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Ein neuartiges, extrem dünnes Mikroendoskop ermöglicht behutsame Aufnahmen in hauchfeinen Strukturen

Forscherinnen und Forscher der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes haben das Fluoreszenz-Mikroendoskop entwickelt: Es eröffnet als neues Werkzeug für Medizin und Forschung Untersuchungen von bislang nicht gekannter Präzision und auch Behutsamkeit. In der Fachzeitschrift „Small“ veröffentlicht das Forschungsteam um die Professoren Marcel Lauterbach, Gabriela Krasteva-Christ und Peter Lipp seine Ergebnisse und stellt die Anwendung des Endoskops vor. In Zusammenarbeit mit zahlreichen weiteren Homburger Arbeitsgruppen wurden so erstmals Aufnahmen von Kalziumsignalen der Bürstenzellen in der Luftröhre einer lebenden Maus möglich. Dies ist bislang einzigartig und nur möglich durch eine Kombination des neu entwickelten Mikroendoskops mit feinfühligen chirurgischen Methoden. Das flexible Mikroendoskop ist breit anwendbar und ermöglicht auch Einblicke etwa in explantierte Organe und neuronale Zellkulturen. Es ist sogar möglich, mehrere Fluoreszenzfarbstoffe zeitgleich abzubilden, um verschiedene Signale sichtbar zu machen. Hierfür hat das Forschungsteam eigens eine Software entwickelt, die im Artikel in der Zeitschrift Small ausführlich beschrieben wird. 
Functional Microendoscopy Reveals Calcium Responses of Single Cells in Tracheal Tuft Cells and Kidney Podocytes - PubMed

Assessing phototoxic drug properties of hydrochlorothiazide using human skin biopsies

Das Diuretikum Hydrochlorothiazid (HCT) wurde mit einem erhöhten Hautkrebsrisiko nach UV-Exposition in Verbindung gebracht. Der zugrunde liegende molekularbiologische Mechanismus ist jedoch nur unzureichend aufgeklärt. Wir haben ein neuartiges tierversuchsfreies Modell etabliert und die phototoxischen Eigenschaften von HCT in humanen Hautbiopsien von Körperspendern untersucht. Dazu wurden die Biopsien in der Zellkultur mit HCT behandelt und anschließend mit einer geringen (300 mJ/cm2)- oder einen hohen Dosis (5 J/cm2) UVA bestrahlt und diese mit unbehandelten Kontrollbiopsien verglichen. In HCT-behandelten Biopsien resultierte bereits eine geringe Dosis UVA in einer Aktivierung und Stabilisierung des Tumorsuppressor Proteins p53, sowie einer verstärkten Genexpression des p53-Regulators MDM2. Eine hohe UVA-Dosis führte zusätzlich zu ausgeprägten DNA-Schädigungen und der Expression pro-inflammatorischer Signalmoleküle, Prozesse, die auf lange Sicht die Karzinogenese der Haut beeinflussen könnten. 
Link zur Publikation:
Assessing phototoxic drug properties of hydrochlorothiazide using human skin biopsies - PubMed

Tracheal tuft cells release ATP and link innate to adaptive immunity in pneumonia

Tracheale Bürstenzellen (BZ) sind spezialisierte Epithelzellen, die bakterielle Metaboliten detektieren können. In der aktuellen Arbeit haben wir Bürstenzellen als Quelle extrazellulären ATPs indentifiziert, das über den Pannexin-1-Kanal freigesetzt wird. Eine in vivo Stimulation der BZ und eine experimentelle Pneumonie mit P. aeruginosa führten zur Rekrutierung dendritischer Zellen in der Trachea und in der Lunge. Zudem förderte das aus BZ freigesetzte ATP die Phagozytose durch dendritische Zellen und damit die Eliminierung der Bakterien. Bestätigend führte eine Pannexin-1-Defizienz zu einem schwereren Pneumonieverlauf und einer erhöhten Sterblichkeit. Die BZ-Aktivierung beeinflusste auch die adaptive Immunität, indem sie die Anzahl pulmonaler TH17-Zellen sowie die IL-17A-Konzentrationen im Plasma erhöhte. Zusammenfassend liefern unsere Ergebnisse erstmals einen Nachweis einer ATP-Freisetzung aus BZ und deren Rolle in der Regulation der Immunantwort bei einer P. aeruginosa Pneumonie.

https://www.nature.com/articles/s41467-025-55936-5