Universitäten stehen aktuell an einem Wendepunkt: KI verändert die Spielregeln der Lehre. Wie bleibt Bildung menschlich, wenn Künstliche Intelligenz Einzug hält? Der „Tag der Lehre“ an der Universität des Saarlandes bietet dafür Orientierung. Unter dem Motto „KI – Kompetenzen und Innovationen“ zeigt die Veranstaltung in diesem Jahr, wie aus einer Hürde eine Chance wird. Impulsvorträge, Diskussionsrunden, Praxisbeispiele aus der Lehre und interaktive Workshops machen deutlich: KI ist kein Gegner, sondern ein Werkzeug, das Lehre innovativer und inklusiver gestalten wird. Der „Tag der Lehre“ wird künftig jährlich an der Saar-Universität stattfinden, um mit wechselnden Schwerpunkten alle zusammenzuführen, die sich für Lehre interessieren, diese kritisch hinterfragen und sich durch neue Impulse inspirieren lassen möchten.
Das Programm am „Tag der Lehre 2026“ umfasst einen Einführungsvortrag und sechs Workshops zu folgenden Themen: Die Keynote mit dem Titel „Von PowerPoint zu PowerPrompt: ein neues Betriebssystem für Lehre?“ hält Professorin Mandy Schiefner-Rohs von der RPTU Kaiserslautern. Sie spricht über den Einfluss von KI auf das Lehren: Wie ändert sich die Rolle der Dozentinnen und Dozenten dadurch? Sie wird dabei auch kritisch hinterfragen, was wirklich neu ist an dem Lehren und Lernen mit KI-Tools – und was nicht. Der Mitschnitt der Keynote wird am 30. Januar im "Podcast für lebenslanges Lernen" der Universität als Audiodatei veröffentlicht.
Einen Workshop zum Thema „KI-Tools rechtssicher nutzen in Lehre und Studium“ wird Rechtsinformatik-Professor Georg Borges anbieten. Er richtet sich an alle, die interne oder externe KI-Tools in der Hochschullehre einsetzen oder entwickeln. Neben einen kompakten Überblick über rechtliche Anforderungen laut EU AI Act und dem Einfluss von KI auf rechtssichere Prüfungen, werden auch die spezifischen Vorgaben der Universität des Saarlandes thematisiert.
Im Workshop „Wie wirksam ist meine Lehre? – Die eigene Lehre forschend in den Blick nehmen“ von Bildungswissenschaftler Professor Jörn Sparfeldt geht es um die Frage, was die Lehrende über die Wirksamkeit ihrer eigenen Lehre wissen. Dabei wird er einen Überblick über theoretische und methodische Grundlagen geben und anhand von Beispielen diskutieren, wie diese in die Praxis umgesetzt werden können. Dabei lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie sie die Wirksamkeit ihrer Lehre selbst analysieren können.
Im Workshop „Frag doch mal den Bot! KI als zusätzlicher Tutor“ des Physikers Philipp Hövel wird eine konkrete Anwendung von KI in der Lehre präsentiert: ein KI-getriebener TutorBot für die Theoretischen Physik. Im Unterschied zu frei verfügbaren Chatbots generiert der TutorBot seine Antworten aus Dokumenten, die von den Lehrenden vorstrukturiert zur Verfügung gestellt werden. In einem weiteren Workshop von Andreas Korbach und Yue Zhao geht es um die Frage, wie KI für die Wissensvermittlung eingesetzt werden kann, indem man mit ihrer Hilfe Informationen visuell, auditiv und interaktiv gestaltet und damit Wissen mit allen Sinnen erlebbar macht. Dabei geht es zum Beispiel um Musik und Podcasts sowie um Videos und andere visuelle Darstellungen.
Svenja Geißler vom KIT in Karlsruhe wird in ihrem Workshop sogenannte „Edu Escape Rooms“ vorstellen. Diese bieten vielfältige Möglichkeiten für aktivierende Lehrformate und eignen sich zur Vermittlung von Inhalten, zur Lernstandserhebung oder als kreative Projektarbeit. Mit ein paar Tricks und kostenlosen Tools lassen sich Escape Rooms selbst entwickeln. Bei Cristina Andenna, Professorin für die Geschichte des Mittelalters, und der Historikerin und Pädagogin Miriam Weiss geht es um das Thema „KI für Mutige. Die Held*innenreise als Lehr-Lern-Methode für alle Fächer“. Im Mittelpunkt steht dabei Künstliche Intelligenz als aktive „Mentorin“, die die Lernenden auf ihrer Reise zum Beispiel durch die mittelalterliche Geschichte begleitet.
Weitere Informationen: Programm am Tag der Lehre 2026

