Screening als Prävention

Durch ein standardisiertes kardiovaskuläres Screening können im Vorfeld viele potenzielle Ursachen erkannt und rechtzeitig behandelt werden, was zu einer Reduktion plötzlicher Herztodesfälle führt. Aus verschiedenen Gründen (u. a. unterschiedliche Kostenstrukturen einzelner Länder sowie regional abweichende Verteilungsmuster kardialer Erkrankungen) gibt es bislang keinen internationalen Konsens der verschiedenen Fachgesellschaften für ein einheitliches ärztliches Screening. In Italien wurde 1982 ein nationales Programm eingeführt, das für alle Wettkampfsportler eine obligate kardiovaskuläre Tauglichkeitsuntersuchung beinhaltet, bestehend aus persönlicher/familiärer Anamnese, körperlicher Untersuchung und einem 12-Kanal-EKG. Nach Etablierung dieses Vorsorgeprogrammes konnte eine signifikante Reduktion plötzlicher Todesfälle bei jungen Wettkampfsportlern verzeichnet werden, insbesondere durch Verhinderung des plötzlichen Herztodes auf der Basis einer Kardiomyopathie. Die aktuellen Empfehlungen der European Society of Cardiology (ESC) und des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) stehen nicht ganz im Einklang mit den Empfehlungen der American Heart Association (AHA). Dieser Unterschied ist hauptsächlich auf unterschiedliche Kosten-Nutzen-Relationen zurückzuführen. Die FIFA hat für professionelle Fußballspieler ein gewisses Panel an Untersuchungen zur Pflicht gemacht, bevor sie FIFA Wettkämpfe bestreiten dürfen.  


Contact

 

PD Dr. med. Jürgen Scharhag
juergen.scharhag(at)uni-saarland.de
Tel.: +49(0)681 - 302 70400
Fax.: +49(0)681 - 302 4296

 

Dr. med. Philipp Bohm
p.bohm(at)mx.uni-saarland.de
Tel.: +49(0)681 - 302 70400
Fax.: +49(0)681 - 302 4296