerk untersuchte 2016 die Lebenshaltungskosten von Studierenden in Deutschland. Im Schnitt standen damals jedem Studierenden 918 Euro im Monat zur Verfügung. Durchschnittlich gaben die Studierenden allein 323 Euro davon für Miete und Wohnkosten und 168 Euro für Ernährung aus. 328 waren es gesamt für Kleidung, Transport, Versicherungen und Gesundheit, Lehrmittel und Freizeit. Rund 100 Euro blieben den Befragten also zum Sparen oder für andere Ausgaben, aber auch die Semestergebühren.

Die Zahlen legen nahe, dass Studierende also ganz generell so wenig Geld für Möbel zur Verfügung haben, dass sie oft gezwungen sind, auf günstige Waren zurückzugreifen. Ein offenes Geheimnis ist es, dass die Einrichtung oft von Anzeigenboards stammt, oder improvisiert zusammengestellt wird. Die Ausgangslage für die Anschaffung von Designermöbeln oder der eigenen Traumausstattung verschiebt sich für Studierende oft in die späten 20er, wenn der erste qualifizierte Job den Lebensstandard erhöht.