Pier Paolo Pasolini (1922-1975) war einer der bedeutendsten italienischen Denker, Schriftsteller und Regisseure des vergangenen Jahrhunderts. Sprachliche Überlegungen von „genial amateurhaftem“ Charakter tauchen in seinen Essays häufig auf, und nach dem Vorbild seines verehrten Dante münden die ihm bewussten sprachlichen Probleme in seinem Werk in einen mehrsprachigen Experimentalismus. In diesem Beitrag wird nach einer unerlässlichen Einführung in die literarische und intellektuelle Figur Pasolinis dessen Werk unter einem noch wenig beachteten Gesichtspunkt untersucht, nämlich in Bezug auf das Ausmaß und die Art und Weise, wie sich der Autor mit dem Modell der klassischen Sprachen (im Wesentlichen dem Lateinischen) auseinandersetzt, das einen zentralen Bezugspunkt für die Geschichte der romanischen Literaturen und Sprachen und insbesondere der italienischen Sprache darstellte.
Nacheinander werden folgende Aspekte betrachtet: Pasolinis Überlegungen zu diesem Thema, die sich aus einigen seiner besonders bedeutenden Beiträge ableiten lassen, die lateinischen Einflüsse (oder vielmehr deren seltenes Vorkommen) in seinem literarischen Werk und schließlich die Frage, inwieweit sich in einigen seiner repräsentativen Filmwerke die komplexe Beziehung zu den griechischen und lateinischen Zivilisationen und ihren Sprachen widerspiegelt.
Die Antrittsvorlesung findet statt am
Montag, dem 13.07.2026, um 16 Uhr c.t.
in Gebäude B3 1, Raum 0.11 (Großer Sitzungssaal)
Campus Saarbrücken