Mehrsprachigkeit in deutscher und französischer Gegenwartsliteratur - vom poetischen Potential sprachlicher Métissage

Mehrsprachigkeit in deutscher und französischer Gegenwartsliteratur - vom poetischen Potential sprachlicher Métissage

Deutsch-Französischer Diskurs mit

Dr. Myriam Geiser, Université Grenoble Alpes

Dienstag, 15.01.2019, 14—16 Uhr, Campus A4 2, R. 2.11.1

Gastgeberinnen: Prof. Dr. Romana Weiershausen, Frankophone Germanistik / Sandra Duhem, Frankreichzentrum

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Abstract zum Vortrag

Literarische Mehrsprachigkeit haben Gilles Deleuze und Félix Guattari in sogenannten ‚kleinen Literaturen‘ verortet, also in Schreibsituationen innerhalb einer Mehrheitssprache, in denen der monolinguale Bezug zu Herkunft und sogenannter „Muttersprache“ aufgehoben ist. In deutscher und französischer Gegenwartsliteratur kann man eine solche Situation in transkulturellen Kontexten beobachten, die durch Sprachkontakte und Formen sprachlicher Métissage gekennzeichnet sind. Transkulturelles Schreiben entwickelt seine besondere poetische Innovation häufig aufgrund seines mehrsprachigen Potenzials. Selbst wenn in vielen Texten mehrsprachiger Autorinnen und Autoren keine konkrete gleichzeitige Verwendung verschiedener Sprachen stattfindet, so kann man dennoch oft ein ästhetisches Nachwirken von Mehrsprachigkeit oder eine bewusste Inszenierung sprachlicher Interferenzen ausmachen. Anhand einiger ausgewählter Beispiele in deutscher und französischer Sprache soll in diesem Vortrag das kreative Potenzial postmonolingualen Schreibens und seine Rezeption vergleichend betrachtet werden.