Führung & Empowerment im wissenschaftlichen Kontext
Die Expert*innenorganisation „Forschung“ unterscheidet sich in zentralen Punkten von klassischen Unternehmensstrukturen: ein hohes Bedürfnis nach Autonomie, der Anspruch auf „Freiheit in Forschung und Lehre“ sowie stark intrinsisch geprägte Motivationslagen erfordern spezifische Führungsansätze.
Gleichzeitig übernehmen Wissenschaftlerinnen seltener Führungsrollen oder beanspruchen diese weniger selbstverständlich für sich – trotz hoher fachlicher Qualifikation. Rollenerwartungen, implizite Biases und eine oft männlich geprägte Führungskultur können dazu beitragen, dass Führung nicht immer als anschlussfähig an die eigene Identität erlebt wird.
Dieser Workshop verbindet praxisnahe Führungsinstrumente mit einem expliziten Empowerment-Ansatz. Ziel ist es, Wissenschaftlerinnen Positionen darin zu stärken, ihre Führungsrolle bewusst anzunehmen, einen eigenen Führungsstil zu entwickeln und diesen mit Klarheit und Selbstvertrauen auszufüllen. Die Teilnehmenden reflektieren sowohl klassische Führungsaufgaben als auch die spezifischen Kontexte und Erwartungen, denen Frauen in wissenschaftlichen Leitungsfunktionen begegnen.
Der Workshop vermittelt Werkzeuge zur Führung und Motivation von Mitarbeitenden in Forschungsteams und schafft Raum für die Auseinandersetzung mit Wirksamkeit, Sichtbarkeit und Führungsidentität. Durch das Verständnis der besonderen Motivationen von Forschenden und die Anpassung der Führungsansätze an den wissenschaftlichen Kontext werden die Teilnehmenden befähigt, Autonomie, Kreativität und Leistung zu fördern – und zugleich ihre eigene Führungsrolle gestärkt auszufüllen. Folgende Themen werden im Kurs besprochen:
Was ist Führung?
- Definition von Führung im wissenschaftlichen Kontext
- Aufgaben und Rollen einer Führungskraft
- Selbstverständnis und Führungsidentität
Führung einzelner Mitarbeitender
- Führungsstile und deren situative Passung
- Delegation von Aufgaben als Führungsinstrument
- Motivation in der Forschung
- Feedback, Erwartungsklarheit und Grenzen setzen
Führung einer Gruppe
- Die Rolle der Führungskraft im Team
- Gruppendynamiken und informelle Machtstrukturen
- Psychologische Sicherheit und Teamklima
Empowerment & Genderkontext
- Typische Hürden für Frauen in Führungsrollen
- Umgang mit impliziten Erwartungen und Rollenzuschreibungen
- Sichtbarkeit, Autorität und Präsenz
Zur Referentin:
Juliane Handschuh ist promovierte Neurobiologin mit über 10 Jahren Forschungserfahrung in den Bereichen molekulare Neurowissenschaften und Immunologie. Diese langjährige Erfahrung nutzt sie, um als freischaffende Trainerin für Soft Skills Wissenschaftler*innen im Kontext Personalentwicklung zu unterstützen. Der Fokus ihres Angebots liegt auf der Stärkung von Schlüsselkompetenzen wie (wissenschaftliche) Kommunikation, Führung, Karriereentwicklung sowie Zeit- und Selbstmanagement. Ihr persönliches Herzensanliegen ist das Thema Diversität in der Wissenschaft. Hier engagiert Juliane Handschuh sich für die Sensibilisierung für das Thema sowie das Empowerment diverser Gruppen innerhalb der Wissenschaftslandschaft mit einem Fokus auf Gender und soziale Herkunft.
