Aktuelles

Vortrag: Ungewissheit in diplomatischen Austauschprozessen und Verhandlungen im Spätmittelalter
Im Rahmen der interdisziplinären Vortragsreihe Deutsch-Französischer Diskurs des Frankreich-Zentrums der UdS (Pôle France).
Zeit: 5. Februar 2026, 16.15 Uhr
Ort: Universität des Saarlandes, Campus B3 1, Raum 2.18, 66123 Saarbrücken
Referent: Prof. Dr. Stéphane Pequignot (École pratique des hautes études (EPHE) – PSL, Paris)
Gastgeberin: Prof. Dr. Cristina Andenna (Geschichte)
Der diplomatische Austausch und insbesondere die diplomatischen Verhandlungen finden häufig in einem Horizont der Ungewissheit statt. In diesem Vortrag soll dieses in der Geschichtsschreibung wenig beachtete Phänomen aus drei sich ergänzenden Blickwinkeln betrachtet werden. Zunächst sollen Entwicklungen im Umgang mit Unsicherheit und Zweifel in der Diplomatie aufgezeigt werden. Dazu werden Fürstenspiegel, Botschafterberichte und Kommunikation zwischen den Mächten herangezogen sowie Schriften über die Kunst des Verhandelns untersucht. Ein weiterer Schwerpunkt liegt darauf, die Situationen und Ereignisse im Spätmittelalter, insbesondere im westlichen Mittelmeerraum, in denen die verschiedenen Akteure der Diplomatie mit Ungewissheit konfrontiert waren, zu charakterisieren. Angesichts dieser wiederkehrenden Schwierigkeiten bildete sich ein Verhandlungs-Know-how heraus. Dieses wird durch eine vergleichende Studie der dokumentarischen und kurialen Praktiken von Botschaftern sowie durch Fallstudien in diplomatischen Krisensituationen untersucht. Dieser Forschungsvorschlag ist Teil einer historiografischen Bewegung, in der die in Deutschland, Frankreich und anderen Ländern durchgeführten Forschungen seit etwa zwanzig Jahren im regelmäßigen Austausch stehen.
Vortrag auf Deutsch.

Vortrag Die Grenzen der Verweisung. Fraktalität und Strafpraxis im frühneuzeitlichen Alten Reich
Im Rahmen der interdisziplinären Vortragsreihe Deutsch-Französischer Diskurs des Frankreich-Zentrums der UdS (Pôle France).
Zeit: 29. Januar 2026, 16.00 Uhr
Ort: Universität des Saarlandes, Campus B3 1, Hörsaal I (0.14), 66123 Saarbrücken
Referent: Prof. Dr. Falk Bretschneider (École des hautes études en sciences sociales, Paris)
Gastgeber: Prof. Dr. Philip Hahn (Geschichte)
Die Verbannung aus einer Stadt oder einem Territorium gehörte in der Frühen Neuzeit zu den häufigsten Sanktionen der Kriminalgerichtsbarkeit. Aus ihrer Geschichte lässt sich deshalb viel über die Konstruktion von Zugehörigkeit in vormodernen Gesellschaften lernen. Gleichzeitig eröffnet die Strafe einen faszinierenden Zugang zu den spezifischen räumlichen Strukturen des Alten Reiches und den Formen des Umgangs mit ihnen. Ihre Praxis und ihre Erfahrung fußten in einer Allgegenwart von Grenzen, die weniger Räume voneinander trennten als soziales Handeln strukturierten. Um ihre Realität besser zu verstehen, bietet sich das Konzept der "Fraktalität" an, das versucht, das komplexe Zusammenspiel verschiedener Handlungsebenen im Reich (lokal – territorial – imperial) analytisch zu fassen. Der Grenze kommt dabei eine wichtige Rolle zu: nicht als feste Linie, sondern als ein flexibler, symbolisch aufgeladener Ort, an dem soziale, rechtliche und politische Ordnungen verhandelt und reproduziert wurden – eine "Fabrik des Fraktalen", in der Herrschaft ebenso wie soziale Zugehörigkeit fortwährend erzeugt und zugleich zur Disposition gestellt wurden.
Vortrag in deutscher Sprache.

Vortrag: Urban Mining - Nachhaltiges Bauen im mittelalterlichen Trier
Am 22. Januar 2026 präsentiert uns Prof. Dr. Lukas Clemens (Universität Trier) “Urban Mining - Nachhaltiges Bauen im mittelalterlichen Trier” im Zuge des Hauptseminars “Nachhaltigkeit(en) im Mittelalter?”.
Der Vortrag wird um 10 Uhr c.t. im Raum 2.17, Gebäude B3 2 stattfinden. Wir freuen uns auf Ihr kommen!

Vorlesungsreihe Raumschiff Erde: Die Kleine Eiszeit. Wie haben wir die letzte Klimakrise bewältigt?
Im Rahmen der fachrichtungsübergreifenden Vorlesungsreihe “Raumschiff Erde - Klimawandel” laden Scientists for Future in Kooperation mit den Professuren Geschichte des Mittelalters, Geschichte der Frühen Neuzeit und Kultur und Mediengeschichte zum Vortrag “Die Kleine Eiszeit. Wie haben wir die letzte Klimakrise bewältigt?” von Prof. Dr. Dominik Collet (Department of Archaeology, Conservation and History, University of Oslo).
Der Vortrag findet am 11. 12. 2025, 16 Uhr c.t. im Gebäude C4.3 Raum 0.03 statt.
Wir freuen uns auf Ihre Kommen!

CfP: 24es Journées lotharingiennes (Universität Luxemburg, 21-23.10.2026)
Femmes de pouvoir? – Mächtige Frauen?
Prof. Cristina Andenna organisiert gemeinsam mit Prof. Michel Margue (Université du Luxembourg) die erste Sektion der Journées lotharingiennes vom 21. bis zum 23. Oktober 2026. Thema der Sektion sind Frauen des lotharingischen Adels zwischen Geschlechterrollen und Machtverhältnissen (10.-15. Jh.). Beitragsvorschläge zum Thema, auch mit Bezug auf benachbarte Regionen, können gerne bei Cristina Andenna (cristina.andenna[at]uni-saarland.de) oder Michel Margue (michel.margue[at]uni.lu) bis zum 30.11.2025 eingereicht werden.

CfP: Jahrestreffen des Arbeitskreises für die Geschichte Italiens im Mittelalter (AGIM) (Mühlheim, Ruhr, 18.-19.06.2026)
Am 18. und 19. Juni 2026 findet in Mühlheim (Ruhr) das zweite Jahrestreffen des AGIM statt. Es soll dem Austausch interessierter Wissenschaftler:innen aller Qualifikationsstufen dienen und zugleich ein Podium bieten, neue Forschungen zu präsentieren und zu diskutieren.
Wir laden Kolleg:innen aller Qualifikationsstufen ein, für das Jahrestreffen 2026 einen Beitrag vorzuschlagen. Bitte schicken Sie uns bis zum 30.11.2025 per Mail einen Titel und eine kurze Zusammenfassung für einen Vortrag von ca. 20 Minuten und fügen Sie einen kurzen Lebenslauf bei. Der AGIM übernimmt für die Referent:innen die Reise- und Übernachtungskosten.
Kontakt: Prof. Dr. Benjamin Scheller (benjamin.scheller@uni-due.de)

Vortragsreihe Medievalia Wintersemester 2025/26
Die Professur Geschichte des Mittelalters der Universität des Saarlandes und der Arbeitsbereich Germanistische Mediävistik der Universität Graz laden wieder herzlich zur digitalen Vortragsreihe Medievalia.
Das Thema des Sommersemesters 2025: “Friedensstifterinnen. Die Rolle von Frauen in (politischen) Verhandlungen”

Kolloquium Forschungen zur Geschichte des mittelalterlichen Europas WiSe 2025/26
Die Professur für Geschichte des Mittelalters lädt herzlich zum Kolloquium
"Forschungen zur Geschichte des mittelalterlichen Europas"
im Wintersemester 2025/26. Das Kolloquium findet regulär Donnerstags, um 16 Uhr c.t. im Raum 2.18, Gebäude B3 1 statt. Nähere Informationen sowie Informationen zu abweichenden Terminen entnehmen Sie bitte dem Flyer.
Header-Bild und Kacheln: Ambrogio Lorenzetti, Effetti del buon governo in città, Freskenzyklus in der Sala dei Nove des Palazzo Pubblico von Siena, commons.wikimedia.org/w/index.php