Forschung
Die Forschung des Lehrstuhls ist derzeit sehr breit aufgestellt. So können hier sowohl Grundlagenforschung, experimentelle Forschung und klinische Forschungsvorhaben realisiert werden.
Klinische Studien
Die klinische Forschung ist ein wichtiger Bestandteil der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie. Seit 2008 konnte das vollständig aus Drittmitteln finanzierte klinische Studienzentrum weiter ausgebaut werden.
Im Jahr 2011 erfolgte eine internationale Akkreditierung entsprechend der Richtlinien der AO Foundation. Unser klinisches Studienzentrum betreut mehrere nationale und internationale Forschungsprojekte.
Im Jahr 2015 erfolgte die Re-Zertifizierung des Studienzentrums durch die AO Foundation im „Platinum Level“.
Die betreuten Studien umfassen verschiedene Themen der traumatologischen Forschung und sind sowohl als monozentrische als auch multizentrisch geführt.
Molekular- und Zellbiologische Forschung
Die Arbeitsgruppen des Molekular- und Zellbiologischen Forschungslabors der Klinik bearbeiten unter der Gesamtleitung von Hr. Prof. Dr. rer. nat. Martin Oberringer unterschiedliche Fragen, die sich vor dem Hintergrund der physiologischen und pathologischen Regeneration des Menschen stellen.
Im Schwerpunktthema Wundheilung werden neben Zellkulturtechniken vor allem immunchemische Techniken und die Methode der Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung angewendet, die insbesondere durch Frau MTA Martina Jennewein, unterstützt durch wissenschaftliche Hilfskräfte und Doktoranden der Medizin, durchgeführt werden. Neben diesen Arbeiten im Hauptlabor in Geb. 43 werden in Geb. 56 von Frau MTA Monika Bubel die Techniken des ELISA und der Durchflusszytometrie betreut.
Innerhalb eines weiteren Schwerpunktthemas befasst sich ein Teil der Arbeitsgruppe unter Leitung von Hr. Dipl.-Biol. Dr. rer. nat. Wolfgang Metzger, unterstützt durch Frau MTA Daniela Sossong, mit Aspekten der Knochenregeneration und der Interaktion von Zellen mit neuartigen nano- und mikrostrukturierten Materialien. Dabei kommen in der Laboreinheit im Forschungs- und Laborgebäude der Unikliniken Geb. 61.4, die 2008 bezogen wurde, neben Zellkulturtechniken vor allem Methoden zur Oberflächenfunktionalisierung verschiedener Träger- und Kultivierungssysteme zur Anwendung.
Durch die weite inhaltliche und methodische Spreitung der experimentellen Ansätze gelingt es, Bereiche abzudecken, die einerseits zentral für die Analytik von Heilungsstörungen der Weichteil- und Knochenheilung sind und mit denen andererseits neue therapeutische Ansätze -in Kombination mit Methoden des Tissue Engineering- entwickelt und überprüft werden können.
Experimentelle Forschung
Die experimentelle Forschung ist ein wichtiger Bestandteil der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie. Die Frakturheilung ist nach wie vor Gegenstand intensiver Forschungen. Hauptfokus der Arbeitsgruppe Frakturheilung der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie und des Instituts für Klinisch-Experimentelle Chirurgie ist die Analyse der pathophysiologischen Grundlagen der Frakturheilungsprozesse und die Entwicklung verschiedener Therapieansätze zur Verbesserung der gestörten Frakturheilung. Primär wurden verschiedene Fraktur- und Knochendefektmodelle an der Maus entwickelt sowie erstmals biomechanische Parameter verschiedener Osteosynthesetechniken für die Maus analysiert und quantifiziert, so dass nun standardisierte Untersuchungen am Mausmodell durchgeführt werden können.
Zur Analyse der Frakturheilung wurden zahlreiche Untersuchungsmethoden etabliert, welche in aktuell laufenden Studien standardmäßig durchgeführt werden. Am Institut für Klinisch-Experimentelle Chirurgie steht ein voll ausgestattetes Labor für biomechanische, histologische, immunhistologische, proteinbiochemische sowie radiologische Untersuchungen zur Verfügung. Mittlerweile konnte neben einem in-vitro micro-CT und einem Kleintier-MRT durch ein DFG-gefördertes Projekt ein in-vivo micro-CT angeschafft werden. Dieses Gerät erlaubt wiederholte Untersuchungen am lebenden Tier und verspricht damit tiefere Einblicke in die dynamischen Prozesse der Frakturheilung (Abb. 1).
Biomechanik
In der biomechanischen Forschung geht es im Wesentlichen um die Untersuchung verschiedener Implantatsysteme. Hierzu werden in Modellversuchen einzelne operative Versorgungstechniken entwickelt und im Vergleich zu Standardverfahren untersucht. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse können dann nach entsprechender Vorbereitung und Genehmigung in den klinischen Alltag übertragen werden.




