Lehrveranstaltungen

Lehre WS 2022/2023

FW-GM/NG: Proseminar Neuzeit: Einführung in das Studium der Neueren Geschichte: Aufrüstung am Vorabend des Weltkrieges: die Debatte um die Militärvorlage 1913 zwischen Militarismus und Gesellschaftspolitik
Dienstag 10-12 Uhr Gebäude B 3.1 Raum 3.19, Tutorium N.N.
Das Jahr 1913 war das letzte europäische Friedensjahr vor dem Ersten Weltkrieg, der „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“. Während im Deutschen Reich die Feierlichkeiten zum 100. Jubiläumsjahr der Völkerschlacht von Leipzig mit der Einweihung des Völkerschlachtdenkmals im Oktober anstanden, brachte die Reichsleitung unter Reichskanzler von Bethmann Hollweg die größte Wehrvorlage in der Geschichte des Kaiserreichs in den Reichstag ein. Während die konservativen Kräfte sowohl die geforderte massive Erhöhung der Friedenspräsenzstärke des Heeres aus Furcht vor dem Eindringen revolutionärer Kräfte als auch die Finanzierung der Wehrvorlage durch eine Vermögenssteuer vehement ablehnten, stimmte die sozialdemokratische Fraktion erstmals der Finanzierung eines Heeresetats zu, zusammen mit den liberalen Abgeordneten und dem Zentrum. Zeitgenössische Beobachter interpretierten dies als Hinweis auf eine neue gesellschaftspolitische Konstellation, die zu einer Parlamentarisierung des Obrigkeitsstaates führen könnte.
Im Proseminar werden anhand des gewählten Themas Grundkenntnisse der Geschichte der Neuzeit vermittelt sowie in die spezifischen wissenschaftlichen Arbeitsweisen und Methoden der Geschichtswissenschaft der Neuzeit eingeführt. Allgemeine Kenntnisse des wissenschaftlichen Arbeitens werden vorausgesetzt bzw. parallel zur Veranstaltung im Teilmodul Übung TWA des Fachwissen-Orientierungsmoduls erworben. Zum Proseminar findet ein verpflichtendes begleitendes Tutorium statt, das die Teilnehmerinnen bei den einzelnen Arbeitsaufgaben individuell unterstützt und betreut.
Literatur zum Fach Geschichte allgemein: Georg Eckert und Thorsten Beigel, Historisch Arbeiten. Handreichung zum Geschichtsstudium. (UTB; Geschichte. Studienratgeber) Göttingen 2019; Norbert Franck, Fit fürs Studium. Erfolgreich reden, lesen, schreiben. München 10. A. 2011; Stefan Jordan, Einführung in das Geschichtsstudium. Aktualisierte Neuausgabe Stuttgart 2021; Winfried Schulze, Einführung in die neuere Geschichte. Stuttgart 5. A. 2010.
Literatur zum PS-Thema: Eckart Conze, Schatten des Kaiserreichs: die Reichsgründung von 1871 und ihr schwieriges Erbe. München 2020; Nils Freytag, Das Wilhelmische Kaiserreich 1890-1914. (Seminarbuch Geschichte) Paderborn 2018; Ulrich Herbert, Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert. (Europäische Geschichte im 20. Jahrhundert) München 2014, 2. A. 2017; Thomas Nipperdey, Deutsche Geschichte 1866-1918. Bd. 1-2. München 1990/1992; Christoph Nonn, Das deutsche Kaiserreich. Von der Gründung bis zum Untergang. (C. H. Beck Wissen) München 2017; Hans-Ulrich Wehler, Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Bd. 3: Von der „Deutschen Doppelrevolution“ bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges 1849-1914. München 1995.

FW/OM: Übung: TWA A – Technik des wissenschaftlichen Arbeitens
Mittwoch 10-12 Uhr Gebäude B 3.1 Raum 3.19
Das verpflichtende Einführungsmodul im 1. Fachsemester bietet den Studienanfänger*innen eine erste Beschäftigung mit dem wissenschaftlichen Studium des Faches Geschichte. Im Teilmodul „Übung Technik des wissenschaftlichen Arbeitens (TWA)“ werden den Studierenden grundlegende Kenntnisse über das wissenschaftliche Arbeiten in den drei Großepochen von der Entwicklung der Fragestellung über die Informationssuche und –auswertung, den Umgang mit Quellen und wissenschaftlichen Darstellungen, bis zur Präsentation der Arbeitsergebnisse vermittelt und gemeinsam eingeübt. Eine schriftliche Überprüfung findet am Ende der Vorlesungszeit statt.
Literatur - zur Anschaffung empfohlen: Georg Eckert und Thorsten Beigel, Historisch Arbeiten. Handreichung zum Geschichtsstudium. (UTB; Geschichte. Studienratgeber) Göttingen 2019; Norbert Franck, Fit fürs Studium. Erfolgreich reden, lesen, schreiben. München 10. A. 2011; Stefan Jordan, Einführung in das Geschichtsstudium. Aktualisierte Neuausgabe Stuttgart 2021.

FW/OM: Übung: TWA B – Technik des wissenschaftlichen Arbeitens
Donnerstag 10-12 Uhr Gebäude B 3.1 Raum 3.19
Das verpflichtende Einführungsmodul im 1. Fachsemester bietet den Studienanfänger*innen eine erste Beschäftigung mit dem wissenschaftlichen Studium des Faches Geschichte. Im Teilmodul „Übung Technik des wissenschaftlichen Arbeitens (TWA)“ werden den Studierenden grundlegende Kenntnisse über das wissenschaftliche Arbeiten in den drei Großepochen von der Entwicklung der Fragestellung über die Informationssuche und –auswertung, den Umgang mit Quellen und wissenschaftlichen Darstellungen, bis zur Präsentation der Arbeitsergebnisse vermittelt und gemeinsam eingeübt. Eine schriftliche Überprüfung findet am Ende der Vorlesungszeit statt.
Literatur - zur Anschaffung empfohlen: Georg Eckert und Thorsten Beigel, Historisch Arbeiten. Handreichung zum Geschichtsstudium. (UTB; Geschichte. Studienratgeber) Göttingen 2019; Norbert Franck, Fit fürs Studium. Erfolgreich reden, lesen, schreiben. München 10. A. 2011; Stefan Jordan, Einführung in das Geschichtsstudium. Aktualisierte Neuausgabe Stuttgart 2021.

FW-FM/NG, FW-BM/ FW-QMT:  Übung: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“: Entstehung, Kontinuität, Wandel und Interpretation des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland von 1949 bis heute
Dienstag 12-14 Uhr Gebäude B 3.1 Raum 3.19
In diesem Jahr feiert die Bundesrepublik Deutschland ihren 73. Geburtstag. Die Stabilität ihrer demokratisch-rechtsstaatlichen Ordnung hat sie nicht zuletzt ihrer Verfassung, dem Grundgesetz, zu verdanken, dessen Text seit seinem In-Kraft-Treten 1949 durch den Gesetzgeber, Bundestag und Bundesrat, stark ergänzt und verändert wurde. Das Bundesverfassungsgericht hat diesen Wandel mit seinen Entscheidungen begleitet, manchmal gebremst, manchmal gefördert. In dieser Übung sollen anhand ausgewählter Quellentexte und wissenschaftlicher Beiträge diese verfassungspolitische Entwicklung in den Bereichen von Politik, Gesellschaft und Kultur betrachtet, das konfliktreiche Verhältnis von Politik und Recht untersucht und einzelne Problemfelder näher untersucht werden. Eigenständige Beiträge der Studierenden zu und in den Sitzungen gestalten die Übung mit.
Literatur: Klaus von Beyme, Das politische System der Bundesrepublik Deutschland. Eine Einführung. Wiesbaden12. A. 2017; Thomas Brechenmacher, Die Bonner Republik: politisches System und innere Entwicklung der Bundesrepublik. (Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert; 13) Berlin 2010; Dominik Geppert, Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. (C. H. Beck Wissen) München 2021; Manfred Görtemaker, Die Berliner Republik: Wiedervereinigung und Neuorientierung. (Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert; 16) Berlin 2009; Hans Michael Heinig und Frank Schorkopf (Hrsg.), 70 Jahre Grundgesetz: in welcher Verfassung ist die Bundesrepublik? Göttingen 2019; Ulrich Herbert, Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert. (Europäische Geschichte im 20. Jahrhundert) München 2014, 2. A. 2017; Jörn Ipsen, Der Staat der Mitte: Verfassungsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland. München 2009; Jörg Menzel und Ralf Müller-Terpitz (Hrsg.), Verfassungsrechtsprechung: ausgewählte Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts in Retrospektive. Tübingen 3. A. 2017; Christoph Möllers, Das Grundgesetz: Geschichte und Inhalt. (C. H. Beck Wissen) München 2. A. 2019; Hans-Ulrich Wehler, Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Bd. 5: Bundesrepublik und DDR 1949-1990. München 2008; Edgar Wolfrum, Die geglückte Demokratie. Geschichte der Bundesrepublik Deutschland von ihren Anfängen bis zur Gegenwart. Stuttgart 2006.

FW-FM/NG: Übung: Militär, Politik und Gesellschaft in der deutschen Geschichte vom 19. Jahrhundert bis heute
Mittwoch 14-16 Uhr Gebäude B 3.1 Raum 3.19
Das Militärische, der Krieg und die damit verbundene Gewalt sind zurück in der europäischen Gegenwart, und zwar nicht nur in der Erinnerung an den Ersten und Zweiten Weltkrieg, sondern in der aktuellen Politik und im tagtäglichen Erleben der Zivilgesellschaft. Die Vorherrschaft des Militärischen, das Phänomen des „Militarismus“, war in der neueren deutschen Geschichte bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges ein wichtiges historisches Strukturmerkmal gewesen. „Das Militärische“ fand nicht nur hinter Kasernenmauern und auf Schlachtfeldern statt, sondern prägte auch Politik, Kultur und Gesellschaft, wie er allerdings auch selbst von diesen Lebensbereichen beeinflusst wurde. Nach 1945 wurde in der Bundesrepublik das Leitbild der „Bürger in Uniform“ entworfen, und die Bundeswehr zu einer „Friedensarmee“ stilisiert. Die seit den 1990er Jahren beginnenden Kampfeinsätze haben dieses Bild grundlegend gewandelt; der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine hat das Thema Aufrüstung auf die Tagesordnung von Bundesregierung, Bundestag und Medien gesetzt. In dieser Übung sollen mittels Quellentexte und wissenschaftlicher Beiträge das wechselvolle Verhältnis zwischen Militär, Politik und Gesellschaft vorgestellt und anhand historischer Beispiele näher untersucht werden. Eigenständige Beiträge der Studierenden zu und in den Sitzungen gestalten die Übung mit.
Literatur: Bernhard R. Kroener, Militär, Staat und Gesellschaft im 20. Jahrhundert (1890-1990). (Enzyklopädie deutscher Geschichte; 87) München 2010; Thomas Kühne und Benjamin Ziemann (Hrsg.), Was ist Militärgeschichte? (Krieg in der Geschichte; 6) Paderborn 2000; Sönke Neitzel, Deutsche Krieger. Vom Kaiserreich zur Berliner Republik – eine Militärgeschichte, Berlin 2020; Ralf Pröve, Militär, Staat und Gesellschaft im 19. Jahrhundert. (Enzyklopädie deutscher Geschichte; 77) München 2006; Hans-Ulrich Wehler, Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Bd. 1-5. München 1987-2008; Wolfram Wette, Militarismus in Deutschland: Geschichte einer kriegerischen Kultur. (Die Zeit des Nationalsozialismus) Frankfurt am Main 2011; Wolfram Wette (Hrsg.), Schule der Gewalt: Militarismus in Deutschland 1871-1945. Berlin 2005; Edgar Wolfrum, Krieg und Frieden in der Neuzeit. Vom Westfälischen Frieden bis zum Zweiten Weltkrieg. (Kontroversen um die Geschichte) Darmstadt 2003.

FW-FM/NG, FW-BM/ FW-QMT: Übung: Quellen und historische Methoden – eine Einführung in die Vielfalt und den Umgang mit historischen Quellen in der neueren und neuesten Geschichte
Donnerstag 12-14 Uhr Gebäude B 3.1 Raum 3.19
Der große Umfang des Lernstoffes in einem Proseminar Neuere Geschichte bringt es mit sich, dass oftmals nicht ausreichend Zeit für eine intensivere Beschäftigung mit historischen Quellen und ihrer Problematik bleibt. In dieser Übung soll daher neben einer theoretischen Einführung in die Arbeit mit Quellen ein möglichst breites Spektrum von Quellen am Beispiel der neueren deutschen Geschichte vorgestellt, bearbeitet und interpretiert werden; ein Besuch im Archiv bietet die Möglichkeit, direkt mit Archivgut zu arbeiten. Eigenständige Beiträge der Studierenden zu und in den Sitzungen gestalten die Übung mit.
Literatur: Friedrich Beck (Hrsg.), Die archivalischen Quellen: mit einer Einführung in die Historischen Hilfswissenschaften. Köln 5. A. 2012; Georg Eckert und Thorsten Beigel: Historisch Arbeiten. Handreichung zum Geschichtsstudium. (UTB; Geschichte. Studienratgeber) Göttingen 2019; Martin Lengwiler, Praxisbuch Geschichte: Einführung in die historischen Methoden. Zürich 2011; Marcel Lepper (Hrsg.), Handbuch Archiv: Geschichte, Aufgaben, Perspektiven. Stuttgart 2016 (Online-Ressource), online unter: < http://dx.doi.org/10.1007/978-3-476-05388-6>; Michael Maurer (Hrsg.), Aufriss der historischen Wissenschaften. Bd. 4: Quellen. Stuttgart 2002; Christoph Nonn, Das 19. und 20. Jahrhundert. (Orientierung Geschichte) Paderborn 4. A. 2020; Maria Rhode und Ernst Wawra (Hrsg.), Quellenanalyse: ein epochenübergreifendes Handbuch für das Geschichtsstudium. (utb-studi-e-book) Paderborn 2020.