Qualitätsoffensive Lehrerbildung (SaLUt)

Optimierung der saarländischen Lehrer/-innenausbildung: Förderung des Umgangs mit Heterogenität und Individualisierung im Unterricht. 

Frühzeitige Verknüpfung von Fachwissenschaft und Fachdidaktik in der Lehramtsausbildung der Physik (SI, SII und LAB):

Entwicklung und Erprobung von Aufgaben zur Sachanalyse und adressatengerechten Elementarisierung.

Die Lehramtsstudiengänge der Physik umfassen spezifische auf den Lehrerberuf bezogene Veranstaltungen im Umfang von 31 ECTS-Punkten. Diese ergeben sich aus 16 SWS an der Universität und zwei Schulpraktika. Ausgerichtet und betreut werden diese vom Lehrstuhl für Experimentalphysik und Didaktik der Physik, unterstützt von abgeordneten Lehrern. Rein fachwissenschaftliche Veranstaltungen werden von den Fachrichtungen der Physik für Bachelor- und Lehramt-Studierende gemeinsam angeboten, berücksichtigen also grundsätzlich keine fachdidaktischen Belange. Diese Trennung hat zwar den Vorteil, für alle Studiengänge ein hohes fachwissenschaftliche Niveau sicherzustellen, es ergibt sich daraus aber auch das größte Defizit in der Ausbildung: Die in den Fachvorlesungen notwendige und unverzichtbare Mathematisierung führt dazu, dass Studierende physikalische Phänomene und Gesetzmäßigkeiten im Wesentlichen in der Sprache der Mathematik wiedergegeben und erklären können. Elementarisierung und didaktische Rekonstruktion müssen später (ab dem 4. Semester) in den fachdidaktischen Veranstaltungen - z.B. in den zweisemestrigen Modulen "Fachdidaktik" und "Schulorientiertes Experimentieren" - erst mühsam erlernt werden, was aus Zeitgründen nur exemplarisch möglich ist.

Zielvorstellung und Maßnahmen

Die Studierenden müssen frühzeitig an die für den Lehrerberuf so wichtige Abfolge von Sachanalyse, Elementarisierung und didaktischer Rekonstruktion herangeführt werden. Dies soll durch eine Verknüpfung von Fachwissenschaft und Fachdidaktik bereits in den fachwissenschaftlichen Veranstaltungen der Physik geschehen. Zwar sind getrennte Fachvorlesungen für Bachelor- und Lehramt-Studierende aus Kapazitätsgründen nicht durchführbar, in den begleitenden Übungen ist aber eine Differenzierung möglich.

Für den Übungsbetrieb der Fachvorlesungen in der Experimentalphysik und der theoretischen Physik werden spezielle Aufgaben zur oben angesprochenen Thematik entwickelt, die den jeweiligen Dozenten zur Verfügung gestellt werden. Dabei sollen vor allem die Bereiche Sachanalyse und Elementarisierung durch möglichst viele schulrelevante Beispiele abgedeckt werden. Die klassischen Übungsaufgaben des Bachelor-Studiengangs werden dabei nicht ersetzt, sondern ergänzt.

Für die nachfolgenden fachdidaktischen Veranstaltungen für Lehramtsstudenten (Fachdidaktik I+II, Schulorientiertes Experimentieren I+II) werden diese Übungsaufgaben dann weiterentwickelt, um die Studierenden auf den Umgang mit heterogenen Schülergruppen vorzubereiten (Leistungsheterogenität / heterogene Lernvoraussetzungen).

Förderung im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung:

Finanzierung von 2 teilabgeordneten Lehrern (Gesamtumfang 65% einer wiss. Mitarbeiterstelle) für die Entwicklung der Aufgaben, Schulung der Übungsgruppenleiter und Erprobung (Abordnung an den Lehrstuhl Experimentalphysik und Didaktik der Physik für den Zeitraum vom 1.8.2016 - 30.6.2019).