Urotheltumore

Urothelkarzinome der Harnblase stellen die zweithäufigste Tumorerkrankung (Robert Koch Institut, Krebsregister Saarland)) des Urogenitalsystems dar. Ca. 70% der Patienten weisen bei Erstdiagnose einen nicht-muskelinvasiven Harnblasentumor mit guter Differenzierung auf. Diese Tumoren können durch die transurethrale Resektion therapiert werden. Die Prognose dieser Patienten ist sehr gut. Allerdings treten in bis zu 70% der Fälle Rezidive auf. Zur Senkung der Rezidivrate kann eine intravesikale Instillationstherapie unter Verwendung von Chemotherapeutika oder BCG eingesetzt werden. Da vor allem die BCG-Therapie nicht nebenwirkungsfrei ist, sind Marker notwendig, die eine Vorhersage des Therapieansprechens erlauben. Dies ist Ziel aktueller experimenteller Studien.

Die Prognose verschlechtert sich, wenn ein muskelinvasives Karzinom vorliegt und insbesondere bei Metastasierung. Bei Hochrisikopatienten (>=pT3, N+) wird deshalb eine perioperative Chemotherapie oder Immuncheckpointinhibition empfohlen, die einer Fernmetastasierung entgegenwirken soll. Allerdings sind die Selektionskriterien hier nicht ausreichend. Deshalb werden prognostische Biomarker gesucht, die im Primärtumor eine Einschätzung des Metastasierungsrisikos erlauben. Darüber hinaus sind prädiktive Marker notwendig, die eine Vorhersage des Therapieansprechens und damit die Selektion der Patienten für die Therapie erlauben. Wenn Fernmetastasen auftreten, wird eine Chemotherapie durchgeführt. Allerdings wird selten eine Heilung erreicht. Deshalb müssen neue zielgerichtete therapeutische Ansätze entwickelt werden. Hierzu ist die Kenntnis der molekularen Prozesse der Metastasierung Voraussetzung.

Etablierung einer miRNA-Signatur zur differenzierten Prognosebewertung und Therapiewahl bei Harnblasentumoren

Kerstin Junker, Anne Christmann in Kooperation mit Markus Eckstein (Pathologie Erlangen)

Gefördert durch: Deutsche Krebshilfe

 

Analyse der Expression von PD-L1 auf extrazellulären Vesikeln im Urothelkarzinom der Harnblase
Philip ZeuschnerKerstin Junker
Gefördert durch: SWDGU

Evaluierung der Fluoreszenz-In-Situ-Hybridisierung (FISH) zur Diagnostik von Tumoren des oberen Harntraktes
Kerstin Junker