Was läuft? Kultur-Empfehlungen von Studierenden

"Käsch und Narziss"

„Es reicht nicht mehr, auf der richtigen Seite zu stehen“

Von Emma Wendel

Ein Dreiakter ist „Käsch und Naziss“, das Stück des neuen Chefdramaturgen des Staatstheaters Saarbrücken, Ulf Schmidt, und des Regisseurs Volker Lösch. Jeder Teil unterscheidet sich drastisch von dem davor. Trotzdem erzählen sie alle vom gleichen Thema. Von der Abschaffung der Demokratie.

Teil eins des Stückes ist komisch, grotesk, satirisch – eine schnell getaktete Abfolge kurzer Szenen mit amüsanten Kostümen (Carola Reuther, Chiara Schmidt). Nach und nach offenbart sich die Welt von Käsch und Naziss: Frau Naziss (Laura Sundermann) will an die Macht. Die Rechtspopulistin verspricht ein goldenes Zeitalter, eine #ultimativezukunft. Zusammen mit dem überreichen cash-verliebten Herrn Käsch (Raimund Widra) plant sie die Zerschneidung sozialer Systeme und öffentlicher Instanzen. Das Ziel der Kollaboration zwischen Rechts und Reich ist eindeutig: die Diktatur. 

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Rechtspopulismus first im Diesland

Von Karoline Karigl

Mit seiner gewagt-mutigen Satire zeigt Autor Ulf Schmidt unter der Regie von Volker Lösch auf den ‚Brettern der Bühne’, was sich auch in der politischen Realität längst nicht mehr hinter den Kulissen abspielt: Die drohende Demontage demokratischer und kultureller Wertesysteme durch das Erstarken autoritärer Kräfte. Umso lauter, schriller und polternder muss die dreiteilige Inszenierung wirken, denn sie soll wachrütteln - Jetzt! „Käsch und Narziss“ ist ein Weckruf gegen Politikverdrossenheit und für die Verteidigung der Demokratie.

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