Glossar
Glossar zur berufsbegleitenden Weiterbildung
Dieses Glossar erklärt zentrale Begriffe rund um berufsbegleitende Weiterbildung, Universitätszertifikate, weiterbildende Studiengänge, Bewerbung, Studienorganisation und Anerkennung.
1. Berufsbegleitende Weiterbildung
Die berufsbegleitende Weiterbildung ermöglicht es, wissenschaftliche Kenntnisse und berufliche Kompetenzen parallel zur Berufstätigkeit zu erweitern oder zu vertiefen.
Die Angebote sind so organisiert, dass sich Weiterbildung und Beruf miteinander verbinden lassen. Dazu können digitale Lernphasen, Selbststudium, Blockveranstaltungen und Präsenztermine gehören.
An der Universität des Saarlandes umfasst berufsbegleitende Weiterbildung unterschiedliche Formate – von kompakten Universitätszertifikaten bis zu weiterbildenden Masterstudiengängen.
Wissenschaftliche Weiterbildung verbindet aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse mit beruflicher Praxis.
Sie richtet sich insbesondere an Personen, die bereits berufliche Erfahrungen gesammelt haben und ihre Kenntnisse erweitern, aktualisieren oder sich fachlich neu qualifizieren möchten.
Die Weiterbildungsangebote werden in unterschiedlichen berufsbegleitenden Formaten angeboten.
Ein berufsbegleitendes Studium ist ein Hochschulstudium, dessen Organisation auf die Bedürfnisse Berufstätiger abgestimmt ist.
Lehrveranstaltungen können beispielsweise online, an Wochenenden, in Blockphasen oder zu festgelegten Präsenzterminen stattfinden. Hinzu kommen flexible Selbstlernphasen.
Berufsbegleitend bedeutet nicht, dass der Studienaufwand geringer ist. Der erforderliche Arbeitsaufwand wird vielmehr so organisiert, dass Studium und Beruf besser miteinander vereinbart werden können.
Ein weiterbildender Studiengang ist ein Hochschulstudium, das vorhandene akademische und berufliche Kompetenzen vertieft oder erweitert.
Weiterbildende Studiengänge richten sich häufig an Berufstätige und setzen je nach Angebot einen ersten Hochschulabschluss sowie Berufserfahrung voraus.
Ein weiterbildender Master ist ein Masterstudiengang, der wissenschaftliche Vertiefung mit beruflicher Erfahrung verbindet.
Er richtet sich in der Regel an Personen, die bereits einen ersten Hochschulabschluss erworben und Berufserfahrung gesammelt haben.
Ein erfolgreicher Abschluss führt zu einem akademischen Mastergrad, beispielsweise Master of Arts (M.A.) oder Master of Science (M.Sc.).
Ein konsekutiver Master schließt fachlich unmittelbar an einen vorherigen Bachelorstudiengang an.
Ein weiterbildender Master richtet sich dagegen typischerweise an Personen, die nach ihrem ersten Hochschulabschluss bereits Berufserfahrung gesammelt haben.
Die konkreten Zugangsvoraussetzungen werden für jeden Studiengang individuell festgelegt.
Berufsbegleitende Studien- und Weiterbildungsangebote sind grundsätzlich darauf ausgerichtet, Weiterbildung und Beruf miteinander zu verbinden.
Ob ein Studium neben einer Vollzeitbeschäftigung realistisch ist, hängt jedoch vom jeweiligen Studienmodell, dem Umfang der Credit Points, den Präsenzzeiten und der persönlichen zeitlichen Situation ab.
Gerne beraten Sie die jeweiligen Studiengangskoordinatoren.
Der zeitliche Aufwand hängt vom Umfang des jeweiligen Angebots ab.
Credit Points geben einen wichtigen Hinweis auf den Arbeitsaufwand. Ein Credit Point entspricht in der Regel etwa 30 Arbeitsstunden. Dazu zählen Lehrveranstaltungen, Selbststudium, Vor- und Nachbereitung sowie Prüfungsleistungen.
Bei berufsbegleitenden Angeboten verteilt sich dieser Arbeitsaufwand häufig über einen längeren Zeitraum.
2. Universitätszertifikate
Ein Universitätszertifikat ist ein Weiterbildungsabschluss einer Universität.
Es bescheinigt den erfolgreichen Erwerb klar definierter Kompetenzen auf Hochschulniveau, ohne dass dafür ein vollständiger Bachelor- oder Masterstudiengang absolviert werden muss.
An der Universität des Saarlandes ist Universitätszertifikat der übergeordnete Begriff für unterschiedlich umfangreiche zertifikatsbasierte Weiterbildungsangebote.
Das Spektrum reicht von kompakten Microcredentials mit wenigen Credit Points bis zu umfangreicheren Zertifikatsformaten.
Ein Universitätszertifikat ist eine universitäre Weiterbildungsqualifikation, aber kein akademischer Grad wie Bachelor oder Master.
Es dokumentiert erfolgreich erworbene Kompetenzen im Rahmen universitärer Weiterbildung.
Je nach Weiterbildungsangebot werden unterschiedlich viele Credit Points erworben.
Ein Microcredential ist eine kompakte Form der berufsbegleitenden Weiterbildung.
Es vermittelt klar definierte Kompetenzen mit einem vergleichsweise kleinen Lernumfang.
Sie eignen sich insbesondere für Personen, die sich gezielt in einem bestimmten Themengebiet weiterqualifizieren möchten.
Universitätszertifikate und weiterbildende Masterstudiengänge sind unterschiedliche Formen berufsbegleitender Weiterbildung.
Ein Universitätszertifikat dient der gezielten Weiterbildung in einem bestimmten Themen- oder Kompetenzbereich. Umfang und Anzahl der Credit Points können je nach Angebot unterschiedlich sein.
Ein weiterbildender Masterstudiengang ist dagegen ein vollständiges Hochschulstudium und führt zu einem akademischen Mastergrad.
Erworbene Studien- und Prüfungsleistungen können grundsätzlich für eine spätere Anerkennung oder Anrechnung relevant sein.
Ob eine Leistung tatsächlich berücksichtigt werden kann, muss jedoch immer individuell geprüft werden.
3. Studieren und Lernen
Blended Learning verbindet unterschiedliche Lernformen miteinander.
Typischerweise werden digitale Lernphasen, Selbststudium und gemeinsame Lehrveranstaltungen in Präsenz oder online didaktisch miteinander kombiniert.
Berufstätige können dadurch einen Teil ihrer Weiterbildung zeitlich und räumlich flexibel absolvieren und gleichzeitig vom direkten Austausch mit Lehrenden und anderen Teilnehmenden profitieren.
Ein Fernstudium ist ein Studium, bei dem ein großer Teil der Lerninhalte ortsunabhängig bearbeitet wird.
Digitale Lernplattformen, Lehrmaterialien, Online-Veranstaltungen und Selbstlernphasen spielen dabei eine zentrale Rolle.
Je nach Studiengang können zusätzliche Präsenzanteile vorgesehen sein.
Bei einem Teilzeitstudium wird der vorgesehene Studienaufwand auf einen längeren Zeitraum verteilt als bei einem Vollzeitstudium.
Dadurch kann ein Studium besser mit Beruf, Familie oder anderen Verpflichtungen kombiniert werden.
Selbststudium ist die Lernzeit, in der Studierende Inhalte eigenständig erarbeiten.
Dazu zählen beispielsweise Lesen, Recherchieren, Vor- und Nachbereiten von Lehrveranstaltungen, Bearbeiten von Aufgaben, Prüfungsvorbereitung oder Projektarbeit.
Selbststudium ist Bestandteil des gesamten Arbeitsaufwands eines Studiums und wird bei der Berechnung der Credit Points berücksichtigt.
Bei einer Blockveranstaltung werden Lehrveranstaltungen in längeren zusammenhängenden Zeitabschnitten durchgeführt.
Das können beispielsweise einzelne Wochenenden oder mehrere aufeinanderfolgende Tage sein.
Für berufsbegleitende Studienangebote können Blockveranstaltungen die Vereinbarkeit von Studium und Beruf erleichtern.
Eine digitale Präsenzveranstaltung ist eine Lehrveranstaltung, an der Lehrende und Studierende zu einem festgelegten Zeitpunkt gemeinsam online teilnehmen.
Im Unterschied zum zeitlich flexiblen Selbststudium findet sie zeitlich synchron statt.
Dadurch sind unmittelbare Rückfragen, Diskussionen und Gruppenarbeiten möglich.
Flipped Classroom ist ein Lehrkonzept, bei dem Studierende grundlegende Inhalte zunächst selbstständig vorbereiten.
Dafür können beispielsweise Videos, Texte oder digitale Lernmaterialien genutzt werden.
Die gemeinsame Veranstaltungszeit wird anschließend verstärkt für Diskussionen, Übungen, Fallbeispiele und die Anwendung des zuvor erworbenen Wissens genutzt.
4. Credit Points und Studienaufbau
ECTS-Punkte, Credit Points und Leistungspunkte beschreiben den Arbeitsaufwand eines Studiums oder einer einzelnen Lerneinheit.
Ein Credit Point entspricht in der Regel 30 Arbeitsstunden.
Dazu zählen nicht nur Lehrveranstaltungen, sondern auch Selbststudium, Vor- und Nachbereitung, Prüfungsvorbereitung und Prüfungsleistungen.
Ein Pflichtmodul muss von allen Studierenden eines Studiengangs erfolgreich absolviert werden.
Es vermittelt Kompetenzen, die für den jeweiligen Abschluss verbindlich vorgesehen sind.
Bei einem Wahlpflichtmodul können Studierende aus mehreren vorgegebenen Modulen auswählen.
Eine bestimmte Anzahl dieser Module muss jedoch erfolgreich absolviert werden.
Dadurch können individuelle fachliche Schwerpunkte gesetzt werden.
Ein Modulhandbuch beschreibt die einzelnen Module eines Studiengangs.
Typische Angaben sind u.a. Inhalte und Credit Points.
Es ermöglicht Interessierten und Studierenden einen detaillierten Einblick in Aufbau und Inhalte eines Studienangebots.
5. Bewerbung und Zugang
Zugangsvoraussetzungen bestimmen, welche formalen oder fachlichen Bedingungen für die Aufnahme eines Studien- oder Weiterbildungsangebots erfüllt werden müssen.
Dazu können beispielsweise ein bestimmter Hochschulabschluss, einschlägige Berufserfahrung oder fachliche Vorkenntnisse gehören.
Die Voraussetzungen unterscheiden sich je nach Angebot.
Ein berufsqualifizierender Hochschulabschluss ist ein akademischer Abschluss, mit dem ein vollständiges Hochschulstudium erfolgreich abgeschlossen wurde.
Dazu gehört insbesondere ein Bachelorabschluss.
Ein solcher Abschluss ist häufig eine Voraussetzung für die Aufnahme eines weiterbildenden Masterstudiums.
Bei vielen weiterbildenden Studiengängen gehört Berufserfahrung zu den Zugangsvoraussetzungen.
Damit wird berücksichtigt, dass wissenschaftliche Weiterbildung auf bereits vorhandenen beruflichen Erfahrungen aufbaut und diese mit neuen wissenschaftlichen Kompetenzen verbindet.
Wie viel und welche Berufserfahrung erforderlich ist, hängt vom jeweiligen Studiengang ab.
Eine Eignungsprüfung ist ein in bestimmten Prüfungsordnungen vorgesehenes Verfahren, um einen fehlenden Hochschulabschluss mit Berufserfahrung und dem Nachweis an Kompetenzen auszugleichen.
Es wird geprüft, ob Bewerberinnen und Bewerber bestimmte fachliche oder studiengangsbezogene Voraussetzungen für ein Studium erfüllen.
Ob eine Eignungsprüfung vorgesehen ist und welche Voraussetzungen damit nachgewiesen werden können, hängt vom jeweiligen Studiengang ab.
Die Begriffe beschreiben unterschiedliche Schritte auf dem Weg zum Studium.
Bewerbung: Interessierte reichen die erforderlichen Unterlagen für einen Studienplatz ein.
Zulassung: Die Hochschule bestätigt, dass die Voraussetzungen erfüllt sind und ein Studienplatz angeboten wird.
Einschreibung oder Immatrikulation: Die zugelassene Person wird formal Mitglied der Universität.
Das SIM-Portal ist das Online-Portal der Universität des Saarlandes für zahlreiche Prozesse rund um Bewerbung und Studium.
Je nach Studienangebot können darüber beispielsweise Bewerbungen, Einschreibungen oder weitere Verwaltungsprozesse durchgeführt werden.
6. Kosten, Förderung und Anerkennung
Eine Studiengebühr ist eine Gebühr, die für die Teilnahme an einem bestimmten berufsbegleitenden Zertifikat oder Studiengang erhoben wird.
Die konkrete Höhe richtet sich nach dem jeweiligen Angebot.
Der Semesterbeitrag ist ein von eingeschriebenen Studierenden regelmäßig zu entrichtender Beitrag.
Er ist von Studien- oder Teilnahmegebühren zu unterscheiden.
Welche Bestandteile der Semesterbeitrag umfasst und ob er bei einem bestimmten Weiterbildungsangebot anfällt, richtet sich nach den jeweils geltenden Regelungen.
Die Kosten unterscheiden sich je nach Weiterbildungsformat, Umfang und Studiendauer.
Bei Universitätszertifikaten und weiterbildenden Studiengängen können Teilnahme- bzw. Studiengebühren sowie gegebenenfalls weitere Beiträge anfallen.
Die konkreten Kosten werden beim jeweiligen Weiterbildungsangebot ausgewiesen.
Arbeitgeber können die Kosten einer beruflichen Weiterbildung vollständig oder teilweise übernehmen.
Ob eine Unterstützung möglich ist, hängt vom jeweiligen Arbeitgeber und der individuellen Vereinbarung ab.
Bei einer Weiterbildung mit direktem Bezug zur beruflichen Tätigkeit kann es sinnvoll sein, auch über Freistellung oder eine Beteiligung an den Kosten zu sprechen.
Für berufliche Weiterbildung können je nach persönlicher Situation, Arbeitgeber, Bundesland oder Förderprogramm unterschiedliche Finanzierungsmöglichkeiten bestehen.
Welche Fördermöglichkeiten für ein konkretes Weiterbildungsangebot infrage kommen, sollte individuell geprüft werden.
Beruflich veranlasste Weiterbildungskosten können unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich berücksichtigt werden.
Welche Aufwendungen im individuellen Fall geltend gemacht werden können, hängt von der persönlichen steuerlichen Situation ab.
Bei der Anerkennung oder Anrechnung wird geprüft, ob bereits erworbene Kompetenzen oder Studienleistungen für ein neues Weiterbildungsangebot berücksichtigt werden können.
Dadurch müssen vergleichbare Leistungen gegebenenfalls nicht erneut erbracht werden.
7. Qualität und Organisation
Die Akkreditierung ist ein Verfahren zur Qualitätssicherung von Studienangeboten.
Dabei wird geprüft, ob festgelegte fachliche, strukturelle und organisatorische Qualitätsanforderungen erfüllt werden.
Die Akkreditierung erfolgt dabei nach den jeweils geltenden rechtlichen Vorgaben.
Eine systemakkreditierte Hochschule verfügt über ein geprüftes internes Qualitätssicherungssystem für Studium und Lehre.
Dadurch kann sie die Qualität ihrer Studienangebote innerhalb festgelegter Verfahren selbst prüfen, sichern und weiterentwickeln.
Eine Studien- und Prüfungsordnung legt verbindlich fest, nach welchen Regeln ein Studiengang durchgeführt wird.
Sie enthält beispielsweise Bestimmungen zu Zugangsvoraussetzungen, Studienaufbau, Prüfungen, Fristen und Abschluss.