Tätigkeiten mit Acrylamid

Tätigkeiten mit Acrylamid

Acrylamidexposition bei der Gelherstellung
 

Acrylamid ist ein krebserzeugender und erbgutverändernder Stoff der Kategorie 2, der auch an der UdS vielfach zur Herstellung von Polyacrylamidgelen für die Gel-Elektrophorese eingesetzt wird.
 

An der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg wurden Luftmessungen durchgeführt, um die Belastung der Laborluft mit Acrylamid beim Herstellen der Gele zu untersuchen. Dabei wurde als „Grenzwert“ eine Konzentration von 30 µg • m-3 festgelegt, entsprechend dem Wert der ehemaligen technischen Richtkonzentration (TRK-Wert) für Acrylamid. Die Messungen zeigten, dass Acrylamid während der Gelherstellung verdampft und die Laborluft belastet.Arbeiten im Abzug geben dagegen ein erheblich besseres Bild der Exposition. Näheres finden Sie in einem Artikel der Abteilung Sicherheitswesen der Universität Heidelberg.
 

Aus der Gefahrstoffverordnung ergibt sich u. a. für Tätigkeiten mit krebserzeugenden, erbgutverändernden oder fruchtbarkeitsgefährdenden Gefahrstoffen ein Minimierungsgebot, um die Exposition zu reduzieren.Es gilt daher die Empfehlung, Acrylamidgele nicht selbst herzustellen oder diese unter einem Abzug herzustellen.
 

Bei Arbeiten mit Acrylamid müssen geeignete Schutzhandschuhe getragen werden. Eine Auswahl an Einwegschutzhandschuhen, die laut Herstellerangaben im Allgemeinen für den Umgang mit Acrylamid geeignet sind, finden Sie in der nachfolgenden Tabelle. Die Handschuhe müssen die Kriterien der DIN EN 374 erfüllen:
 

Hersteller

Produktname

Material

KCL

Dermatril

Nitril

KCL

Dermatril P

Nitril

Ansell

NeoTouch

Neopren

Ansell

Nitrilite

Nitril

Ansell

Touch N Tuff

Nitril

 

Die für Tätigkeiten mit Ethidiumbromid über die Beschaffung zu beziehenden Nitrilhandschuhe „NOBAGLOVE Nitril“ der Fa. NOBA erfüllen laut Hersteller auch grundsätzlich die Anforderungen für Tätigkeiten mit Acrylamid.

Die konkrete Eignung der Handschuhe hängt jedoch sehr von den speziellen Arbeitsverfahren bzw. der individuellen Arbeitsplatzsituation ab und muss im Einzelfall von den verantwortlichen LaborleiterInnen geprüft werden. Hierzu müssen die einzelnen Herstellerangaben berücksichtigt werden.

Für weitere Fragen stehen wir jederzeit zur Verfügung.