24 February 2026

Sara Magliacane wird Professorin für Machine Learning an der Universität des Saarlandes

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© MFWSara Magliacane wurde zur Professorin für Machine Learning an der Universität des Saarlandes ernannt.

Künstliche Intelligenz basiert heute weitgehend auf statistischen Methoden, mit denen nach Mustern in großen Datenmengen gesucht wird. Bisher kann die KI keine Kausalitäten erkennen, kann also nicht wie ein Mensch verstehen, wie Ursache und Wirkung miteinander zusammenhängen. Das will die Informatikforscherin Sara Magliacane ändern, sie wurde jetzt zur Professorin für Machine Learning an der Universität des Saarlandes ernannt.

Künstliche Intelligenz wird heute immer häufiger bei wichtigen Entscheidungen eingesetzt, die einen großen Einfluss auf das Leben der Menschen haben – von der Verbesserung medizinischer Diagnose und der Effizienzsteigerung in der Forschung bis hin zur Unterstützung von datenbasierter Entscheidungsfindung in Wirtschaft und Verwaltung. KI kann aber nicht wie ein Mensch „verstehen“, warum etwas passiert oder wie man Schaden vermeiden könnte, wenn man anders handelt, etwa beim Steuern eines autonomen Fahrzeugs oder in der Robotik. „Viele reale Systeme basieren heute auf KI, aber ihr Handeln lässt sich nur schlecht interpretieren, weil man oft nicht so genau weiß, was die neuronalen Netzwerke im Hintergrund genau rechnen. Die IT-Systeme sind daher auch nicht besonders verlässlich und schwierig zu handhaben, wenn sie zum Beispiel Sicherheitsvorschriften einhalten müssen“, sagt Sara Magliacane. 

Die Informatikerin will daher an der Universität des Saarlandes erforschen, wie man Ideen der Kausalität nutzen kann, um komplexe KI-Modelle sicherer und zuverlässiger zu machen. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem die Large Language Models, auf denen ChatGPT und Co basieren. Zudem geht es um so genannte Vision Language Models, bei denen die KI darauf trainiert wird, Textdaten und visuelle Daten wie Bilder und Videos miteinander zu verknüpfen. Auch soll es um „verkörperte KI“ gehen, mit der etwa Pflegeroboter so programmiert werden können, dass sie Informationen aus ihrer Umwelt „verstehen“ und in eigenes Handeln umsetzen können. 

Die Schwerpunkte von Sara Magliacane bereichern das Forschungsumfeld am Saarland Informatics Campus in vielfacher Hinsicht. Sie passen insbesondere zu dem Graduiertenkolleg „Neuroexplizite Modelle für Sprachverarbeitung, Bilderkennung und Aktionsentscheidungen“, an dem neben der Saar-Universität mehrere Informatik-Forschungsinstitute im Umfeld beteiligt sind und das noch bis 2028 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird. 

Kurz-Lebenslauf von Sara Magliacane 

Sara Magliacane ist seit 2020 Assistenzprofessorin am Amsterdam Machine Learning Lab der Universität Amsterdam. Von 2019 bis 2025 war sie zudem Forscherin am renommierten MIT-IBM Watson AI Lab in Cambridge/Massachusetts (USA), wo sie als „Principal Investigator“ von IBM für mehrere Projekte in Zusammenarbeit mit der MIT-Fakultät zuständig war. Die gebürtige Italienerin hat an der Polytechnischen Universität in Mailand (Italien) ihren Masterabschluss gemacht und 2017 an der Freien Universität Amsterdam (Niederlande) promoviert. Anschließend forschte sie zwei Jahre lang am IBM Thomas J. Watson Research Center, bevor sie an das MIT-IBM Watson AI Lab und die Universität Amsterdam wechselte.