Dieses komplexe System aus Meeresströmungen – zu dem auch der bekannte Golfstrom gehört – wirkt wie eine riesige Wärmepumpe im Atlantik. Es transportiert warmes Wasser nach Norden und trägt maßgeblich dazu bei, dass Europa vergleichsweise milde Winter erlebt.
In den vergangenen Jahren sorgten Schlagzeilen immer wieder für Aufsehen: Ein möglicher Zusammenbruch des Golfstroms wurde als dramatisches Szenario diskutiert und als unmittelbare Folge des Klimawandels vorhergesagt, ähnlich wie in vergangenen Eiszeiten. Prof. Jochum ordnet diese Debatte ein: Aktuelle Messungen zeigen, dass die AMOC bislang erstaunlich stabil und robust ist. Ein rascher Kollaps, wie er etwa in Science-Fiction-Filmen oft dargestellt wird, ist nach heutigem Stand der Forschung trotz des aktuellen Klimawandels nicht zu beobachten.
Der Vortrag bietet einen Überblick darüber, wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Strömungen im Atlantik überhaupt messen und modellieren. Dabei wird deutlich, wie komplex das Zusammenspiel von Ozean, Atmosphäre und Klima ist. Neben klassischen physikalischen Modellen kommen zunehmend auch moderne Methoden wie künstliche neuronale Netze zum Einsatz, um die Dynamik des Klimasystems besser zu verstehen und zukünftige Entwicklungen abzuschätzen.
16. Juli, 14:15 Uhr, Gebäude C64, Hörsaal II