Verschiedene Arten von WG-Mietverträgen, die Du kennen solltest

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Das neue Semester steht vor der Tür. Es ist für viele junge Leute der Start in einen neuen Abschnitt des Lebens. Zum Beginn des Studiums ziehen viele "Erstis" von zu Hause aus und müssen sich in einer neuen Stadt zurechtfinden. Viele bevorzugen eine Wohngemeinschaft. Dort treffen sie auf andere Studenten, die sich bereits an der Uni auskennen oder mit denen sie die neue Stadt erkunden können.

Bevor Du in eine WG einziehen kannst, musst Du erst einmal einen Mietvertrag unterzeichnen. Dabei gibt es einige Dinge zu beachten, denn es gibt WG-Mietverträge in unterschiedlichen Arten. In diesem Text erklären wir Dir, welche WG-Mietverträge es gibt und wo die jeweiligen Vor- und Nachteile liegen.
Zunächst muss erwähnt werden, dass WG-Mietverträge im Gesetz keine Verträge sind, die sich von anderen Mietverträgen unterscheiden. Sie tragen in der Ausgestaltung dem Umstand Rechnung, dass mehrere Personen in dem Mietobjekt leben. Meist haben diese Personen zu Beginn des WG-Lebens noch keine nähere Bindung zueinander. Sie finden sich eigens zum gemeinsamen Wohnen zusammen. Abhängig davon, wie gut sich die einzelnen Vertragspartner kennen, können die WG-Mietverträge geschlossen werden. Das betrifft sowohl das Verhältnis der Bewohner untereinander als auch das Verhältnis zum Vermieter.

WG-Mietverträge: Ein Hauptmieter mit verschiedenen Untermietern

Der Vermieter gibt die Modalitäten der WG-Mietverträge vor. Für ihn ist es die bequemste Variante, einen Mietvertrag mit einem Hauptmieter abzuschließen. Damit hat er einen zentralen Ansprechpartner für alle Belange. Der Hauptmieter schließt dann mit den Mitbewohnern Untermietverträge ab. Er ist somit das Bindeglied zwischen den Untermietern und den Vermietern. Du bist als Hauptmieter im rechtlichen Sinne zugleich Mieter und Vermieter. Das bedeutet, dass Du seitens Deines Vermieters in Haftung genommen werden kannst. Du bist dafür verantwortlich, dass Dein Vermieter pünktlich den vollen Mietzins erhält und dass die Wohnung unversehrt bleibt. Du kannst aber Deine Mieter in Haftung nehmen, falls es zu Mietrückständen oder Beschädigungen kommt, die von ihnen verursacht wurden.

Für Dich können WG-Mietverträge, die Dich als Hauptmieter vorsehen, ein unangenehmes Ende nehmen. Als Hauptmieter hast Du allerdings das Recht, die WG-Mietverträge Deiner Mitbewohner zu kündigen. Bevor Du als bisheriger Mieter solche WG-Mietverträge anbietest, musst Du zunächst mit Deinem Vermieter abklären, ob er die Untervermietung gestattet. Allerdings bedeutet das auch, dass die WG-Mietverträge der Untermieter an den des Hauptmieters gekoppelt sind. Wird dieser vomVermieter gekündigt, müssen auch die Untermieter ausziehen.

WG-Mietverträge: Alle Beteiligten sind Hauptmieter

Diese Variante der WG-Mietverträge kommt häufig vor. Sie ist für den Vermieter allerdings aufwendig. Er muss nicht nur separate WG-Mietverträge mit jedem Bewohner abschließen, sondern zugleich jeden Monat kontrollieren, ob von jedem, der in der Wohnung lebt, die Miete eingegangen ist. Ist das nicht der Fall, hat der Vermieter das Recht, die WG-Mietverträge aufzuheben. Er kann entweder einzelne WG-Mietverträge kündigen oder die aller Bewohner. Eine Hürde ist außerdem, dass er den ganzen Schriftverkehr an alle drei Hauptmieter richten muss. Plant er beispielsweise eine Mieterhöhung oder kündigt den Besuch eines Handwerkers an, muss er darüber alle Mieter informieren. Weil alle Bewohner gleichberechtigt sind, gelten diese WG-Mietverträge für alle über die gesamte Fläche der Wohnung.

Der große Nachteil für die Bewohner dieser WG-Mietverträge ist, dass alle gesamtschuldnerisch haften. Das bedeutet, dass der Vermieter die Mietrückstände eines Bewohners bei allen anderen einfordern kann. Deswegen ist es bei Vermietern beliebt, WG-Mietverträge nach diesem Muster auszustellen. Für Dich als Bewohner ist das allerdings mit dem zuvor genannten Risiko verbunden. Hier werden die Miet- und Nebenkosten meist durch die Anzahl der Bewohner geteilt. Das kann zu Unstimmigkeiten führen, wenn sich die genutzten Zimmer deutlich in der Größe unterscheiden.

WG-Mietverträge: Jeder Mieter ist eigenständig

Auch bei dieser Variante tritt jeder Mieter eigenständig auf. Allerdings liegt der Unterschied darin, dass der Vermieter diese WG-Mietverträge individuell ausstellt. Das bedeutet, er vermietet jedes Zimmer an den jeweiligen Mieter und stellt Gemeinschaftsräume wie die Küche, das Bad oder den Keller der gemeinsamen Nutzung zur Verfügung. Somit sind die Mieter in diesem Fall wirklich eigenständig tätig und haften nicht für andere Mitbewohner. Das bedeutet zugleich, dass die WG-Mietverträge individualisiert sind. Jeder Bewohner zahlt bei diesem Verfahren den Anteil an den Miet- und Nebenkosten, die der Größe seines gemieteten Raums entspricht. Somit sind diese WG-Mietverträge fair und transparent.

Fazit: WG-Mietverträge müssen genau geprüft werden

Wir haben Dir einen Überblick geboten, wie WG-Mietverträge aussehen könnten. Mit den unterschiedlichen Arten sind noch weitere Rechte und Pflichten verbunden, mit denen Du Dich vor der Unterzeichnung auseinandersetzen solltest. So verlangen Vermieter gerade bei Studenten häufig einen Bürgen, der im Falle eines Mietrückstands zur Rechenschaft gezogen werden kann. Welcher Mietvertrag für Dich und Deine WG am besten geeignet ist, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Seid Ihr Freunde, die sich lange kennen, ist es einfacher, die Haftung für einander zu übernehmen, als wenn es sich um unbekannte Personen handelt, mit denen Du ein Mietverhältnis eingehst. Vor der Unterzeichnung eines Mietvertrags solltest Du das Dokument prüfen und gegebenenfalls im Internet offene Fragen recherchieren.

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