Kinderschutz

Wie handeln Sie sicher, wenn Kinderschutz beruflich relevant wird?

Das berufsbegleitende Universitätszertifikat „Kinderschutz“ vermittelt Ihnen grundlegendes und praxisrelevantes Wissen, um mögliche Gefährdungslagen von Kindern und Jugendlichen früher zu erkennen, professionell einzuordnen und sicher zu handeln.

Sie stärken Ihre Handlungssicherheit bei Verdachtsmomenten, lernen rechtliche Grundlagen und Schutzkonzepte kennen und entwickeln eine interdisziplinäre Perspektive auf Kinderschutz. Das Angebot richtet sich an Fachkräfte, die regelmäßig mit Kindern, Jugendlichen und Familien arbeiten oder in ihrem Tätigkeitsfeld Hinweise auf Belastungssituationen wahrnehmen können.

    • Sie dokumentieren Ihre fachliche Qualifizierung im Kinderschutz, stärken Ihre berufliche Handlungssicherheit und können Ihre Expertise in pädagogischen, medizinisch-therapeutischen und psychosozialen Arbeitsfeldern sichtbar machen.

Auf einen Blick

  • Abschluss: Universitätszertifikat „Kinderschutz“ mit 10 ECTS und Kompetenzbescheinigung
  • Dauer: 1 Semester
  • Studienform: Blended Learning mit Online-Terminen und einem Fachtag in Präsenz
  • Sprache: Deutsch
  • Start: 15.10.2026, 17:30–19:30 Uhr
  • Kosten: 990 Euro pro Teilnehmer:in
  • Ort: Online; Fachtag in Präsenz im Innovation Center auf dem Campus Saarbrücken
  • Zielgruppe: Fachkräfte in frühkindlicher Bildung, Schulen, Kliniken, Therapie, Pflege, Psychotherapie, Inklusion, Integration und weiteren Arbeitsfeldern mit Kontakt zu Kindern und Jugendlichen

Lehransatz

Interdisziplinär, praxisnah, anwendbar: Sie verbinden medizinische, psychologische, pädagogische und sozialpädagogische Perspektiven, arbeiten an konkreten Fragestellungen aus der Praxis und übertragen das Gelernte auf Verdachtsklärung, Gesprächsführung, Gefährdungseinschätzung und Zusammenarbeit mit Institutionen.

Zertifikatsmodule

Semesterinhalte

Einführung Kinderschutz

  • Lernen Sie zentrale Begriffe, Aufgaben und Akteur:innen im Kinderschutz kennen.
  • Ordnen Sie Kinderschutz als interprofessionelles Handlungsfeld ein.
  • Reflektieren Sie Ihre eigene Rolle im beruflichen Kontext.

Erscheinungsformen Kindeswohlgefährdung I

  • Erkennen Sie grundlegende Formen möglicher Kindeswohlgefährdung.
  • Sensibilisieren Sie sich für Warnzeichen, Belastungen und Risikokonstellationen.
  • Verknüpfen Sie Beobachtungen mit professionellen Handlungsschritten.

Erscheinungsformen Kindeswohlgefährdung II

  • Vertiefen Sie Ihr Wissen zu unterschiedlichen Gefährdungslagen.
  • Schärfen Sie Ihren Blick für komplexe Fallkonstellationen.
  • Entwickeln Sie mehr Sicherheit in der fachlichen Einordnung.

Rechtliche Aspekte und Schutzkonzepte

  • Lernen Sie relevante rechtliche Grundlagen im Kinderschutz kennen.
  • Verstehen Sie institutionelle Zuständigkeiten und Dokumentationsanforderungen.
  • Wenden Sie Schutzkonzepte als Orientierung für professionelles Handeln an.

Inklusiver Kinderschutz aus medizinischer Perspektive und Childhood-Haus

  • Betrachten Sie Kinderschutz aus medizinischer und inklusiver Perspektive.
  • Lernen Sie Unterstützungsstrukturen wie das Childhood-Haus kennen.
  • Verstehen Sie Schnittstellen zwischen Versorgung, Diagnostik und Schutzauftrag.

Vorbereitung Fachtag

  • Entwickeln Sie eigene Inhalte und Fragestellungen für den Fachtag.
  • Bereiten Sie Referate oder Beiträge mit Praxisbezug vor.
  • Verknüpfen Sie fachliche Inhalte mit Ihrem beruflichen Erfahrungsfeld.

Diagnostik und Gefährdungseinschätzung

  • Lernen Sie Grundlagen der fachlichen Einschätzung von Gefährdungslagen kennen.
  • Strukturieren Sie Beobachtungen, Hinweise und Verdachtsmomente.
  • Stärken Sie Ihre Entscheidungsfähigkeit im weiteren Vorgehen.

Gesprächsführung und Verdachtsklärung

  • Üben Sie den professionellen Umgang mit sensiblen Gesprächssituationen.
  • Lernen Sie Grundlagen einer klaren und angemessenen Kommunikation kennen.
  • Stärken Sie Ihre Sicherheit bei der Klärung von Verdachtsmomenten.

Rolle des Jugendamts und des Familiengerichts

  • Verstehen Sie Aufgaben und Zuständigkeiten zentraler Institutionen.
  • Lernen Sie Schnittstellen zwischen Fachpraxis, Jugendamt und Familiengericht kennen.
  • Ordnen Sie Meldewege und Kooperationsformen fachlich ein.

Vertiefungsthemen: Häusliche Gewalt, Risiken der Digitalisierung, Trauma

  • Vertiefen Sie aktuelle Risikofelder im Kinderschutz.
  • Erkennen Sie Zusammenhänge zwischen Gewalt, digitaler Lebenswelt und Belastungsfolgen.
  • Entwickeln Sie Sensibilität für traumabezogene Aspekte.

Institutionen zur Unterstützung im Kinderschutz

  • Lernen Sie relevante Unterstützungs- und Netzwerkstrukturen kennen.
  • Verstehen Sie Möglichkeiten interprofessioneller Zusammenarbeit.
  • Nutzen Sie institutionelle Ressourcen für sicheres Handeln.

Der Blick über die Grenzen: Kinderschutz in Frankreich und Luxemburg

  • Erweitern Sie Ihre Perspektive auf grenzüberschreitende Kinderschutzstrukturen.
  • Vergleichen Sie Ansätze in Deutschland, Frankreich und Luxemburg.
  • Reflektieren Sie regionale Besonderheiten im Saarland und der Großregion.

Fachtag

  • Gestalten Sie den Fachtag mit eigenen Inhalten und Referaten mit.
  • Bringen Sie fachliche Perspektiven aus Ihrer Praxis ein.
  • Schließen Sie die Weiterbildung mit aktiver Mitarbeit und Leistungsnachweis ab.

Studienziele & Lernergebnisse

Nach Abschluss des Zertifikats können Sie:

  • Erkennen, welche Hinweise auf mögliche Kindeswohlgefährdungen hindeuten können.
  • Einordnen, welche rechtlichen Grundlagen, Schutzkonzepte und institutionellen Zuständigkeiten relevant sind.
  • Sensible Gespräche zur Verdachtsklärung professionell vorbereitet und gestaltet werden.
  • Bewerten, wie Gefährdungslagen strukturiert eingeschätzt und dokumentiert werden können.
  • Mit Medizin, Pädagogik, Therapie, Jugendhilfe und weiteren Institutionen wirksam zusammenarbeiten.
  • Das erworbene Wissen in Ihrem eigenen beruflichen Handlungsfeld anwenden.

Ihre Vorteile

  • Berufsbegleitendes Format mit planbaren Online-Terminen
  • Ein Präsenz-Fachtag zur Vertiefung und Vernetzung
  • Akademisches Universitätszertifikat mit 10 ECTS
  • Hoher Praxisbezug für Fachkräfte mit Kontakt zu Kindern und Jugendlichen
  • Interdisziplinäre Verbindung von Medizin, Psychologie, Pädagogik und Sozialpädagogik
  • Mehr Handlungssicherheit bei Verdachtsfällen
  • Grundlagen zu Recht, Schutzkonzepten, Diagnostik und Gesprächsführung
  • Sensibilisierung für Kindeswohlgefährdung, Prävention und Unterstützung
  • Regionale Netzwerkorientierung im Saarland
  • Grenzüberschreitende Perspektive auf Kinderschutz in Frankreich und Luxemburg
  • Kompaktes Microcredential-Format mit Leistungsnachweis

Mit dem Zertifikat erweitern Sie Ihre fachliche Kompetenz für ein sensibles und gesellschaftlich hoch relevantes Arbeitsfeld. Sie gewinnen Orientierung, stärken Ihre professionelle Haltung und entwickeln konkrete Handlungssicherheit für Situationen, in denen Kinderschutz besondere Aufmerksamkeit erfordert.

Stimme zum Zertifikat

„Kindesmisshandlung hat eine hohe Dunkelziffer und verursacht großes menschliches Leid – seelisch, körperlich und medizinisch. Ganzheitlicher Kinderschutz hat deshalb für unsere Gesellschaft höchste Priorität. Mit diesem Zertifikat möchten wir Fachkräfte stärken, Verdachtsmomente sicherer einzuordnen und professionell zu handeln. Kinder sind unsere Zukunft.“

Prof. Dr. Eva Möhler
Fachliche Verantwortung, Universität des Saarlandes

Häufig gestellte Fragen

Häufig gestellte Fragen (F.A.Q.)

Für wen eignet sich das berufsbegleitende Modulzertifikat Kinderschutz?

Das Zertifikat richtet sich an Fachkräfte, die beruflich mit Kindern, Jugendlichen oder Familien arbeiten. Dazu zählen unter anderem Fachkräfte in frühkindlicher Bildung, Schulen, Kliniken, Pflege, Ergotherapie, Physiotherapie, Logopädie, Psychotherapie, Inklusion, Integration sowie pädagogische und medizinisch-therapeutische Arbeitsfelder.

Welchen Abschluss erhalte ich?

Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Sie das Universitätszertifikat „Kinderschutz“ mit 10 ECTS. Zusätzlich erhalten Sie eine Bescheinigung über die erworbenen Kompetenzen. Grundlage sind die Teilnahme, die aktive Mitarbeit und die Gestaltung des Fachtags mit eigenen Inhalten beziehungsweise Referaten.

Wie ist das Zertifikat aufgebaut?

Das Angebot umfasst 12 Online-Unterrichtstermine und einen Fachtag in Präsenz. Die Online-Termine finden jeweils von 17:30 bis 19:30 Uhr statt. Der Fachtag wird am 26.02.2027 im Innovation Center auf dem Campus in Saarbrücken durchgeführt.

Wann startet die Weiterbildung?

Der verbindliche Starttermin ist der 15.10.2026 von 17:30 bis 19:30 Uhr. Weitere Online-Termine finden im Oktober, November, Dezember und Januar statt. Der abschließende Fachtag ist für den 26.02.2027 in Präsenz geplant.

Wie hoch ist der Arbeitsaufwand?

Der Workload beträgt insgesamt etwa 300 Stunden. Darin enthalten sind Online-Lernphasen, Vor- und Nachbereitung, Präsenzanteile, Selbststudium sowie Praxisleistungen. Das Format ist berufsbegleitend angelegt und kombiniert digitale Termine mit einem abschließenden Präsenzanteil.

Welche Kosten fallen an?

Die Kosten betragen 990 Euro pro Teilnehmer:in für das gesamte Semester. Weitere im Briefing genannte Kosten sind nicht ausgewiesen. Bei Fragen zu Zahlungsmodalitäten oder möglichen organisatorischen Details nutzen Sie bitte das Kontaktformular auf der Website.

Wie läuft die Registrierung ab?

Die Registrierung erfolgt über das Kontaktformular auf der Website. Die Bewerbungsfrist startet Ende Mai. Der Anmeldeschluss ist der 15.09.; die Registrierungsfrist endet am 30.09. Bitte beachten Sie diese Fristen für Ihre Teilnahmeplanung.

Welche Themen werden behandelt?

Die Weiterbildung behandelt unter anderem Erscheinungsformen von Kindeswohlgefährdung, rechtliche Aspekte, Schutzkonzepte, inklusiven Kinderschutz aus medizinischer Perspektive, Diagnostik, Gefährdungseinschätzung, Gesprächsführung, die Rolle von Jugendamt und Familiengericht sowie Vertiefungsthemen wie häusliche Gewalt, Digitalisierung und Trauma.

Warum ist das Angebot interdisziplinär ausgerichtet?

Kinderschutz betrifft viele Berufsgruppen und Institutionen. Deshalb verbindet das Zertifikat medizinische, psychologische, pädagogische und sozialpädagogische Perspektiven. Sie lernen, Verdachtsmomente nicht isoliert zu betrachten, sondern fachlich einzuordnen und geeignete Kooperationswege zu nutzen.

Gibt es eine Mindestteilnehmendenzahl?

Ja. Die Mindestteilnehmendenzahl beträgt 12 Personen. Das Angebot ist damit auf eine Lerngruppe ausgelegt, die fachlichen Austausch, Praxisbezug und interdisziplinäre Perspektiven ermöglicht.

Mitwirkende & Zertifikatsverantwortliche

Fachliche Verantwortung

Prof. Dr. Eva Möhler
Universität des Saarlandes

Referenten

Timo Banzet
Sozialpädagoge, Bildungs- und Sozialmanagement, Insofa

Roman Faas
Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut

Fakultät

Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
In Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum des Saarlandes als Standort für Forschung, Lehre und Gesundheitsversorgung