Im kommenden zweisprachigen Vortrag beleuchten die CURE-Fellows Susanne Gehrmann und Marie Guthmüller literarische Produktion der heutigen Demokratischen Republik Kongo sowie ihrer Diaspora. Die Analyse der zwei unterschiedlichen, jedoch miteinander verbundenen Korpora zeigt, dass sich die Erfahrung von Gewalt in lokal publizierter Literatur anders ausdrückt als in der weltweit bekannteren Literatur der Diaspora – sowohl inhaltlich als auch formal und rhetorisch. Texte werden geprägt durch den Ort ihrer Entstehung, die literarischen Felder, in denen sich die Autorinnen und Autoren bewegen, sowie durch das Zielpublikum, an das sie sich richten. Diese Faktoren beeinflussen auch die Konzeptualisierung von Reparationsprozessen. Der Vortrag zielt darauf ab, die in Kinshasa, Lubumbashi und Goma entstandenen lokalen Gewalt-Narrative mit denen der kongolesischen Diaspora im Globalen Norden in Beziehung zu setzen und zu vergleichen sowie aufzuzeigen, welche (Un-)Möglichkeiten von Reparation und Heilungsprozessen die Literatur entwirft.
Nach dem Vortrag können die vorgestellten Themenschwerpunkte in einer öffentlichen Diskussionsrunde vertieft werden.
Weitere Informationen zum Vortrag: https://cure.uni-saarland.de/veranstaltungen/gewalt-und-reparation-in-literarischen-narrativen-der-demokratischen-republik-kongo/
Die Käte Hamburger Lecture Serie bietet einen Einblick in die aktuellen Forschungsarbeiten des Kollegs und ladet die interessierte Öffentlichkeit zu einer Diskussion über kulturelle Praktiken der Reparation ein. Im Fokus der Vortragsreihe stehen aktuelle Forschungspositionen zu kulturellen Praktiken der Reparation. Die Vorträge finden monatlich an der Universität des Saarlandes statt und werden live online übertragen.
Liveübertragung: Link
Wo: Innovation Center A2 1, Seminarraum 0.01, Universität des Saarlandes
Kategorie: Wissenschaftlicher Vortrag
Vortragssprachesprache: Englisch & Französisch
Eintritt/Bedingung: Kostenloser Eintritt
Das Käte Hamburger Kolleg für kulturelle Praktiken der Reparation (CURE) an der Universität des Saarlandes ist ein vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördertes sozial- und kulturwissenschaftliches Forschungsinstitut. Im Zentrum seiner Arbeit steht die Frage, wie Menschen und Gesellschaften mit Verletzungen und irreparablen Schäden umgehen. Vor dem Hintergrund von Kriegen, Genoziden, der Zerstörung von Kulturgütern und Sprachen sowie globalen Herausforderungen wie Erderhitzung und Artensterben untersuchen internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Künstlerinnen und Künstler kreative Formen gesellschaftlicher Auseinandersetzung mit Verlust, historischer Schuld und globaler Verantwortung. Kulturelle Praktiken etwa in Form von Erzählungen, Musik, Theater und Ausstellungen stehen im Mittelpunkt der Forschungen, da sie individuelle und kollektive Erfahrungen zur Sprache bringen und widerstreitende Perspektiven zusammenführen können. Ziel der gemeinsamen Forschungsarbeit ist es ein umfassendes gesellschaftspolitisches Verständnis von individuellen und kollektiven Reparationsfragen in einer globalisierten Welt zu entwickeln. In diesem Zusammenhang lädt das Kolleg regelmäßig zu öffentlichen Veranstaltungen ein, um seine Themen im Dialog mit der Zivilgesellschaft zu diskutieren.