Prüfungsphase und Stressbewältigung - Muss es der Griff zur Zigarette sein?

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Die Prüfungsphase steht an und die Nerven liegen blank. Die Vorlesungen gehen weiter, der Nebenjob für die Studienfinanzierung macht sich auch nicht von selbst und zusätzlich dazu muss man jede Menge lernen. Kein Wunder, dass Studenten die Prüfungsphasen als die stressigsten Abschnitte im Studium empfinden und gerade die Raucher unter ihnen noch viel häufiger zur Zigarette greifen als sonst. Schließlich sollen Zigaretten ja "entspannen" und für weniger Stress sorgen - glaubt man jedenfalls. Doch stimmt das wirklich? Und wenn nicht, wie können Studenten auch ohne "Kippen" die Prüfungsphase stressfrei und erfolgreich überstehen?

Das Märchen von der entspannenden Zigarette - ein Teufelskreis

Gewissermaßen stimmt es, dass Rauchen eine entspannende Wirkung haben kann. Dass dem Nikotin allerdings eine beruhigende Wirkung zugesprochen wird, ist wissenschaftlich weder belegt, noch in allen Fällen wahr. Vielmehr ist es so, dass die Zigarette nur dann eine beruhigende Wirkung haben kann, wenn der Körper (und der Kopf) bereits süchtig danach sind und quasi nach der Zigarette verlangen. Und das ist das Perfide, denn gerade in stressigen Zeiten ist der Stresspegel sowieso schon hoch und der Griff zur Zigarette nur zu verlockend. Auf gut deutsch: die Zigarette wirkt nur gegen Stress, weil der Stress mit dem Entzug der Zigarette zu tun hat.

Und wer glaubt, dass Zigaretten dafür sorgen, dass man ruhiger und relaxter lernen kann, der irrt sich. Schließlich nimmt man mit jedem Zug nicht nur Nikotin auf, sondern auch das giftige Gas Kohlenmonoxid. Das verbindet sich im Körper mit Hämoglobin, dem roten Blutfarbstoff, dessen Aufgabe es ist, die Organe mit Sauerstoff zu versorgen. Wird diese Sauerstoffzufuhr eingeschränkt, schlägt sich das sofort auf die Leistungsfähigkeit nieder, und zwar im Negativen.

Stressfrei Lernen - auch ohne Zigarette

Rauchende Studenten werden es an sich selbst sehen können: in der Prüfungszeit steigt auch der Zigarettenkonsum rapide an. Und selbst diejenigen, die bereits in der Vergangenheit erfolgreich mit dem Rauchen aufgehört haben, sehen sich in Versuchung gebracht, wieder zu den Glimmstängeln zu greifen - ohne zu merken, dass sie damit ihren Stresspegel weiter erhöhen. Dabei kann die Lernphase auch anders und wesentlich stressfreier gestaltet werden, ganz ohne die Unterstützung von Zigaretten.

-Ein organisierter Lernplan: es bringt nichts, bis zur letzten Sekunde mit dem Lernen zu warten und dann Nächtelang über den Büchern zu sitzen. Man ist übermüdet, unkonzentriert und das, was man gerade gelesen hat, geht auf der einen Seite rein und auf der anderen Seite raus. Sinnvoller sind festgelegte Lernzeiten, die kleine Pausen beinhalten. Wie die Zigarettenpause, nur ohne Zigarette, reicht es, ein wenig frische Luft zu schnappen, sich mit den Kommilitonen zu unterhalten oder einfach kurz abzuschalten
-Lerngruppen bilden: Gemeinsam lernt es sich leichter! In Lerngruppen hat man die Möglichkeit, sich stellende Fragen mit Anderen zu erörtern anstatt ratlos über einem Buch zu sitzen.
-Meditation und Atemübungen: Autogenes Training, Atemübungen und Meditation führen zu innerer Ruhe und einem klaren Kopf. Auch Angstphasen können mit dem richtigen Training gechannelt und gebändigt werden.

Die weniger schädliche Alternative zum Rauchen: die E-Zigarette

Manchmal, und vor allem in stressigen Situationen, kann der Vorsatz mit dem Rauchen aufzuhören, mehr Stress verursachen als alles andere. Wem es mehr um die Gewohnheit, etwas in der Hand zu halten und daran zu ziehen geht, der könnte eine E-Zigarette kaufen und damit zu einer weniger schädlichen Alternative zur Tabakzigarette greifen. Beim sogenannten "Dampfen" kommt es zu keinem Verbrennungsvorgang, was bedeutet, dass giftige Gase wie Kohlenmonoxid komplett wegfallen.

Wie das funktioniert? Im Prinzip ganz einfach: in die E-Zigarette wird eine Flüssigkeit, das sogenannte Liquid oder E-Liquid eingefüllt, welches an einer Heizwendel sanft erhitzt und zu Dampf umgewandelt wird. Dieser Dampf wird über ein Mundstück inhaliert. Liquids gibt es sowohl mit als auch ohne Nikotin und in jeder nur erdenklichen Geschmacksrichtung. Vorbei die Zeiten, in denen die Studenten-WG nach kaltem Rauch gerochen hat, denn der Dampf legt sich weder auf Möbel, noch auf die Haare oder Kleidung. Auch die unbeliebten Brandlöcher im Teppich und der Couch sind mit der E-Zigarette Vergangenheit - von den gesundheitlichen Vorteilen mal ganz abgesehen. Denn wer dampft statt raucht, entscheidet sich für eine bis zu 95 % weniger schädliche Alternative und kann trotzdem seiner "Handgewohnheit" frönen. Und ohne den zusätzlichen Stress, den die Schmacht nach der nächsten Zigarette auslöst, lässt sich auch die nervenaufreibende Prüfungsphase besser überstehen. Viel Erfolg!