Exkursion

Exkursionsseminar am 14. und 15. Oktober: Verdrängt – Vernichtet – Vergessen. Exkursion zur Gedenkstätte Grafeneck (Kooperation mit dem ZfP Südwürttemberg / Universitätsklinikum Ulm und Dr. Lena Lauer)

Einzeltermine: 07.10.2026 (10–12 Uhr); 24.11.2026 (14–16 Uhr); 01.12.2026 (10–12 Uhr)

Im Exkursionsseminar werden wir eine zweitägige Fahrt (14. / 15. Oktober 2026) nach Südwürttemberg machen. Dort besuchen wir am ersten Veranstaltungstag das Museum für Psychiatriegeschichte, das am ZfP Südwürttemberg Zwiefalten angegliedert ist. Dort beschäftigen wir uns mit Fragen der Opfer-, Täter*innen und Angehörigenperspektiven, mit dem Umgang mit der NS-Vergangenheit im Klinikalltag und der Ausstellungskonzeption für ein Museum für Psychiatriegeschichte. Außerdem werden wir uns mit der Frage auseinandersetzen, welche Relevanz im Allgemeinen die Psychiatriegeschichte und im Speziellen die NS-Psychiatriegeschichte aus medizinischer und historischer Sicht heute innehat. Am Folgetag besichtigen wir zunächst die Gedenkstätte auf dem Gelände des ehemaligen Vernichtungszentrums der „Aktion T4“ in Grafeneck. Im Anschluss hat das wissenschaftliche Personal der Gedenkstätte einen Workshop für uns vorbereitet, in dem wir intensiv über die „Aktion T4“, die Rolle Grafenecks, Opfer, Täter*innen und Angehörige sowie über den Zusammenhang zwischen „Aktion T4“ und Shoah diskutieren werden.

Der erste Einzeltermin am 7. Oktober dient der organisatorischen Vorbesprechung – es ist daher zwingend erforderlich, dass Sie an diesem Tag anwesend sind. Am 24.November bietet uns Frau Dr. Lena Lauer Einblicke in den heutigen Alltag einer Psychotherapeutin: Welche Rolle spielt die Ökonomisierung des Menschen in der aktuellen politischen Debatte rund um die Kürzungen im Gesundheitssystem und wie schlagen sich diese Bedingungen im psychotherapeutischen Alltag nieder. Ferner werden wir erörtern, inwiefern die Stigmatisierungen aus der NS-Zeit sich bis heute im Alltag von Menschen mit psychischen Erkrankungen widerspiegeln. 

In der Sitzung am 1. Dezember besuchen wir das Landesarchiv des Saarlandes in Scheidt. Dort werden wir zunächst eine kurze Führung durch die Archivmagazine sowie erste Einblicke in das Arbeiten im Archiv erhalten. Im Anschluss haben Sie die Möglichkeit mit den Originaldokumenten psychiatrischer Einrichtungen aus der NS-Zeit zu arbeiten.

Die Anreise zur zweitägigen Exkursion  erfolgt mit der Deutschen Bahn bzw. in Fahrgemeinschaften mit Privat-Pkw. Ein Unkostenbeitrag von ca. 75 € fällt für die Übernachtung an. Die Studienleistung besteht wahlweise aus einem zweiseitigen Exkursionsbericht, einer zweiseitigen Quellenkritik zu den von Ihnen bearbeiteten Archivalien oder aus einem zweiseitigen Reflexionsbericht zur Veranstaltung.