Events & Announcements
Termine für das Sommersemester 2026
Gastvorträge und Diskussionen
Mittwoch, 15. April 2026, 18.15 Uhr
Gastvortrag von Ass.-Prof. Dr. David Lanius (Salzburg)
“Urteilskompetenz vermitteln”
Gebäude A4.3, Seminarraum 0.01 (EG, barrierefrei)
Abstract
Urteilskompetenz wird in nahezu jedem Lehrplan, in Schul und Hochschul-Curricula und in den verschiedenen Fachdidaktiken als Bildungsziel aufgeführt. Sie wird als Schlüsselkompetenz betrachtet, um im Sinne des Überwältigungsverbots aus Schüler:innen mündige Bürger:innen zu machen. Zugleich wird der Begriff der Urteilskompetenz oft als Platzhalter verwendet und dabei kaum an konkrete Unterrichtsziele zurückgebunden. Welche Teilkompetenzen umfasst Urteilskompetenz? Was unterscheidet sie von Reflexions-, Orientierungs-, Argumentations- oder Entscheidungskompetenz? Ist mit „Urteilskompetenz“ in den unterschiedlichen Fachdidaktiken dasselbe gemeint oder variiert ihr Verständnis in den verschiedenen Disziplinen? Diese Fragen will ich in meinem Vortrag diskutieren und ein überfachliches Modell allgemeiner Urteilskompetenz vorstellen, welches das übergeordnete Bildungsziel der Mündigkeit ernstnimmt und zugleich unterrichtspraktisch umsetzbar ist.
Mittwoch, 29. April 2026, 18.15 Uhr
Gastvortrag von Dr. Stephan Krämer (Hamburg)
“Double-Edged Reasons and Evidence”
Gebäude A4.3, Seminarraum 0.01 (EG, barrierefrei)
Abstract
Typically, a reason for one to ϕ is also evidence that one ought to ϕ, and typically, evidence that one ought to ϕ is also a reason for one to ϕ. Stephen Kearns and Daniel Star have influentially argued that this is not just typically the case, but always, and necessarily so. Against their view, I argue that reasons are sometimes double-edged in a way that evidence never is. As K&S note, one and the same fact can be both a reason both to ϕ and a reason to not ϕ. As they point out, this is consistent with their view, for one and the same fact can both be evidence that one ought to ϕ and evidence that one ought to not ϕ. However, on their account of evidence, such a fact must then be evidence against the hypothesis that ϕ-ing is optional: neither obligatory nor impermissible. Since many plausible examples of double-edged reasons regarding ϕ-ing are clearly not evidence against the optionality of ϕ-ing, their account should be rejected. I tentatively draw some more general conclusions about reasons, evidence, and their relation.
Mittwoch, 17. Juni 2026, 18.15 Uhr
Gastvortrag von Prof. Dr. Elke Brendel (Bonn)
“Der logische Abduktivismus: Möglichkeiten und Grenzen der Rationalität der Theoriewahl in der Logik”
Gebäude A4.3, Seminarraum 0.01 (EG, barrierefrei)
Abstract
Ausgehend von Hilary Putnams und W.V.O Quines Überlegungen, wonach auch logische Gesetze grundsätzlich revidierbar sind und kein unumstößliches Fundament wissenschaftlicher Rationalität liefern, rückte in jüngster Zeit der sogenannte logische Abduktivismus in den Fokus der Aufmerksamkeit in der Erkenntnistheorie der Logik. Im logischen Abduktivismus werden logische Theorien ebenso wie wissenschaftliche Theorien danach bewertet, wie gut sie mit relevanten Daten übereinstimmen und in welchem Maße sie wichtige wissenschaftliche Tugenden erfüllen, wie z.B. Erklärungs- und Vereinheitlichungskraft, Vermeidung von Anomalien sowie Einfachheit und inner- wie intertheoretische Kohärenz. In diesem Vortrag wird zunächst der logische Abduktivismus vorgestellt. Sodann werden seine Möglichkeiten und Grenzen als rationale Methode der logischen Theoriewahl kritisch diskutiert.