16.06.2023

Bargeldlos in die Zukunft? Prof. Popp im SR-Hörfunk zu Schließung von Bankfilialen und Geldautomaten

Der Anteil der elektronischen Zahlungsmittel im Einzelhandel hat in den vergangenen Jahren auch in Deutschland, das in dieser Hinsicht anderen europäischen Ländern wie Dänemark und Schweden deutlich hinterherhinkt, signifikant zugenommen. Zudem werden immer mehr Bankfilialen geschlossen und Geldautomaten abgebaut. Univ.-Prof. Dr. Bastian Popp spricht in einem Interview mit dem Saarländischen Rundfunk zu diesen Entwicklungen und potenziellen Auswirkungen für Konsumenten und Händler.

Auch wenn mobile Bezahlsysteme immer weiter ausgebaut werden und mittlerweile über 60 Prozent der Umsätze im Handel bargeldlos gezahlt werden, hält Professor Popp eine Abschaffung der Bargeldzahlung in Deutschland für vorerst nicht wahrscheinlich. Die Zielgruppe der Konsumenten, die insbesondere die Vorzüge der bargeldlosen Zahlung schätzen, ist nach wie vor zu relevant für den Handel, um die Zahlungsmöglichkeit mit Bargeld einzustellen. Für den Handel selbst, insbesondere große Unternehmen, würden sich hingegen Vorteile bei der Abwicklung und Verbuchung der Zahlungen ergeben, auch Einsparpotenziale sowie eine Verknüpfung mit Kundenkarten und Apps könnten gewinnbringend genutzt werden. Kleinere Handelsbetriebe profitieren nach Einschätzung von Prof. Popp zwar weniger stark von derartigen Effekten und sind daher gegenüber elektronischen Zahlungsmitteln weniger aufgeschlossen, allerdings sieht er auch hier zusätzliches Umsatzpotenzial durch das Angebot elektronischer Zahlungsmittel (SR3, 15.06.2023, https://www.sr.de/sr/sr3/themen/panorama/bargeldlos_in_die_zukunft_100.html).