Quantenrepeater verteilen Quanteninformation auf verlustarme Weise und machen damit eine Ende-zu-Ende-sichere, quantenphysikalisch geschützte Kommunikation möglich. Großflächige Quantennetzwerke setzen voraus, dass Quantenzustände zwischen weit voneinander entfernten Knoten zuverlässig übertragen werden können. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert nun mit rund 12 Millionen Euro ein neues Verbundprojekt, in dem Technologien und Demonstratoren für Quantenrepeater weiterentwickelt und unter realen Betriebsbedingungen getestet werden sollen. Die Federführung des Verbundprojekts hat die Universität des Saarlandes übernommen.
Quantenkommunikation gilt als zentrale Säule moderner IT-Sicherheitsforschung. Sie schafft die Grundlage für sichere digitale Infrastrukturen, den Schutz sensibler Daten und die technologische Souveränität Deutschlands. Die im Juli 2025 vom Bundeskabinett beschlossene Hightech Agenda Deutschland benennt Quantentechnologien, insbesondere die Quantenkommunikation, als eine der Schlüsseltechnologien der Zukunft. Für den Auf- und Ausbau leistungsfähiger Quantennetzwerke sind Quantenrepeater unverzichtbar. Sie überwinden die Reichweitenbegrenzung optischer Kommunikationskanäle und ermöglichen die verlustarme Übertragung von Quanteninformation über große Distanzen. Als Meilenstein definiert die Hightech Agenda die Technologiedemonstration eines ersten Quantenrepeaters bis 2028 – als Basis für eine weitreichende Quantenkommunikation und perspektivisch für ein zukünftiges Quanteninternet.
Vor diesem Hintergrund ist im Januar 2026 ein neues BMFTR-gefördertes Projekt gestartet. Das Forschungsvorhaben „Technologien und Demonstratoren für Quantenrepeater (TD.QR)“ zielt in seiner 14-monatigen Laufzeit auf die Entwicklung, Optimierung und Erprobung zentraler Repeater-Technologien ab und schafft damit, gemeinsam mit weiteren Forschungsarbeiten, entscheidende Voraussetzungen für das Erreichen des Meilensteins 2028. TD.QR kann dabei auf den Vorarbeiten des Verbundprojekts „Quantenrepeater.Net (QR.N)“ sowie früheren Forschungsverbünden aufbauen, in deren Rahmen bereits zentrale Technologien, Konzepte und Protokolle für Quantenrepeater entwickelt und in ersten Demonstrationen erprobt wurden – darunter die Verteilung von Verschränkung und die Quantenteleportation über Glasfaserstrecken.
Das Vorhaben geht nun den nächsten Schritt: Geplant sind die Implementierung von Quantenrepeater-Verbindungen auf realen Teststrecken außerhalb geschützter Laborumgebungen sowie die Demonstration grundlegender Funktionen von Quantennetzwerken. Dazu zählen der Aufbau mobiler und skalierbarer Quantenknoten, die Optimierung von Komponenten zur Verschränkungsverteilung zwischen unterschiedlichen Quantenspeicher-Plattformen sowie die Einrichtung von Repeater-Strecken mit mehreren Knoten.
Getragen wird das Projekt von einem Konsortium aus elf führenden akademischen Partnern – darunter auch die Universität des Saarlandes – an sieben Standorten, die in komplementären Teilprojekten eng zusammenarbeiten. Die übergreifende Koordination des Projekts liegt ebenfalls bei der Universität des Saarlandes. Die Verbindung von Grundlagenforschung, Technologieentwicklung und Anwendungsperspektiven ermöglicht es, zentrale Herausforderungen der Quantenrepeater-Technologie systematisch zu adressieren und Forschungsergebnisse in konkrete Anwendungen zu überführen. Mit seinem Beitrag zur Quantenkommunikation im Rahmen der Hightech Agenda stärkt TD.QR die technologische Leistungsfähigkeit und Souveränität Deutschlands in einem strategisch zentralen Zukunftsfeld.
Mehr Informationen zum Projekt „Technologien und Demonstratoren für Quantenrepeater (TD.QR)“ sind im Projektsteckbrief des BMFTR verfügbar: https://www.forschung-it-sicherheit-kommunikationssysteme.de/projekte/td.qr
Fragen beantwortet:
Prof. Dr. Christoph Becher
Tel.: (0681) 3022466
E-Mail: christoph.becher(at)physik.uni-saarland.de

