Aktuelles

24.09.2026 | Jola Pospech wurde zur Professorin für Organische Chemie an der Universität des Saarlandes ernannt

Licht eröffnet neue Wege, chemische Moleküle effizient und ressourcenschonend herzustellen. Noch sind die zugrundeliegenden Prozesse nicht vollständig verstanden – eine wichtige Hürde für die industrielle Anwendung. Die Chemikerin Jola Pospech erforscht, wie sich diese Möglichkeiten der lichtgetriebenen Katalyse gezielt für die Wirkstoffsynthese nutzen lassen. Sie will dafür die grundlegenden Mechanismen im Detail verstehen. Jola Pospech wurde jetzt zur Professorin für Organische Chemie ernannt.

Das Zusammenspiel von Licht und Katalysatoren spielt in der Natur eine wesentliche Rolle, etwa bei der Photosynthese. Doch auch im Labor wird Licht zunehmend zum Treiber chemischer Prozesse. Anders als bei der klassischen, durch Wärme angetriebenen Synthese lassen sich mit Licht Reaktionen und Reaktivitäten erschließen, die auf thermischem Weg nicht oder nur schwer zugänglich sind. Entsprechend groß ist das Interesse der chemischen Industrie: Viele Unternehmen haben eigene Forschungs- und Entwicklungsbereiche aufgebaut, um diese neuen Prinzipien für die Herstellung von Molekülen nutzbar zu machen. Bis zur zuverlässigen und effizienten Anwendung im industriellen Maßstab ist es jedoch noch ein weiter Weg. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass die zugrundeliegenden Reaktionsmechanismen bislang nicht vollständig verstanden sind und sich Neben- und Abbaureaktionen noch schwer abschätzen lassen.

Genau hier setzt die Forschung von Jola Pospech an. An der Universität des Saarlandes will die Chemikerin untersuchen, wie Photokatalysatoren mit Licht und den beteiligten Molekülen wechselwirken – und wie sich diese Prozesse Schritt für Schritt bis zur Bildung des gewünschten Moleküls verfolgen und verstehen lassen. Auf dieser Grundlage sollen auch neue Strategien entwickelt werden, mit denen sich photokatalytische Reaktionen gezielt und effizient optimieren lassen.

Um die komplexen Prozesse umfassend zu verstehen, setzt Jola Pospech auf eine enge Zusammenarbeit über die Grenzen einzelner Fachgebiete hinweg. Methoden der Spektroskopie und der theoretischen Chemie spielen dabei ebenso eine Rolle wie Digitalisierung und Automatisierung. Ihr Forschungsansatz eröffnet damit zahlreiche Anknüpfungspunkte innerhalb der Universität des Saarlandes und stärkt den interdisziplinären Austausch in der Naturwissenschaft und Technik.

Die Forschungsschwerpunkte von Jola Pospech bereichern das wissenschaftliche Umfeld der Universität des Saarlandes daher in mehrfacher Hinsicht. Besonders eng sind die Verbindungen zum Graduiertenkolleg „Regelung kovalenter Bindungen in Molekülen und Materialien“, an dem mehrere Forschungsgruppen der Naturwissenschaftlich-Technischen Fakultät beteiligt sind und das noch bis 2030 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird. Julia Pospech wird ihren Dienst an der Universität des Saarlandes am 1. Oktober 2026 antreten.

Kurz-Lebenslauf von Jola Pospech

Jola Pospech ist seit 2022 Forschungsgruppenleiterin am Leibniz-Institut für Katalyse (LIKAT) in Rostock, wo sie von 2017 bis 2022 zunächst eine Nachwuchsgruppe auf dem Gebiet der katalytischen Funktionalisierung organischer Moleküle etablierte. Die gebürtige Schleswig-Holsteinerin hat an der Georg-August Universität Göttingen Chemie studiert und nach Auslandsaufenthalten an der Universität Stockholm (Schweden) und der ETH Zürich (Schweiz) an der Universität Rostock im Rahmen ihrer Forschungstätigkeit am LIKAT promoviert. Anschließend forschte sie zwei Jahre lang an der University of Illinois at Urbana-Champaign (USA) unter anderem an der Entwicklung licht-getriebener Wirkstoff- und Naturstofftotalsynthesen.

 

22./23.09.2026| Erfolgreiches T4EU-Matchmaking-Event „Chemistry and Related Sciences in the T4EU Alliance“ an der Universität des Saarlandes

Am 22. und 23. September 2026 fand im Chemie-Hörsaalgebäude C4.3 auf dem Campus Saarbrücken das fachspezifische Matchmaking-Event „Chemistry and Related Sciences in the T4EU Alliance“ statt. Die Veranstaltung wurde im Rahmen der europäischen Hochschulallianz Transform4Europe (T4EU) von der Fachrichtung Chemie der Universität des Saarlandes initiiert und organisiert. Die Organisation und Durchführung erfolgte durch Prof. Guido Kickelbick und Dr. Elias Gießelmann.

Ziel des Treffens war es, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der chemischen Fachbereiche innerhalb der T4EU-Allianz eine Plattform für den fachlichen Austausch, die Anbahnung neuer Kooperationen sowie die Diskussion gemeinsamer Zukunftsthemen in Forschung und Lehre zu bieten. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, bestehende Kontakte zu vertiefen, neue Netzwerke aufzubauen und Perspektiven für künftige gemeinsame Projekte auszuloten. Das abwechslungsreiche Programm umfasste drei Vortragssessions zu den Themen Hochschul- und Fakultätspräsentationen, aktuelle wissenschaftliche Forschungsaktivitäten sowie innovative Ansätze in der Lehre und der Weiterentwicklung von Studienprogrammen. Ergänzt wurde das Programm durch eine Postersession, in der ausgewählte Forschungsfelder vorgestellt und diskutiert wurden.

Die Fachrichtungen Chemie sowie Pharmazeutische Chemie der Universität des Saarlandes waren mit mehreren Arbeitsgruppenleiterinnen und Arbeitsgruppenleitern, Postdocs sowie Doktorandinnen und Doktoranden vertreten. Die Veranstaltung unterstrich eindrucksvoll die Bedeutung des internationalen wissenschaftlichen Austauschs innerhalb der T4EU-Allianz und legte den Grundstein für zukünftige Kooperationen in Forschung, Lehre und akademischer Mobilität.

 

07.07.2026 | Kontinuierliche Überwachung der Wasserqualität: Chemie-Fachbereich unterstützt Gewässermonitoring im Saarland

Die Arbeitsgruppe Gewässer-Monitoring führt im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz des Saarlandes an den Standorten Lisdorf, Rehlingen und Mettlach kontinuierliche Echtzeitmessungen wichtiger Wasserqualitätsparameter der Saar durch. Erfasst werden unter anderem die Wassertemperatur, die Sauerstoffkonzentration, der pH-Wert sowie die Chlorophyllkonzentration als Indikator für die Phytoplanktonbiomasse. Die aktuellen Messdaten sind unter folgendem Link abrufbar: www.gewaesser-monitoring.de;

Die fortlaufende Überwachung ermöglicht eine zeitnahe Bewertung des ökologischen Zustands der Saar und das frühzeitige Erkennen kritischer Entwicklungen. Insbesondere thermische Belastungen, Sauerstoffmangel oder ein verstärktes Algenwachstum können so schnell identifiziert und bewertet werden. Vor dem Hintergrund der aktuellen Hitze- und Trockenperiode liefern die Messungen eine wichtige Entscheidungsgrundlage für Maßnahmen zum Schutz des Gewässers. Dazu können beispielsweise Einschränkungen bei der Entnahme von Beregnungswasser oder Vorgaben für die Einleitung von Kühlwasser gehören. 

Zur Verbesserung der Sauerstoffversorgung und zur Verringerung der Wassertemperatur wird derzeit an den Schleusen ein sogenannter Wehrüberfall betrieben. Durch diese Maßnahme wird die Sauerstoffanreicherung des Wassers gefördert und die ökologische Belastung der Saar reduziert. Über den Einsatz des Wehrüberfalls wurde bereits im „Aktuellen Bericht“ des Saarländischen Rundfunks berichtet (siehe: aktueller bericht - aktueller bericht (07.07.2026) - hier anschauen) 

12.06.2026 | Rückblick: Fachrichtung Chemie beim Offenen Campus 2026

Die Fachrichtung Chemie der Universität des Saarlandes präsentierte sich beim Offenen Campus 2026 mit einem vielseitigen und interaktiven Programm für Studieninteressierte, Schülerinnen und Schüler sowie die breite Öffentlichkeit. Im Rahmen der Veranstaltung informierte der Studienkoordinator Dr. Ch. Völzing über das Chemiestudium in Saarbrücken und stand für individuelle Beratungsgespräche zur Verfügung. Ergänzend bot der Fachschaftsrat Chemie authentische Einblicke in den Studienalltag und den Campus. Ein besonderes Highlight war die Stickstoff-Show des NanoBioLabs. Darüber hinaus stellten Professor:innen, Postdocs und Doktorand:innen aktuelle Forschungsprojekte vor und gaben Einblicke in die vielfältigen Arbeitsgebiete der Chemie als zentrale Wissenschaft. Großen Anklang fanden auch die zahlreichen Mitmachangebote: Im Chemie-Mitmachlabor konnten Besucherinnen und Besucher selbst experimentieren – von einfachen Versuchen mit haushaltsüblichen Stoffen für Kinder ab fünf Jahren bis hin zu spannenden Experimenten aus der organischen Chemie für ältere Jugendliche und Erwachsene. Auch das Schülerlabor NanoBioLab bot praxisnahe Einblicke in experimentelles Arbeiten und moderne Forschung.

Der Offene Campus 2026 war für die Fachrichtung Chemie ein voller Erfolg. Danke an alle Mitwirkende.

 

31.03.2026 | Susanne Harling und Andreas Adolf treten in den Ruhestand

Zwei prägende Persönlichkeiten der Anorganischen Chemie verabschieden sich nach vielen Jahren engagierter Tätigkeit in den wohlverdienten Ruhestand. Susanne Harling verantwortete zuletzt die CHN‑Analytik der Fachrichtung Chemie und prägte mit ihrer zuverlässigen und kompetenten Arbeit maßgeblich den Forschungsalltag. Andreas Adolf galt als zentrale Stütze der Experimentalchemie‑Vorlesung und war über viele Jahre hinweg ein unverzichtbarer Bestandteil der beliebten Weihnachtsvorlesung. In einer Feierstunde würdigten die Professoren Kickelbick und Seschkewitz das außergewöhnliche langjährige Engagement beider Mitarbeiter. Besonders hervorgehoben wurden ihre große Einsatzbereitschaft in Lehre und Forschung, ihre offene und unkomplizierte Art sowie ihre hohe Wertschätzung innerhalb der Arbeitsgruppen der Anorganischen Chemie. Die Fachrichtung Chemie bedankt sich herzlich für die hervorragende Zusammenarbeit und wünscht Frau Harling und Herrn Adolf alles Gute für den neuen Lebensabschnitt.

 
27.02.2026 | Starke Platzierung der Universität des Saarlandes

TIME stuft die Universität des Saarlandes weltweit auf Platz 144 und in Deutschland auf Platz 10 ein (TIME World's Top Universities of 2026). Eine großartige Anerkennung und ein toller Erfolg!

06.02.2026 | Saarbrücker Chemiker erschaffen ikonisches aromatisches Molekül mit Silizium

Herzlichen Glückwunsch an Ankur vom AK Scheschkewitz zu seiner fantastischen Arbeit über das stabile Silicium-Analogon des ikonischen Cyclopentadienids, die heute in Science veröffentlicht wurde (https://doi.org/10.1126/science.aed1802 ). Nach fast einem halben Jahrhundert Forschung von Chemikern weltweit macht die Aromatizität von Silicium einen großen Sprung nach vorn. Experimentelle und rechnerische Ergebnisse zeigen, dass der Fünfring des Pentasilacyclopentadienids zwischen Resonanz und Gleichgewicht liegt. Abbitte all die Studenten, die immer schon behauptet haben, beide seien dasselbe. Durch eine verblüffende Fügung des Schicksals hat die Gruppe von Takeaki Iwamoto (Sendai, Japan) genau dieselbe Verbindung wie wir an der Universität des Saarlandes erhalten, nur auf einem anderen Weg. Ihre Ergebnisse wurden nun zeitgleich mit unseren veröffentlicht (https://doi.org/10.1126/science.aed0168). 

 

Veranstaltungen

Anorganisches Kolloquium im Wintersemester 2026/27

Auch im Wintersemester 2026/27 werden im Rahmen des Anorganischen Kolloquiums spannende Vorträge angeboten. Gäste sind herzlich willkommen. Das Programm finden Sie HIER.

GDCh-Kolloquium im Wintersemester 2026/27

Der GDCh-Ortsverband Saar lädt auch im Wintersemester 2026/27 zu interessanten Vorträgen ein. Gäste sind herzlich eingeladen. Das Programm finden Sie HIER.

PCB-Seminar im Wintersemester 2026/27

Im Rahmen des PCB-Seminars werden im Wintersemester 2026/27 spannende Vorträge aus den Forschungsgebieten der Physik, Chemie und Biologie angeboten. Das Programm finden Sie HIER.

Wasserstoffzertifikat ab sofort erwerbbar

Ab diesem Wintersemester 2026/27 kann erstmals an der Fakultät NT der Universität des Saarlandes ein Wasserstoffzertifikat erworben werden. Anmeldung bis 30.10.2026.

Lehrveranstaltungen zum Thema Nachhaltigkeit im Wintersemester 2026/27

Die Fakultät NT bietet im Wintersemester 2026/27 eine Reihe von Lehrveranstaltungen zum Thema Nachhaltigkeit an. Interessenten sind herzlich willkommen!