
Die „Training ALliancE for Novel Microbiome-Modulating TherapieS“, kurz TALENTS, ist ein internationales Doktorandenprogramm der Universität des Saarlandes, das von der Marie Skłodowska-Curie COFUND-Aktion der Europäischen Kommission gefördert wird.
Es bringt 15 Doktoranden (DCs) zusammen, die in einer interdisziplinären Ausbildungsallianz an ihrer Promotion an der Schnittstelle von Pharmazie, Chemie, Biologie, Medizin und Bioinformatik arbeiten. Das übergeordnete Ziel ist es, die menschliche Mikrobiota zu erforschen und zu nutzen, um Krankheiten zu bekämpfen.
Die Universität des Saarlandes ist nach diesem Bundesland benannt, das in der Nähe von Frankreich und Luxemburg liegt. Die Graduiertenschule TALENTS verbindet den Hauptcampus in der saarländischen Landeshauptstadt Saarbrücken mit dem medizinischen Campus und der Universitätsklinik in der Stadt Homburg.
Ausbildungsprogramm
Das Ausbildungsprogramm von TALENTS baut auf dem Lehrplan für Doktoranden der Fakultäten der Universität des Saarlandes auf, der eine Vereinbarung über die Strukturierung der Doktorandenausbildung durch die Einrichtung eines Dissertationskomitees umfasst. Die starke Interdisziplinarität spiegelt sich in einem Team von zwei bis drei Betreuern aus verschiedenen Fachbereichen für jeden TALENTS-Studierenden wider.
Regelmäßige Projektbesprechungen, ein sektorübergreifender oder internationaler Austausch, wissenschaftliche und übertragbare Kompetenzkurse tragen zu einem anregenden Forschungsumfeld und einer maßgeschneiderten Ausbildung in beruflichen Fähigkeiten bei. Die erforderlichen 18 ECTS-Punkte werden durch die Teilnahme an verschiedenen Kursen und Aktivitäten gesammelt, die sich ausgewogen auf wissenschaftliche und übertragbare Kompetenzen verteilen.
Einige wenige Pflichtkurse (z. B. gute wissenschaftliche Praxis, Projekt- und Zeitmanagement, Datenmanagement und offene Wissenschaft) sind für alle TALENT-Studierenden obligatorisch, während die meisten Kurse aus dem TALENTS-Programm (z. B. USAAR-Kurse oder geeignete Schulungsmaßnahmen anderer Anbieter) ausgewählt werden können. Die Ausbildung und Karriereplanung wird in den individuellen Dissertationskomitees der einzelnen Doktoranden besprochen.
Forschungsprogramm
Alle Doktorandenprojekte befassen sich mit der Mikrobiom- und Infektionsforschung und zielen darauf ab, ein besseres Verständnis der mikrobiellen Gemeinschaft zu erlangen, die verschiedene Krankheiten definiert oder bei ihnen auftritt, sowie Möglichkeiten zu finden, mit Therapien oder Medikamenten gezielt in diese Gemeinschaft einzugreifen.
Die Bereiche Pharmazie, Bioinformatik und Arzneimittelforschung stehen vor der Herausforderung, das wachsende Wissen aus der Mikrobiomforschung, insbesondere aus der Klinik, zu nutzen, um in enger Zusammenarbeit mit klinischen Partnern Chemotherapeutika und Behandlungsmethoden zu entwickeln, die die Probleme aktueller Medikamente (z. B. Resistenzentwicklung, vernachlässigter mikrobieller Stoffwechsel, unbeabsichtigte Veränderungen der Mikrobiota) vermeiden.
Die Nutzung der Mikrobiota-Forschung für die Arzneimittelentdeckung und -entwicklung birgt Potenzial für neue prophylaktische oder therapeutische Interventionen gegen chronische entzündliche und infektiöse Erkrankungen. Sowohl die pharmazeutische Industrie als auch die Wissenschaft benötigen eine neue Generation von Wissenschaftlern, die in interdisziplinärer Forschung gut ausgebildet sind. Die 15 einzelnen Forschungsprojekte sind in drei Cluster gegliedert, wie in der Abbildung dargestellt.




