Saarland: Vorreiter im Bereich Sicherheit bei Kryptowährungen

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Halten sich Anwender nicht an bestimmte Regeln, so sind Softwaresysteme ausgesprochen anfällig für Angriffe. Davon nicht ausgenommen: Kryptowährungen. Zwei Informatiker des CISPA-Helmholtz-Zentrums haben hier etwa den Beweis angetreten - sie durchsuchten monatelang alle möglichen Informationen, die öffentlich zugänglich waren, und kamen am Ende zu dem Ergebnis, dass innerhalb des überprüften Zeitfensters digitale Münzen im Wert von 3,3 Millionen US Dollar hätten gestohlen werden können.

Kriminelle haben fast 2 Milliarden US Dollar gestohlen

Das neuerliche Erstarken des Bitcoin lockt selbstverständlich wieder Kriminelle an, die natürlich diverse Sicherheitslücken ausnutzen, um so bei einem erfolgreichen Angriff einen enormen Schaden anrichten zu können. Aber die Cyberkriminellen interessieren sich nicht nur für die Mutter aller Kryptowährungen - auch Ether, die Nummer 2 im Ranking der Top 100-Kryptowährungen, ist eine ausgesprochen beliebte Angriffsfläche geworden.

„Cyphertrace“, ein US amerikanisches Sicherheitsunternehmen, hat für das Jahr 2018 prognostiziert, dass Kryptowährungen im Wert von 1,5 Milliarden US Dollar gestohlen werden könnten. Am Ende lag man mit der Prognose gar nicht so weit daneben - es waren nämlich 1,7 Milliarden US Dollar.

Professor Christian Rossow und Johannes Krupp haben mit „Teether“ eine Software entwickelt, die es am Ende ermöglicht, den Anwendern Sicherheitslücken aufzuzeigen, um diese sodann beheben zu können. „Teether“ zielt hier rein auf die Plattform Ethereum ab - vor allem auch deshalb, weil im Bereich „Smart Contracts“ Ethereum sogar gegenüber dem Bitcoin die Nase vorne hat. Die selbstausführenden Verträge, die mit einem speziellen Programmiercode niedergeschrieben und sodann in der Blockchain gespeichert werden, sind ausgesprochen komplex. Vor allem auch deshalb, weil auch die Programmiersprache „Solidity“ komplex ist, sodass im Zuge des Programmiervorganges durchaus Fehler möglich sind.

Hier setzt „Teether“ an. Die Forscher haben mit „Teether“ mehr als 38.000 Smart Contracts analysiert - 815 Verträge wurden als „unsicher“ eingestuft.

Sind Investments in digitale Währungen gefährlicher als gedacht?

Michael Brengel, ebenfalls tätig am CISPA-Helmholtz-Zentrum, hat sich hingegen mit den Bitcoin-Sicherheitslücken befasst. Gemeinsam mit Rossow hat Brengel die Texte, die auf der Plattform „pastebin.com“ zu finden sind, analysiert. Dabei handelt es sich um eine Webseite, auf der problemlos Texte wie Quellcodes von Entwicklern zu finden sind.

Die beiden Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass auch die privaten Bitcoin-Codes immer in einem speziellen Format geschrieben werden. Nach gerade einmal zwei Stunden hatten sie ein Programm geschrieben, um die Pastebin-Texte automatisch auf etwaige Auffälligkeiten untersuchen zu lassen. Das Ergebnis war schockierend: Man hat 21.464 private Schlüssel gefunden, die auf knapp 43.000 Konten verwiesen - nach einer konservativen Schätzung hätte man somit rund 22 Bitcoins stehlen können. Mit heutigen Stand wären das knapp 190.000 US Dollar.

Ist der Bitcoin bald fünfstellig?

Wer sich für ein Investment in Bitcoin oder in eine andere Kryptowährung entscheidet, der sollte sich immer bewusst sein, dass das natürlich ausgesprochen riskant ist. Einerseits sind es Entscheidungen von Politikern, die einen Einfluss auf den Kursverlauf haben können, andererseits auch Hackerangriffe. Investiert man also in Kryptowährungen, so gibt es mehrere Gefahren, die nicht außer Acht gelassen werden sollten.

Jedoch sind die Chancen, hohe Gewinne einzufahren zu können, ausgesprochen gut. Vor allem auch dann, wenn man sich mit den neuesten Prognosen auseinandersetzt. Nachdem der Bitcoin und die Altcoins im Jahr 2018 eine heftige Korrektur erleben mussten, scheint man nun einen „Krypto-Frühling“ zu erleben. Befand sich der Bitcoin zu Beginn des Jahres noch bei 3.500 US Dollar, so konnte im Mai die 8.000 US Dollar-Marke übersprungen werden. Aktuell - Stand Ende Mai 2019 - ist man kurz davor, die 9.000 US Dollar-Hürde zu knacken.

Aber nicht nur der Bitcoin scheint sich von dem Absturz erholt zu haben: Ethereum kletterte von rund 100 US Dollar auf über 260 US Dollar, EOS von 2 US Dollar auf über 8 US Dollar und der Bitcoin Cash von 100 US Dollar auf über 420 US Dollar.