Validierung der 3D-Video-Brille Oculus Rift zur Erfassung der Gefahrenwahrnehmung im Straßenverkehr

Validierung der 3D-Video-Brille Oculus Rift zur Erfassung der Gefahrenwahrnehmung im Straßenverkehr

Typ

Forschungsprojekt

Finanzierung

Anschubfinanzierung der Universität des Saarlandes
Laufzeit: April 2015 bis April 2016

Mitarbeiter

Kurzbeschreibung

Die  Gefahrenwahrnehmung (Hazard Perception) - die Fähigkeit  potenzielle Gefahren im Verkehr rechtzeitig zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren (z.B. McKenna & Crick, 1994) - stellt eine wichtige Teilkompetenz beim Autofahren dar. Insbesondere bei Fahranfängern ist diese Fähigkeit noch defizitär (z.B. Malone, 2012; Malone & Brünken, 2014), was maßgeblich zum deutlich erhöhten Unfallrisiko dieser Fahrergruppe beiträgt. Daher wird in der Verkehrssicherheitsforschung nach Möglichkeiten gesucht, die Gefahrenwahrnehmung einerseits valide zu erfassen und andererseits effizient zu trainieren.

Ziel des Forschungsvorhabens ist eine erste Validierung der 3D-Video-Brille Oculus Rift zur Erfassung der Gefahrenwahrnehmung beim simulierten Fahren. Dazu steht bereits ein großer Pool an Verkehrsszenarien zur Verfügung, die sich in den vorangegangenen Forschungsprojekten als valide hinsichtlich der Erfassung von Fahrexpertise erwiesen haben. Mithilfe der Oculus Rift und der am DFKI entwickelten Fahrsimulationssoftware OpenDS, wird eine Steigerung der ökologischen Validität der Gefahrenwahrnehmungsaufgaben von einer zweidimensionalen zu einer dreidimensionalen Fahrsimulation ermöglicht. Durch einen Experten-Novizen-Vergleich soll überprüft werden, inwiefern die Dreidimensionalität auch zu einer Steigerung der Kriteriumsvalidität (deutlicher Leistungsunterschied zwischen erfahrenen und unerfahrenen Autofahrern) der eingesetzten Aufgaben führt. Zudem soll überprüft werden, inwieweit virtuelle Präsenz als eine positive und Simulator Sickness als eine negative Begleiterscheinung der Fahrsimulation durch den Einsatz der Oculus Rift ausgelöst werden.

In einem Experiment werden 30 unerfahrenen Fahrern (Fahrschüler, kurz vor der praktischen Fahrerlaubnisprüfung) und 30 erfahreneren Fahrern (> 5000 km Fahrerfahrung) etwa 20 Verkehrsszenarien, die Gefahrenhinweisen beinhalten, mithilfe der Oculus Rift in 3D präsentiert. Die Aufgabe der Teilnehmer besteht darin, die Szenarien regelgerecht zu durchfahren und möglichen Gefahren vorzubeugen bzw. aktuelle Gefahren durch angemessene Fahrmanöver zu kontrollieren (z.B. durch Bremsen oder Spurwechsel etc.). Dabei werden Regelverletzungen, Unfälle, Abweichung von der optimalen Fahrlinie und das Blickverhalten an Hand der Kopfbewegungen der Teilnehmer erfasst. Es wird erwartet, dass erfahrene Fahrer die unerfahrenen Fahrer in sämtlichen abhängigen Variablen deutlich übertreffen. Die Ergebnisse (Effektstärken) des Experten-Novizen-Vergleichs werden mit den Ergebnissen der vorangegangenen Studien mit den gleichen Szenarien verglichen, um zu ermitteln, inwieweit die Oculus Rift dazu beiträgt, die Validität der Erfassung der Gefahrenwahrnehmung zu steigern.