Archiv

„Deepfakes im Zivilprozess", in: Festschrift für Stephan Weth
Am 30. Januar 2026 ist Stephan Weth, der viele Jahre lang den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Arbeitsrecht und Zivilprozessrecht an der Universität des Saarlandes innehatte, 70 Jahre alt geworden. Zu seinen Ehren haben Professor Dr. Christof Kerwer, Professor Dr. Michael Kliemt, Samuel van Oostrom und Professor Dr. Markus Würdinger eine Festschrift herausgegeben, die bei Juris erschienen ist und dem Jubilar am 25. April 2026 feierlich überreicht wurde. Professor Gomille hat zu dieser Festschrift einen Beitrag über „Deepfakes im Zivilprozess" verfasst, in dem es um mögliche Manipulationen von mündlichen Verhandlungen nach § 128a ZPO sowie von Beweismitteln mithilfe von KI basierten Deepfakegeneratoren geht.

„Does a form of nemo tenetur apply in civil law?"
Der Sammelband „Fact Finding in Civil Proceedings Part II" ist bei dem niederländischen Verlag Boom Juridisch erschienen.
Es handelt sich dabei um den Tagungsband zur Frühjahrstagung der Niederländischen Vereinigung für Prozessrecht (https://www.nvvprocesrecht.nl/) am 21. Juni 2024. Dort wurden die Ergebnisse des von der NVvP finanzierten und Richterin Cindy Seinen (Rechtbank Den Haag) geleiteten prozessrechtsvergleichenden Projekts zur Tatsachenfeststellung im Zivilverfahren in Belgien, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden präsentiert und zur Diskussion gestellt. Professor Gomille hat dabei den traditionellen zivilprozessrechtlichen Grundsatz „Nemo tenetur edere contra se", dem in Deutschland im Gegensatz zu Belgien und den Niederlanden immer noch eine recht starke Bedeutung zugeschrieben wird, näher untersucht.
Internationaler Rechtsdialog in China - Teilnahme an der PKU Conference on International Arbitration 2026 und Gastvorträge in Peking
Im Zeitraum vom 26. März bis zum 3. April 2026 hielt sich Prof. Gomille zu einem akademischen Austausch in Peking auf.
Auftakt des Aufenthalts war die Teilnahme an der „PKU Conference on International Arbitration 2026“, die von der Peking University Law School mit Unterstützung der Konrad-Adenauer-Stiftung veranstaltet wurde. Die Konferenz stand unter dem Generalthema „The preferred venue of international arbitration“. Im rechtsvergleichenden Teil der Tagung stellte Prof. Gomille gemeinsam mit Prof. Christoph A. Kern (Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg) Überlegungen aus europäischer Perspektive vor. Im Mittelpunkt standen dabei die Auswirkungen der EuGH-Rechtsprechung (u. a. „Eco Swiss“, „ISU“ und „Seraing“) auf die Wahl des Schiedsorts bei Streitigkeiten mit Bezug zum europäischen Binnenmarkt.
Die Konferenz bot Gelegenheit zum fachlichen Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft und Praxis, insbesondere aus dem asiatisch-pazifischen Raum. Der Aufenthalt wurde durch die Unterstützung der Konrad-Adenauer-Stiftung ermöglicht. Die Organisation der Tagung erfolgte durch Prof. Zhixun Cao und sein Team an der Peking University Law School.
Im Anschluss an die Konferenz hielt Prof. Gomille mehrere Gastvorlesungen an renommierten chinesischen Universitäten: Am 30. März 2026 an der Peking University Law School („The principle of orality in the digital era“), am 31. März 2026 an der China University of Political Science and Law („Deepfakes in evidence law before civil courts“) sowie am 1. April 2026 an der Tsinghua University („Principles of German enforcement law“).
Die Vorträge dienten der Präsentation und Diskussion aktueller Fragen des Zivilprozessrechts im internationalen Kontext.

Vortrag von Prof. Dr. Gomille beim EDV-Gerichtstag
Im Rahmen des diesjährigen EDV-Gerichtstags referierte Prof. Dr. Gomille gemeinsam mit Tim Walita zum Thema „Deepfake - Tod der Wahrheit“.
Deepfakes stellen eine wachsende Herausforderung für Justiz und Anwaltschaft dar. Zunächst zeigte Tim Walita auf, wie manipulierte Inhalte erkannt werden können - sowohl durch geschulte menschliche Beobachtung als auch mithilfe technischer Verfahren, insbesondere unter Einsatz Erklärbarer Künstlicher Intelligenz (XAI).
Anschließend beleuchtete Prof. Dr. Gomille die juristischen Implikationen: Welche Bedeutung haben Deepfakes im Gerichtsverfahren? In welchem Umfang sind sie als Beweismittel tauglich und wo liegen die rechtlichen Grenzen? Schließlich wurde die Frage erörtert, welche Digitalkompetenzen erforderlich sind, um den Umgang mit dieser Technologie souverän zu meistern und Beweise auch künftig zuverlässig bewerten zu können.
Göttinger Kolloquien zur Digitalisierung des Zivilverfahrensrechts im Sommersemester 2025
Am Montag, den 23.06.25, hielt Professor Gomille im Rahmen der Göttinger Kolloquien zur Digitalisierung des Zivilverfahrensrechts einen Vortrag über die Rolle von Deep Fakes im Beweisrecht der Zivilprozessordnung. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.
Lehrbuch "Zivilprozessrecht I - Erkenntnisverfahren" von Prof. Dr. Christian Gomille online kostenlos abrufbar
Pünktlich zum Start der Weihnachtsferien ist die Open-Access-Version des Lehrbuchs "Zivilprozessrecht I – Erkenntnisverfahren" von Prof. Dr. Gomille online kostenlos abrufbar.
Zu finden ist das Buch unter folgendem Link: https://publikationen.sulb.uni-saarland.de/handle/20.500.11880/39232
Das Buch richtet sich an Studierende, die sich auf die Erste Juristische Prüfung vorbereiten und vermittelt das entsprechende Wissen im Wesentlichen anhand von 63 Fällen mit ausformulierten Lösungen.
Für all diejenigen, die die klassische Print-Version bevorzugen, wird diese voraussichtlich Mitte Januar im Buchhandel erhältlich sein.
Wir wünschen frohe Weihnachten und freuen uns darauf gemeinsam und erholt in das restliche Semester zu starten.
13. Frankfurter IT-Rechtstag
Digitale Beweismittel: Deep Fake & Co. im zivilprozessrechtlichen Kontext
Am Samstag, den 16. November 2024, wird Professor Gomille auf dem 13. Frankfurter IT-Rechtstag einen Vortrag über „Digitale Beweismittel – bis hin zu Deep Fakes" halten. Weitere Informationen finden Sie hier.
Forum digitale richterschaft
Im Rahmen des Forums digitale richterschaft - dem Forum zum Austausch über Digitalthemen in der Justiz - hält Professor Gomille am Dienstag, 08.10.2024 um 10 Uhr einen Onlinevortrag zu den “Anforderungen an die Durchführung einer Verhandlung nach § 128a ZPO”.
33. EDV-Gerichtstag
Digitale Beweismittel: Deep Fake & Co. im zivilprozessrechtlichen Kontext
Im Rahmen des 33. EDV-Gerichtstags hielt Professor Gomille einen Vortrag zu den Themen "Digitale Beweise" und "Deep Fake". Professor Gomille ging aus richterlicher Sicht darauf ein, wie der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) schwer zu erkennende Manipulationen an Fotos, Videos und Tonaufnahmen ermöglicht und wie die Gerichte und die Parteien des Zivilprozesses damit umgehen können.
Fact Finding in Civil Proceedings
Vor Kurzem ist bei dem niederländischen Verlag Boom Juridisch das Buch „Fact Finding in Civil Proceedings“ erschienen. Darin kann man die Länderberichte (Niederlande, Belgien, Frankreich und Deutschland) und die ersten Analysen nachlesen, die im Rahmen des gleichnamigen prozessrechtsvergleichenden Projekts unter der Leitung von Richterin Cindy Seinen (Rechtbank Den Haag) entstanden sind.
Die rechtsvergleichende Analyse wurde am 21. Juni 2024 auf der Frühjahrstagung der Niederländischen Vereinigung für Prozessrecht im Tagungszentrum des Utrechter Eisenbahnmuseums vertieft. Professor Gomille hat dort einen Vortrag zu dem Thema „Does a form of nemo tenetur exist in civil law?“ gehalten, den Rechtsanwalt beim Obersten Gerichtshof Thijs van Aerde kommentiert hat und der sodann im Plenum diskutiert wurde. Die Beiträge zu dieser Tagung werden in einem selbständigen Tagungsband veröffentlicht.
Vortrag: Online-Verfahren und Prozessmaximen
Professor Dr. Masahisa Deguchi hat am Montag, den 08.07.2024 an unserer Universität einen Vortrag zum Thema “Online-Verfahren und Prozessmaximen” gehalten.
Er ist aus einer rechtsvergleichenden Perspektive der Frage nachgegangen, ob die traditionellen zivilprozessualen Grundsätze – wie der Öffentlichkeits-, der Unmittelbarkeits-, und der Mündlichkeitsgrundsatz – mit einem Online-Verfahren vereinbar sein können.
Professor Dr. Masahisa Deguchi lehrt Zivilverfahrensrecht an Faculty of Law der Ritsumeikan University in Kyoto und ist u.a. Honorary Vice President der International Association of Procedural Law (IAPL).
Veröffentlichung Dissertation
Der verbraucherschützende Widerruf im Immobilienmaklerrecht unter Berücksichtigung der Frage nach einer notwendigen Neuausrichtung von Erfolgsprinzip und Maklervertragsdogmatik
– Eine Untersuchung de lege lata und de lege ferenda –
Die Dissertation unseres ehemaligen wissenschaftlichen Mitarbeiters Dr. Pierre Hubertus ist im Mai 2024 im Peter Lang Verlag in der Reihe Saarbrücker Studien zum Privat- und Wirtschaftsrecht erschienen.
Die Arbeit beleuchtet kritisch die bestehenden widerrufsrechtlichen Instrumente im Immobilienmaklerrecht, hinterfragt dabei auch die Maklervertragsdogmatik insgesamt und mündet in einem Formulierungsvorschlag an den Gesetzgeber zur Neuausrichtung des Erfolgsprinzips.
17. Jenaer medienrechtliche Gespräche
Am Donnerstag, 16. Mai um 16:00 Uhr (s.t.), finden die 17. Jenaer Medienrechtlichen Gespräche zu dem Thema „Medialer Shitstorm: Aushalten oder abwehren?“ als Online-Veranstaltung statt. Professor Gomille wird hierzu Impulsreferat über „Shitstorms und Persönlichkeitsschutz“ beitragen. Interessierte können sich unter https://www.rewi.uni-jena.de/jmrg anmelden.
Ernennung zum Richter am Saarländischen Oberlandesgericht im zweiten Hauptamt
Am 16. Februar 2024 wurde Professor Gomille zum Richter am Saarländischen Oberlandesgericht im zweiten Hauptamt ernannt.
Fact-finding in Civil Proceedings in Belgium, France, Germany and The Netherlands
Professor Gomille ist seit Ende 2023 Teil einer Forschergruppe, die unter der Leitung von Richterin Cindy Seinen (Rechtbank Den Haag/Vrije Universiteit Amsterdam) das unterschiedliche Vorgehen der belgischen, französischen, deutschen und niederländischen Gerichte bei der Tatsachenermittlung in Zivilverfahren rechtsvergleichend analysiert. Untersuchungsgegenstand ist nicht nur der streitige Zivilprozess, sondern auch Familienverfahren und Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit. Gefördert wird das Projekt von der Niederländischen Vereinigung für Prozessrecht (Nederlandse Vereneging voor Procesrecht). Weitere an dem Projekt Beteiligte sind Professor Wannes Vandenbussche (Universiteit Gent) und Professor Frédéric Rouvière (Aix-Marseille Université).
Zwischenzeitlich liegen die ersten Entwürfe für die Länderberichte vor und stehen zur Einsicht bereit:
Follow-Up: Tagung „E-Justice, Information Technology, and Human Rights“ in Japan
Vom 12. bis zum 14. März 2023 fand an der Ritsumeikan University Kyoto (Japan) eine internationale Tagung zu dem Thema „E-Justice, Information Technology, and Human Rights“ statt, die von dem Institute for Justice Systems in Comparative Law (IJSCL) der Ritsumeikan University unter der Leitung von Professor Dr. Masahisa Deguchi organisiert wurde. Dabei wurden aus ostasiatischer und europäischer Perspektive insbesondere verschiedene Entwicklungen auf dem Gebiet der Digitalisierung von justiziellen Verfahren erörtert.
Professor Gomille hat in diesem Rahmen das Verfahren zur Online-Beurkundung gem. §§ 16a ff. BeurkG vorgestellt, das in Deutschland seit dem 1. August 2022 in Kraft ist. Die Vorträge werden in einem Tagungsband veröffentlicht, der voraussichtlich im Springer Verlag erscheinen wird.
Das Manuskript zu Professor Gomilles Beitrag steht schon jetzt als Conference Paper online zur Verfügung.
Antrittsvorlesung
"Kunst im öffentlichen Raum"
Am Mittwoch, 7. Juni 2023, hielt Professor Dr. Christian Gomille mit pandemiebedingter Verzögerung seine Antrittsvorlesung zum Thema "Kunst im öffentlichen Raum". Professor Gomille ist bereits seit dem Wintersemester 2020/2021 Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Europäisches und Internationales Privatrecht sowie Zivilprozessrecht.
Eröffnet wurde die Veranstaltung durch den Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät, Herrn Professor Dr. Christoph Gröpl. In seinem anschließenden Vortrag erörterte Professor Gomille verschiedene rechtliche Konflikte rund um im öffentlichen Raum befindliche Kunstwerke. Ausgehend von den Fällen der Mannheimer Kunsthalle und eines Banksy-Graffito in Venedig ging es dabei zunächst um die Rechte des Künstlers bei Vernichtung bzw. Veräußerung seines Kunstwerks durch den Eigentümer. Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Problematik der Vereinnahmung von Kunst im öffentlichen Raum zu Werbezwecken durch Dritte, wie etwa in dem Fall von H&M und dem US-amerikanischen Street-Art-Künstler Jason „Revok“ Williams.
Die Veranstaltung endete mit einem Empfang im Fakultätssaal.
5. Große Zukunftswerkstatt
Am 20. und 21. Juni fand in der Europäischen Akademie Otzenhausen zum fünften Mal die Große Zukunftswerkstatt im Forschungsprojekt „Amtsgericht 4.0 bzw. 4.1“ statt. Prof. Dr. Gomille hielt gemeinsam mit Richter Max Frenzel einen Vortrag zur Videoverhandlung aus Sicht der Rechtswissenschaft, speziell unter dem Gesichtspunkt des Öffentlichkeitsgrundsatzes.
Vortrag zum Thema Hass im Netz
Vortragsabend des Vereins Pro Justiz Rheinland in Koblenz
Der Verein Pro Justiz Rheinland e.V. gestaltet einen Vortragsabend zum Thema "Hass im Netz ... Und auch sonst" mit anschließender Podiumsdiskussion (Donnerstag, 23.03.2023, 18 Uhr, im Neuen Justizzentrum, Deinhardpassage 1, 56068 Koblenz). Besprochen werden auch Abwehr- und Abhilfemaßnahmen sowie strafrechtliche Relevanz.
Prof. Dr. Gomille hält in diesem Rahmen einen Vortrag über "Hass, Persönlichkeitsrecht, freie Meinungsäußerung, Schmähkritik - Abgrenzungen, was ist erlaubt, was ist verboten?".
Neuer Lehrstuhlinhaber
Seit dem 01.10.2020 ist Prof. Dr. Christian Gomille neuer Inhaber des Lehrstuhles für Bürgerliches Recht, Europäisches und Internationales Privatrecht sowie Zivilprozessrecht. Mehr Infos hier.





